Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 148/2023 vom 13.10.1023

Stabil ins Wintersemester 2023/2024

Die Universität Bayreuth startet mit stabilen Zahlen, international gut aufgestellt, forschungsstark und innovativ ins Wintersemester. Besonderer Fokus in Forschung und Lehre liegt auf dem Zukunftsthema Künstliche Intelligenz.

Künstliche Intelligenz (KI) ist zu einem festen Bestandteil in zahlreichen Branchen geworden und revolutioniert die Art und Weise, wie Technologie wahrgenommen und wie mit Technologie interagiert wird. Mit der Weiterentwicklung der KI steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften, die KI-Systeme in verschiedenen Bereichen konzipieren und realisieren. „Die Universität Bayreuth setzt daher bei der Weiterentwicklung des Universitätsprofils einen Schwerpunkt auf alle Aspekte der KI“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Leible und kündigt an: „Schon bald gibt es an jeder der sieben Fakultäten mindestens eine KI-bezogene Professur und forschungsrelevante KI-Projekte.“

In diesen Projekten konnten Forscher*innen der UBT bereits Drittmittelgeber erfolgreich von der Bayreuther KI-Kompetenz überzeugen (Auswahl): Die EU fördert ein MINT-Projekt mit einer Mio. €, das durch KI-Lernbegleiter*innen in geeigneten Lernumgebungen vertieftes Lernen fördern soll. Ein weiteres EU-Projekt zur Nutzung Künstlicher Intelligenz bei der Tierhaltung in der Landwirtschaft wurde eingeworben. Außerdem arbeiten UBT-Forscher*innen an der Anwendung eines KI-Modells zur Verarbeitung natürlicher Sprachen in der Proteinforschung und in einem Verbundprojekt an der frühzeitigen Erkennung von Waldbrandgefahren durch KI.

Nicht nur Professuren wie „Geoinformatik“ oder „Theoretische Physik VII – Computergestütztes Materialdesign“ beschäftigen sich mit KI. Sie spielt an der Universität Bayreuth auch in den – größtenteils neuen - Professuren wie zum Beispiel „Philosophie, Informatik und Künstliche Intelligenz“, „Wirtschaftsinformatik und humanzentrische Künstliche Intelligenz“, „Digital Health mit Schwerpunkt Data Science in den Lebenswissenschaften“ oder „KI in der Spektroskopie und Mikroskopie“ eine wichtige Rolle.  Drei weitere Professuren – unter anderem „KI in der physiko-chemischen Materialanalytik“ sowie „Dynamical Systems and Data“ - wurden im Rahmen des KI-Wettbewerbs der Hightech Agenda Bayern eingeworben. „Hier konnte sich die Universität Bayreuth 2021 im Wettbewerb der bayerischen Universitäten und Hochschulen um neue KI-Professuren durchsetzen“, betont Leible. Darüber hinaus ist das neue Bayreuth Lab for Digital Sciences (BayLDS) eine interdisziplinäre und fakultätsübergreifende Austauschplattform, die die verschiedenen Bereiche von KI- und IT- naher Forschung und Lehre an der Universität Bayreuth zusammenbringt und Synergien erzeugt.

„Auch das Studienangebot enthält vermehrt KI-Aspekte“, berichtet Prof. Dr. Martin Huber, Vizepräsident Lehre und Studierende. So können z.B. zum Wintersemester 2023/24 Studierende der Angewandten Informatik, der Informatik und der Computer Science an der UBT zusätzlich zu ihrem Studium ein KI-Zertifikat erwerben. Diese Kurse vermitteln den Studierenden ein breites Verständnis von KI-Algorithmen, -Techniken und -Anwendungen. „Außerdem wollen wir KI verstärkt in der Lehre einsetzen: Wir starten demnächst mit KI-Tutoren, die Dozentinnen und Dozenten bei der Implementierung von Künstlicher Intelligenz in der Lehre unterstützen“, kündigt Huber an. Für das kommende Jahr (im WS 2024/25) plant die UBT weitere Studiengänge, die sich explizit mit KI beschäftigen: „Philosophy and Computer Science“ wird starten, weitere sind in Vorbereitung.

„Der Hochschulvertrag der UBT mit dem Wissenschaftsministerium, der es den Universitäten ermöglicht, ihr Profil weiter zu schärfen, beinhaltet folgerichtig die weitere Transformation der UBT zu einer modernen, digital unterstützten und nachhaltigen Universität“, betont Universitätskanzlerin Dr. Nicole Kaiser.  

Der Nachhaltigkeit verpflichtet

„Die Uni Bayreuth war eine der ersten bayerischen Unis, die eine verpflichtende und verschriftlichte Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet hat, daraus resultieren bereits erste Maßnahmen“, berichtet Prof. Dr. Susanne Tittlbach, Vizepräsidentin für Digitalisierung, Innovation und Nachhaltigkeit. „Die Ressourceneffizienz in den Laboren wurde auf den Prüfstand gestellt und optimiert, Energiesparen in Lehre, Forschung und Verwaltung wird täglich verwirklicht.“ Zudem wird nachhaltige Mobilität auf dem Campus durch die Einführung einer Selbstverpflichtungserklärung zur Vermeidung von Kurzstreckenflugreisen und der Installierung weiterer E-Ladesäulen in Kooperation mit den Stadtwerken Bayreuth, gefördert. Die Mobilitätswende in Stadt und Region wird in einem vom Stifterverband geförderten Transformationsprozess adressiert. „Darüber hinaus werden die Studierenden aktiv durch die Green Campus Initiative, über die jährliche Verleihung des Nachhaltigkeitspreises für Abschlussarbeiten im Rahmen der Campus Nachhaltigkeitswoche und das Erfolgsmodell ‚Zusatzstudium Nachhaltigkeit‘ in alle Nachhaltigkeitsbestrebungen eingebunden“, betont Tittlbach.

Erfolgreiche Forschung

Der Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Dr. Thomas Scheibel, sagt: „Zur Unterstützung der gesellschaftlichen Verbreitung der Sustainable Development Goals der UNO trägt auch die exzellente Forschung der UBT auf diesem Feld bei.“ So wurde ein neuer Sonderforschungsbereich (SFB 1585 „MultiTrans: Structured functional materials for multiple transport in nanoscale confinements“) genehmigt, der SFB 1357 „Mikroplastik“ wurde verlängert. Die UBT hat ebenfalls ein neues Internationales Graduiertenkolleg zur Halbleiterforschung und ist maßgeblich an der Entwicklung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur beteiligt. Das neue Projekt „Algorithmischen Analyse und Prognose von Gerichtsurteilen“ vereint innovative KI-Ansätze und den Fachbereich Jura. „Wichtiger Meilenstein war im vergangenen Jahr die Gründung des Future Energy Lab mit den Stadtwerken Wunsiedel, wo – auch unter Einsatz von KI – die Energiewende durch dezentrale Energieversorgung erprobt und im Kleinen praktiziert wird“, sagt Forschungs-Vize Scheibel. Außerdem feierte die UBT die Eröffnung des FIM Forschungsinstituts für Informationsmanagement.

International und in Oberfranken vernetzt 

„Die Universität Bayreuth baut ihre internationalen Kooperationen weiter aus und setzt dabei nicht nur auf ihre strategischen Hubs insbesondere in Australien, sondern auch verstärkt auf europäische Netzwerke. Wir intensivieren stetig Forschung und Lehre als Bindeglied zwischen Europa und Afrika; dabei konnten wir gemeinsam mit unseren Partnern sichtbare Meilensteine setzen“, berichtet Prof. Dr. Nina Nestler, Vizepräsidentin für Internationalisierung, Chancengleichheit und Diversität. Sie weist auf das Richtfest für das Forschungszentrum Afrika hin, ein Zentrum, in dem sich die Afrikawissenschaft und -lehre der Uni Bayreuth bündeln und weiter entfalten wird – auch die des Exzellenzclusters „Africa Multiple“. „Die stetig wachsende Zahl internationaler Studierender, die bei mehr als 15 % liegt, zeigt, dass unsere Internationalisierungsstrategie Früchte trägt“, sagt Nestler. „Unsere internationalen Studierenden ebenso wie die internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind eine Bereicherung und ein Gewinn für die Universität Bayreuth ebenso wie für die gesamte Region, die von deren Perspektiven und Fähigkeiten profitieren kann.“

Auch vor Ort, in Oberfranken konnte die UBT wichtige Etappen zurücklegen: Das Institut für Entrepreneurship & Innovation (IEI) baut die Stellung der Universität Bayreuth als Transferuniversität kontinuierlich weiter aus. Ein Baustein ist das über fünf Jahre mit ca. zehn Millionen Euro geförderte Projekt „RIA – Regional Innovation Architecture for Transformative Change“ das gemeinsam mit regionalen Partner*innen ein enges Transfernetzwerk knüpft und zum Januar 2023 offiziell startete. Es werden bereits zahlreiche gesamtgesellschaftlich relevante Veranstaltungen und Formate durchgeführt, wie bspw. „Mission Inklusion“ als Brückenschlag zwischen Studierenden, Lehre, Inklusionsexperten und Betroffenen. Platz 2 im aktuellen Gründungsradar bei den mittelgroßen bayerischen Hochschulen und Platz 5 im gesamtdeutschen Vergleich zeigt wieder, wie erfolgreich die GründerUni Bayreuth ist. Zur Steigerung der Gründerinnenquote gibt es gezielt Angebote für Frauen, wie bspw. die „Gründerinnen Akademie“ oder ein Mentorinnen-Programm.

Am Medizincampus Oberfranken (MCO) ist bereits eine Profilprofessur (RNA-Biochemie) aktiv, zwei weitere sind im fortgeschrittenen Verfahren, die Kooperationen mit UBT-Fachbereichen, z.B. der Gesundheitsökonomie wurden intensiviert. Eine besondere fakultätsübergreifende Kooperation ist das Hausarzt-zentrierte Adipositas-Präventionsprogramm: „Exercise & Nutrition HAPpEN“: ein Vorbeuge- und Therapieprogramm, das ernährungs- und sportmedizinische Aspekte mit lebenspraktischen, sozialpsychologischen und soziologischen Komponenten kombiniert. In HAPpEN arbeiten eine Allgemeinmedizinerin, der MCO und die Professur für Ernährungssoziologie in Kulmbach zusammen.

Die Fakultät für Lebenswissenschaften: Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit in Kulmbach ist ein Erfolgsmodell: Neben zahlreichen Forschungsprojekten entwickelt sich auch die Lehre dynamisch. Es gab knapp 500 Bewerbungen für das Wintersemester. 15 Doktorandenprojekte laufen aktuell an der Fakultät, und die ersten fünf Masterstudierenden haben ihr Studium im Sommersemester 2023 abgeschlossen. Geplant sind für 2024 der Bezug des 3. OG im „fritz“ Einkaufszentrum mit weiterer naturwissenschaftlicher Laborinfrastruktur sowie die zwei neuen Masterstudiengänge und die Ausschreibung des Architektenwettbewerbs für den Neubau.

Das Bayerische Zentrum für Batterietechnik (BayBattverzeichnet weitere Fortschritte im Forschungs- und Lehrbetrieb. Für die beiden Masterstudiengänge Batterietechnik und Battery Materials & Technology sind zum Wintersemester 2023/24 insgesamt 220 Bewerbungen eingegangen. Zehn der zwölf BayBatt-Lehrstühle sind inzwischen besetzt. Hier traten zuletzt Prof. Nella Vargas-Barbosa (Elektrochemie) und Prof. André Gröschel (Polymermaterialen für elektrochemische Energiespeicher) den Dienst an. Die Besetzung der übrigen zwei Professuren ist innerhalb der nächsten sechs Monate geplant. Zudem gründete Dr. Helen Grüninger die dritte Nachwuchsforschungsgruppe am BayBatt zum Thema "NMR Spektroskopie für Batterien und Energiematerialien".

Wir haben ein erfolgreiches Jahr hinter uns und starten ebenso erfolgreich in das kommende Wintersemester. Ich freue mich auf die Studierenden, die neu zu uns kommen, auf die Rückkehrer und möchte unsere Mitarbeiter*innen und den Forscher*innen danken, dass sie sich auch im kommenden Wintersemester so engagiert für die Universität Bayreuth einsetzen.

UniversitätspräsidentProf. Dr. Stefan Leible

Zahlen, Daten, Fakten

  • Professuren: 280 (davon 80 weiblich); Vorjahr: 274 
    • international: 15,7%
  • Studierende* Hochrechnung zum 01.12.2023: 12.122 (davon 5.579 weiblich); Vorjahr: 12.516
    • international (Stand 12.10.): 15,6 %; Vorjahr: 15,3 %
  • Erstsemester* (erstmals an einer dt. Hochschule immatrikuliert) am 12.10.2023: 1.295; Hochrechnung zum 01.12.2023: 1.588
    • Vorjahr zum selben Stichtag 12.10.2022: 1.345; endgültige Zahl zum 01.12.2022: 1.574
  • wissenschaftliche Mitarbeiter*innen**: 1.320 (davon 472 weiblich); Vorjahr: 1.327
    • international: 23,4 %
  • nichtwissenschaftliche Mitarbeiter*innen**: 1.012 (davon 610 weiblich); Vorjahr: 1.016
    • international: 2,5 %

Bitte beachten: Die Einschreibung für das WS 2023/24 läuft aktuell noch. Endgültige Zahlen werden zum 01.12.2023 erhoben. *Bei den Studierenden und Erstsemesterzahlen für 2023 handelt es sich um vorläufige und hochgerechnete Zahlen für das Wintersemester. Bei den Personalzahlen** wurden Daten zum 10.10.2023  erhoben, die Vorjahreszahl stammt vom Statistikzeitpunkt zum 01.12.2022)

Anstehende Termine  

  • 16.10.2023 Erstsemester-Begrüßung in Kulmbach und Bayreuth   
  • 17.10.2023 Stadtgespräch in Kulmbach „Franken isst regional – eine Frage der Logistik?“
  • 26.10.2023 25 Jahre Fakultät für Ingenieurwissenschaften „Wirtschaft trifft Wissenschaft“
  • 27.10. 2023 25 Jahre Ing: Festakt
  • 28./29.10.2023 Bayreuther Dialoge „Schuldlos glücklich? fairAntworten, fairSchulden, fairGeben“
  • 08.11.2023 Stadtgespräch Bayreuth
  • 17.11. 2023 25 Jahre Ing: Schauvorlesung
  • 18.11.2023 25 Jahre Ing: „Tag der Ingenieure“
  • 21.11.2023 Dies Academicus mit Porsche-Vorständin Barbara Frenkel
  • 28.11.2023 Stadtgespräch in Kulmbach: „Was ist gesund? Antworten (und neue Fragen) aus Sicht der Bio- und Lebensmittelanalytik“ 
  • 02.12.2023 Erste Absolvent*innenfeier in Kulmbach
  • 06.12.2023 Stadtgespräch Bayreuth
Portraitbild von Anja Maria Meister

Anja-Maria MeisterPressesprecherin Universität Bayreuth

Telefon: +49 (0) 921 / 55 - 5300
E-Mail: anja.meister@uni-bayreuth.de