Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 045/2023 vom 26.04.2023

Universität Bayreuth Teil eines bundesweiten Rassismus-Forschungsnetzes

Die Universität Bayreuth hat den Kooperationsvertrag für das bundesweite „Wissensnetzwerk Rassismusforschung“ (WinRa) unterzeichnet. Gemeinsam mit acht Partnerinstitutionen will sie die Forschung zu Rassismus in Deutschland intensivieren, vernetzen und sichtbarer machen. Gefördert wird das Netzwerk fünf Jahre lang mit knapp 1,9 Millionen Euro vom Bund.

Forschung zu Rassismus an der Universität Bayreuth ist nicht zuletzt durch sein Exzellenzcluster „Africa Multiple“ fest verankert, daher ist die Teilnahme der Universität Bayreuth an WinRa ein Gewinn für das gesamte Netzwerk. Ziel ist es, die Ursachen und Funktionsweisen von Rechtsextremismus und Rassismus aus systematischer und historischer Perspektive zu untersuchen. Mit den Forschungsergebnissen und den daraus generierten Handlungsempfehlungen soll eine Grundlage geschaffen werden, um Rechtsextremismus und Rassismus angemessen zu begegnen.   

Vier Regionalnetzwerke sollen innerhalb von WinRa etabliert werden: an der Universität Bielefeld und der Leuphana Universität Lüneburg (Netzwerk West), der Universität Mannheim und Universität Bayreuth (Netzwerk Süd), der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Humboldt-Universität zu Berlin (Netzwerk Ost) sowie der Bucerius Law School in Hamburg und der Universität Hamburg (Netzwerk Nord).

„Wir wollen die Forschung zu Rassismus in Deutschland stärken, vernetzen und sichtbarer machen“, sagt Prof. Dr. Stefan Ouma, Professor für Wirtschaftsgeographie an der Universität Bayreuth, Clustermitglied und Co-Sprecher des WinRa-Regionalnetzwerks Süd. Dazu gehört auch, die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen auf dem Feld zu intensivieren und zivilgesellschaftliche Akteure einzubinden, sowie die Expertise betroffener Communitys zu berücksichtigen. Die in WinRa zusammengeschlossenen Forscher*innen haben festgestellt, dass es kaum Forschungs- und Lehrstrukturen auf dem Feld gibt. WinRa soll Forschungslücken aufzeigen und eine stärkere Institutionalisierung der Rassismusforschung anstoßen. „Ich freue mich, dass sich das Netzwerk auch dem Thema Statistik und quantitative Rassismusforschung widmet, gerade auch im Bereich der Ökonomie“, sagt Prof. Dr. Stefan Ouma, „denn dazu gibt es leider gerade in Deutschland noch immer viel zu wenig Forschung.“ Das WinRa-Regionalnetzwerk Süd der Universitäten Bayreuth und Mannheim setzt sich vor allem für eine Zusammenführung der Forschung ein, die Rassismuserfahrungen quantitativ sichtbar und verständlich machen möchte.

Hintergrund WinRa: 

Die Attentate von Hanau und Halle haben gezeigt, wie wichtig es ist, entschlossen gegen Rassismus und Rechtsextremismus vorzugehen. Vor diesem Hintergrund richtete die damalige Bundesregierung im März 2020 einen Kabinettausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus ein. Im Zuge dessen beschloss die Bundesregierung, die Forschung zu Rassismus und Rechtsextremismus stärker zu fördern, auszubauen und in der Hochschullandschaft zu verankern. Die aktuelle Bundesregierung setzt diesen Kurs fort. Daher hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seine Förderrichtlinie „Aktuelle und historische Dynamiken von Rechtsextremismus und Rassismus“ formuliert. In diesem Kontext starteten zum 1. Januar 2023 neun Partner das Wissensnetzwerk Rassismusforschung (WinRa). Es wird vom BMBF für fünf Jahre gefördert und vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) geleitet und koordiniert.

Link: https://www.dezim-institut.de/projekte/projekt-detail/wissensnetzwerk-rassismusforschung-winra-0-02/

Porträt eines Mannes

Prof. Dr. Stefan Ouma

Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeographie und Mitglied des Exzellenzclusters „Africa Multiple“ der Universität Bayreuth

Tel.: +49 (0) 921 55-2262
E-Mail: stefan.ouma@uni-bayreuth.de


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Anja-Maria MeisterPressesprecherin Universität Bayreuth

Telefon: +49 (0) 921 / 55 - 5300
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