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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 080/2026, 12.10.2026

Mehr Erstsemester, mehr KI: erfolgreicher Start ins Wintersemester

Die Universität Bayreuth startet mit einem kräftigen Plus bei den Erstsemesterzahlen in das Wintersemester 2026/27: 1.220 Studienanfängerinnen und Studienanfänger haben sich eingeschrieben.

Das wachsende Interesse unterstreicht die hohe Attraktivität der Universität, die sich mit Künstlicher Intelligenz gezielt auf die Herausforderungen der Zukunft ausrichtet. Entsprechend setzt die Universität auch in Lehre, Prüfungsformen, Forschung und Studienangebot einen klaren Schwerpunkt auf KI. Studierende werden dabei unterstützt, KI-Werkzeuge für ihr jeweiliges Fachgebiet produktiv, reflektiert und verantwortungsbewusst einzusetzen.

Studieninteressierte in einem Hörsaal der Universität Bayreuth

Mit ihrem Universitätsentwicklungsplan 2030+ setzt die Universität Bayreuth auf zukunftsorientierte Lehr- und Lernkonzepte, die Studierende auch dazu befähigen, digitale Medien – allen voran Künstliche Intelligenz – verantwortungsvoll in ihrem jeweiligen Fachgebiet einzusetzen. „Die Frage ist längst nicht mehr, ob Künstliche Intelligenz unseren Alltag verändern wird, sondern wie wir diese Entwicklung gestalten. Die Universität Bayreuth versteht sich dabei als Ort, an dem technologische Innovation, kritische Reflexion und gesellschaftliche Verantwortung zusammenkommen. Wir wollen unsere Studierenden dazu befähigen, die Zukunft der KI nicht nur zu verstehen, sondern aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Leible.

KI in Lehre und Prüfungen

Im Wintersemester 2026/27 wird die Universität Bayreuth verstärkt die Potenziale generativer KI beim Lehren, Lernen und in Prüfungen nutzen. Sie unterstützt Studierende, KI-bezogene digitale Kompetenzen weiterzuentwickeln, um derartige Skills auch in künftigen Berufsfeldern für fachbezogenes Arbeiten produktiv, reflektiert und verantwortungsbewusst nutzen zu können. Zu diesem Kompetenzspektrum gehört insbesondere das Verständnis für Grenzen und Risiken von KI.

In diesem Rahmen werden auch Prüfungsformen weiterentwickelt: Die mündliche Präsentation eigener Ergebnisse wird eine größere Rolle spielen. In schriftlichen Prüfungen wie z. B. Seminararbeiten, Bachelor- oder Masterarbeiten wird die Nutzung generativer KI explizit erlaubt. Allerdings sind die Studierenden gefordert, deutlich zu machen, welche KI-Tools sie in welcher Art und Weise genutzt haben. „Der verantwortungsbewusste Umgang mit KI gehört heute zu den zentralen Fähigkeiten, die wir unseren Studierenden mit auf den Weg geben", sagt Prof. Dr. Volker Ulm, Vizepräsident für Lehre und Studierende.

Neue Studiengänge zum Wintersemester 2026/27 und breites Studienangebot mit KI-Bezug

Zum Wintersemester 2026/27 bietet die Universität Bayreuth zwei neue Studiengänge an: den Masterstudiengang „Ecological Forecasting", der im Elitenetzwerk Bayern verankert ist – einer Initiative des Freistaats Bayern, die besonders begabte Studierende mit Stipendien sowie Studien- und Forschungsprogrammen fördert –, sowie den Masterstudiengang „Wirtschaftsrecht".

Das Thema Künstliche Intelligenz spiegelt sich an der Universität Bayreuth auch in einem breiten Spektrum an Studiengängen wider – von Informatik und Data Science bis zu Ethik, Recht und Governance:

•  Bachelor „Data, Science and AI" (erster rein englischsprachiger Bachelorstudiengang der Universität Bayreuth)

•  Bachelor und Master Informatik sowie Bachelor und Master Angewandte Informatik

•  Master Digitalisierung und Entrepreneurship (betriebswirtschaftlich mit Ausrichtung auf Wirtschaftsinformatik und digitale Geschäftsmodelle)

•  Bachelor und Master Wirtschaftsinformatik

•  Master Philosophy & Computer Science (u. a. gesellschaftliche und ethische Herausforderungen der KI)

Zahlen zum Semesterstart

•  Professuren: 288 (davon 88 weiblich); Vorjahr: 287 – international: 13,5 %

•  Studierende (Hochrechnung zum 25.09.2026): 10.939 (davon 5.085 weiblich); Vorjahr: 11.057 – international (Stand 25.09.): 22,2 %; Vorjahr: 20,4 %

•  Erstsemester (erstmals an einer deutschen Hochschule immatrikuliert): 1.220 am 25.09.2026, Hochrechnung zum 01.12.2026: 1.530; Vorjahr zum selben Stichtag (26.09.2025): 930, endgültige Zahl zum 01.12.2025: 1.240

•  Wissenschaftliche Mitarbeitende: 1.340 (davon 512 weiblich); Vorjahr: 1.357 – international: 25,8 %

•  Nichtwissenschaftliche Mitarbeitende: 1.046 (davon 635 weiblich); Vorjahr: 1.054 – international: 3,3 %

Fächerübergreifende Zusammenarbeit in der Forschung

In der Forschung ist Künstliche Intelligenz ein Schlüsselbereich, in dem die Universität Bayreuth ihr Profil gezielt weiter ausbaut: Mit dem neu gegründeten AI Responsibility Centre (ARC) ist ein interdisziplinäres Forschungszentrum für vertrauenswürdige und gemeinwohlorientierte KI entstanden. Unter der Leitung von Prof. Dr. Niklas Kühl, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und humanzentrische Künstliche Intelligenz, arbeiten dort Forschende aus Wirtschaftsinformatik, Rechtswissenschaft und Philosophie zusammen. Die Themen reichen von menschlicher Aufsicht über KI-Systeme und Mensch-KI-Kollaboration über erklärbare KI und algorithmische Fairness bis zur praktischen Umsetzung regulatorischer Vorgaben wie der europäischen KI-Verordnung.

Diese interdisziplinäre Ausrichtung prägt die Forschung an der Universität Bayreuth über alle Fakultäten hinweg. Zu den jüngsten Erfolgen zählen ein neues internationales Graduiertenkolleg für innovative Biomaterialien sowie zwei neue Forschungsgruppen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die von Bayreuth aus koordiniert werden: eine zu den molekularen Maschinen im Zentrum der Genexpression und eine zur internationalen Arbeitsteilung, die von Bayreuth aus koordiniert wird. Hinzu kommt die Gründung des Forschungszentrums „C3 – Conflict, Crisis, and Change Research Center“. Im Rahmen der Global Minds Initiative Germany (Programm 1000-Köpfe-Plus) wurde außerdem am Afrika-Cluster Prof. Salome A. Bukachi als Mercator Fellow Global gewonnen. „Besonders freut mich die interdisziplinäre Forschungsstärke der Universität Bayreuth, die sich durch zahlreiche Drittmittelerfolge und hochklassige Forschungsergebnisse über alle Fakultäten hinweg zeigt“, sagt Prof. Dr. Markus Retsch, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. „Aus der Interaktion über Fachgrenzen hinaus wollen wir in der Forschung weiterhin neue Wege beschreiten.“


Weiterer Ausbau der internationalen Kooperationen

Auch die Internationalisierung baut die Universität Bayreuth konsequent weiter aus. Dabei gewinnen Themen wie Wissenssicherheit, Forschungssicherheit und der verantwortungsvolle Umgang mit internationalen Forschungskooperationen zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig entwickelt die Universität ihre erfolgreiche Hub-Strategie weiter: Während sich der Standort in Australien als wichtige Plattform für gemeinsame Forschung fest etabliert hat, wird auch der Aufbau des Hubs in den USA vorangetrieben. Auf europäischer Ebene engagiert sich die Universität Bayreuth intensiv in ihren Netzwerken und bringt sich aktiv in die Diskussionen etwa zum künftigen Forschungsrahmenprogramm 10 ein.

„Internationale Wissenschaft braucht heute beides: offene Türen und einen besonnenen Umgang mit Risiken. Deshalb stärken wir nicht nur unsere globalen Netzwerke, sondern auch die Knowledge Security in Forschung und Transfer. Als Universität setzen wir auf langfristige und belastbare Partnerschaften, die Forschung über Grenzen hinweg ermöglichen und zugleich resilient machen.", sagt Prof. Dr. Nina Nestler, Vizepräsidentin für Internationalisierung, Chancengleichheit und Diversity.

Campus: modernisieren, sanieren, wachsen

Für Studierende und Beschäftigte verbessert die Universität Bayreuth die Aufenthaltsqualität auf dem Campus. Seminarräume werden zu modernen Lehr- und Lernumgebungen umgestaltet; als Pilotprojekt dient der Seminarraum S64 der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Er ist als multifunktionaler Lehr-, Lern- und Begegnungsraum mit flexibel nutzbaren Zonen für Präsentationen, Gruppenarbeit und konzentriertes Arbeiten angelegt. Zudem wird die technische Ausstattung in Hörsälen und Seminarräumen ausgebaut, unter anderem mit zusätzlichen Steckdosen und Lademöglichkeiten für Studierende.

Gleichzeitig gilt es, zu sanieren und den Campus zu stärken. Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen laufen im Gebäudebestand, unter anderem an der Mensa (5,5 Millionen Euro) und am Bayerischen Geoinstitut (5,7 Millionen Euro). Bei den Neubauprojekten kommen das Institut für Entrepreneurship und Innovation (IEI) und das Regionale Gründer- und Innovationszentrum (RIZ) voran: In der ersten Oktoberwoche wurde für das IEI Richtfest gefeiert und für das RIZ fand die Grundsteinlegung statt. Als Teil der strategischen und zukunftsorientierten Weiterentwicklung des Campus läuft seit Juli 2025 außerdem die Erschließungsmaßnahme Nord-Ost, die eine langfristige infrastruktufrelle Erweiterung des Campus ermöglicht.

Digitalisierung der Verwaltung

Auch die digitale Infrastruktur der Universität wird weiter ausgebaut: Verwaltungsprozesse werden zunehmend digital abgewickelt, unter anderem durch die Einführung der Bayerischen Digitalen Personalakte; auch die digitalen Hochschulwahlen verliefen erfolgreich. Zugleich setzt sich die Universität mit den Chancen und Herausforderungen Künstlicher Intelligenz in Verwaltung und Service auseinander und entwickelt schrittweise Konzepte für deren verantwortungsvollen Einsatz. „Ein lebendiger, innovativer Campus entsteht nicht nur durch Gebäude und Technik allein, sondern durch die Menschen, die hier studieren, lehren oder arbeiten. Deshalb investieren wir gezielt in eine moderne Infrastruktur, effiziente digitale Prozesse und attraktive Arbeitsbedingungen. Wir möchte die besten Voraussetzungen für Studierende, Forschende und Mitarbeitende gleichermaßen schaffen“, sagt Kanzlerin Dr. Nicole Kaiser.

Begrünte Häuserfassade mit grün beleuchtetem Recycle-Symbol

Nachhaltigkeit, Innovation und Transfer

Zum Wintersemester 2026/27 steht allen Lehramtsstudierenden das Erweiterungsstudium Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) offen, das die Universität Bayreuth gemeinsam mit vier weiteren Universitäten entwickelt hat. Es knüpft an das etablierte Zusatzstudium Nachhaltigkeit an und qualifiziert angehende Lehrkräfte dafür, junge Menschen beim verantwortungsvollen Umgang mit komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen zu begleiten. Auch bei der eigenen Nachhaltigkeit setzt die Universität Bayreuth ein Zeichen: Sie wurde erneut als Fairtrade-Universität rezertifiziert – die Auszeichnung wird alle zwei Jahre vergeben. Ihr zehnjähriges Bestehen als Fairtrade-Uni feiert die Universität am 4. November im Rahmen eines Stadtgesprächs.

Im Bereich Innovation, Transfer und Gründung verzahnt das Institut für Entrepreneurship & Innovation Lehre und Praxis eng miteinander: so entwickeln zum Beispiel Studierende unterschiedlicher Studiengänge gemeinsam mit Praxispartnern innovative Lösungen auf Basis gesellschaftlicher und regionaler Bedarfe. Studierende erwerben so Gründungskompetenzen, Unternehmen und Einrichtungen erhalten neue Impulse für ihre Weiterentwicklung. Im Innovationsprogramm „Mission: Hilf Oma“ entwickelten Studierende in Zusammenarbeit mit Praxispartnern wie dem Bayerischen Roten Kreuzes Bayreuth im direkten Austausch mit Seniorinnen und Senioren Ideen für ein besseres Leben im Alter und stellten sie einer hochkarätigen Jury vor. Für das Programm wurde die Universität Bayreuth mit dem MöglichMacher Award des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet; am 17. November bringt ein Popup City Lab die Ideen unter dem Titel „Innovationen für ein besseres Leben im Alter“ in die Stadt. 2027 startet wieder eine neue Kohorte Studierender in diesem Programm. Auf diesem Format baut das neue Programm „Mission: Bella Bayreuth“ auf, das im Wintersemester an den Start geht: Deutsch- und englischsprachige Studierende entwickeln und testen gemeinsam mit Praxispartnerinnen und -partnern unternehmerische Ideen für Bayreuth als attraktiven Studienstandort der Zukunft.

„Nachhaltigkeit darf kein Sonderthema neben dem eigentlichen Studium bleiben, sondern gehört in die DNA jedes Bildungsprogramms – ob im Hörsaal, im Praxisprojekt oder in der Gründungsidee. Genau das versuchen wir an der Universität Bayreuth vorzuleben: Wer hier studiert, lernt, ökologische, soziale und wirtschaftliche Fragen von Anfang an mitzudenken und zu vernetzen, statt sie erst nach dem Abschluss zu entdecken", sagt Prof. Dr. Susanne Tittlbach, Vizepräsidentin für Digitalisierung, Innovation und Nachhaltigkeit.

Termine

14.-18.10.       (Medien)Geschichte(n) des Festspielhauses – Eine audiovisuelle Spurensuche
19.10.              30-jähriges Jubiläum Paläobotanische Sammlung Rossmann, Bayreuth
23.10.              IndustrieKlänge: Kultur. Wissenschaft. Innovation.
10.11.              Akademische Jahresfeier

Dr. Stefan Fehm-Danoglidis

Dr. Stefan Fehm-Danoglidis

Pressesprecher, Hochschulkommunikation

Telefon: 0921 / 55-5300
E-Mail: pressestelle@uni-bayreuth.de

Zentrale Universitätsverwaltung (ZUV), Büro 3.05
Universitätsstraße 30, 95447 Bayreuth