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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 070 vom 30.05.2023

WsW23: Wissenschaft und Wirtschaft tauschen sich über CO2-neutrale Produktion aus

Die Veranstaltungsreihe „Wissen schafft Wirtschaft“ überwindet das Silodenken: Sie bündelt Wissen und Expertise der oberfränkischen Wissenschafts- und Unternehmenslandschaft und holt global aktive, renommierte Praktiker*innen nach Oberfranken, um sich mit regionalen Vertreter*innen auszutauschen. Die nächste Veranstaltung am 14. Juni 2023 in Thurnau dreht sich um die CO2-neutrale Produktion. 

Der European Green Deal, das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, die Sustainability Goals der UN und ihr gesellschaftlicher Impact – all das bringt immense Umwälzungen für Wirtschaft und Gesellschaft mit sich. Wie diese zu bewältigen sind und welche innovativen Projekte zur CO2-Neutralität auch in Oberfranken bereits umgesetzt werden, zeigt das diesjährige Forum „Wissen schafft Wirtschaft“.

 Auf Einladung von vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Bezirksgruppe Oberfranken, Universität Bayreuth und Hochschule Hof sprechen zwei exzellente Fachleute: Dr. Gunter Beitinger, Vice President for Manufactoring, Siemens AG Amberg (li.) über „Herausforderungen des Produktionsmanagements in einer zunehmend ungewissen und technologiebasierten Wirtschaft“ . Dr. Markus Seidel, Leiter Circular Economy in der Forschung der BMW Group München (re., beleuchtet den „Wettbewerbsvorteil Nachhaltigkeit“.


Prof. Dr. Frank Döpper, Lehrstuhl für umweltgerechte Produktionstechnik, Universität Bayreuth (Bild oben) spricht mit Dr. Stefan Klumpp, Vorstand, HAMM AG, Tirschenreuth (Bild unten) über „Die Bedeutung von CO2 im Produktlebenslauf“.

Der Wunsch der Kunden nach „grünen“ Produkten oder zumindest Produkten, deren Umweltwirkung gemessen in CO2 bekannt und damit vergleichbar ist, nimmt stetig zu. Viele Unternehmen sehen sich daher mit der Herausforderung konfrontiert, die negativen Umwelteinflüsse ihrer Produkte oder ihrer Produktionsprozesse zu kennen und zu verringern. Einem ganzheitlichen Anspruch entsprechend müssen hierbei alle CO2-verursachende Elemente berücksichtigt werden. Die im Green House Gas protokollierte Einteilung in direkte Emissionen (Scope 1), Emissionen aus bezogener Energie (Scope 2) sowie Emissionen im Produktlebenszyklus (Scope3) können hier eine Hilfestellung sein. Am Beispiel einer Baumaschine im Prozess Straßenbau wird die zwingend notwendige Priorisierung der unternehmerischen und politischen Maßnahmen verdeutlicht.

Prof. Dr. Michael Nase, Institutsleiter Institut für Kreislaufwirtschaft der Bio:Polymere (ibp) , Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hof (Bild oben) diskutiert mit Olaf Thannheiser, Geschäftsführender Gesellschafter KomRec-ReCond GmbH, Wunsiedel (Bild unten) über „Die Produktion von nachhaltigem Kunstschnee“.

Trotz der sommerlichen Temperaturen ist der Wunsch nach weißen Weihnachten bei jedem Wetter vor allem an Filmsets oder in Einkaufszentren groß. Eine nachhaltige Lösung für Kunstschnee ist derzeit noch nicht am Markt verfügbar. Im ZIM-Projekt „BioKunstschnee“ beschäftigten sich die KomRec ReCond GmbH und die HAW Hof genau mit diesem Problem. Ziel war die Entwicklung von biobasiertem und kompostierbarem Kunstschnee als eine nachhaltige Alternative zu Kunstschnee aus konventionellen Kunststoffen. Die Kreislaufwirtschaft sämtlicher Rohstoffe und folglich daraus hergestellter Produkte wird das beherrschende Forschungs- und Entwicklungsthema der nächsten zehn Jahre im Bereich der Werkstoffwissenschaften werden.

Christina Leinauer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik und Digitales Energiemanagement, Universität Bayreuth erörtert mit Christian Fröba, Technischer Geschäftsführer, Heinz-Glas GmbH & Co. KGaA, Tettau Die Dekarbonisierung der Glasindustrie“.

Die energieintensive Glasindustrie steht bei der Dekarbonisierung vor großen Herausforderungen im Bereich der technischen Umsetzung, der nötigen Investitionen für den Umbau und des wirtschaftlichen Betriebes bezüglich der hohen Stromkosten in Deutschland. In der Heinz Glas Gruppe besteht seit über 50 Jahren Knowhow im Bereich Elektoschmelze. Jetzt geht es darum, dieses Knowhow zu skalieren und alle Werke in Deutschland fossilefrei umzubauen.

Prof. Dr. Dieter Brüggemann, Leiter des Zentrums für Energietechnik, Universität Bayreuth (Bild oben) stellt mit Marco Krasser, Geschäftsführer, Stadtwerke Wunsiedel GmbH (Bild unten) das „UBT Future Energy Lab in Wunsiedel“ vor.  

Die Energiewende kann nur erfolgreich sein, wenn innovative Ideen in der Realität erprobt werden. Das Zusammenwirken der Universität Bayreuth mit der Stadt Wunsiedel im neuen „Future Energy Lab“ ist ein Musterbeispiel dafür, wie man Forschung und Entwicklung in einem realen Energiepark zum Nutzen von Kommunen und Unternehmen umsetzt. Ein wichtiges Ziel des Future Energy Labs ist es, regionale Betriebe mit energieintensiven Prozessen bei der Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energien zu unterstützen. Begleitet werden Forschung und Entwicklung durch Programme zur Weiterbildung und durch die Förderung von Innovation und Unternehmensgründungen.

Die Gastgeber sind überzeugt von der Notwendigkeit von Foren wie „Wissen schafft Wirtschaft“: 

Der Präsident der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hof, Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann erklärt: „Erst der intensive Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft, unter Einbeziehung gesellschaftlicher Akzeptanz, schafft klimaneutrale Produkte.“

Prof. Dr. Stefan Leible, Präsident der Universität Bayreuth, fügt an: „Es ist angesichts der großen Herausforderungen unserer Zeit von immenser Bedeutung, dass Wissenschaft und Wirtschaft sich kennen, sich vernetzen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Deshalb: Raus aus dem Elfenbeinturm, raus aus der Fabrik, rein ins Netzwerk. WsW23, unser Event in Thurnau ermöglicht das aufs Beste!“

 Patrick Püttner, Geschäftsführer vbw Bezirksgruppe Oberfranken betont: "Um die Transformation zu meistern, gehen Wissenschaft und Wirtschaft Hand in Hand – das gilt für Bayern und die Region. Mit ‚Wissen schafft Wirtschaft‘ haben wir ein Forum geschaffen, in dem wir gemeinsam Lösungen für aktuelle Herausforderungen entwickeln.“ 

Datum/Zeit/Ort: 

Mittwoch, 14.06.2023
12:00 bis 17:00 Uhr
Schloss Thurnau, Kutschenhaus
Marktplatz 1
95349 Thurnau

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung wird moderiert von Kerstin Dolde, Frankenpost. Das Event findet in Präsenz statt und wird zudem online gestreamt. Anmeldungen hier: https://www.vbw-bayern.de/vbw/Termine/Wissen-schafft-Wirtschaft-13.jsp. Anmeldeschluss ist der 09.06.2023.

Portraitbild von Anja Maria Meister

Anja-Maria MeisterPressesprecherin Universität Bayreuth

Telefon: +49 (0) 921 / 55 - 5300
E-Mail: anja.meister@uni-bayreuth.de