Datum/Zeit/Ort: Mittwoch, 14.01.2026, 18.00 Uhr c. t. bis 20.00 Uhr, Iwalewahaus der Universität Bayreuth, Wölfelstraße 2, 95444 Bayreuth
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Zu den Begleiterscheinungen des Nahostkonfliktes zählen seit Jahrzehnten Interpretationen, die den Konflikt zu einer grundsätzlichen Konfrontation historischer Prinzipien stilisieren. Unabhängig von den realpolitischen Verhältnissen steht Israel demnach per se für einen kolonialen Ausbeuter, während dem palästinensischen Widerpart ebenso pauschal die Rolle des Befreiers zugesprochen wird. Bemerkenswert ist, dass sich diese Zuordnungen in den letzten Jahrzehnten durch sämtliche Veränderungen der Rahmenbedingungen erhalten haben. Diese Eigenart verleiht der Feindschaft gegenüber Israel besonders in den westlichen Solidaritätsbewegungen die Struktur einer politischen Theologie, deren Elemente im Vortrag kritisch untersucht werden sollen.
Dr. Volker Weiß ist Historiker und Journalist. Er arbeitet seit Jahrzehnten zu den Ideologien und Strukturen der extremen Rechten, des Nationalismus und Antisemitismus.
Die Ringvorlesung „Dynamiken des Antisemitismus II“ der Universität Bayreuth knüpft an die Ringvorlesung von 2024/25 an und widmet sich aktuellen Entwicklungen in interdisziplinärer Absicht. Angesichts der massiven Bedrohung jüdischen Lebens hierzulande und in Europa ist das Ziel, Raum für differenzierte Auseinandersetzungen jenseits von politischer Instrumentalisierung zu schaffen und dabei insbesondere jüdische Perspektiven zu berücksichtigen.
Die Ringvorlesung geht einer Reihe von Fragen nach: Was ist Antisemitismus, und was unterscheidet ihn von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit? Wie lässt sich erklären, dass die Ereignisse im Nahen Osten zu Übergriffen auf Jüdinnen und Juden in anderen Weltregionen führen? Wie hängt Antisemitismus mit Rechts- und Linksextremismus zusammen und wie mit Islamismus? Was können Schulen und Universitäten unternehmen, um Antisemitismus erfolgreich entgegenzuwirken?
Organisation: Lehrstuhl Politische Soziologie an der Universität Bayreuth (Prof. Dr. Eva Maria Ziege) und Servicestelle Diversity mit Unterstützung der Hochschulleitung der Universität Bayreuth.