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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 087/2026, 03.11.2026

Neue Studie zur Darm-Leber-Achse

Sowohl die im Volksmund als „Fettleber“ bezeichnete Erkrankung als auch eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms treten in Deutschland häufig auf, bleiben jedoch oft unerkannt. Forschende der Universität Bayreuth untersuchen nun in der MASIBO-Studie gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Medizin und Industrie, wie beide Erkrankungen zusammenhängen und welchen Einfluss Entzündungsprozesse auf den Krankheitsverlauf haben.

Foto der Projektpartner der MASIBO-Studie von Universität Bayreuth, Klinikum Kulmbach und VOC Advanced Breath Diagnostics

Die Projektpartner der MASBIO-Studie (v.l.n.r.): Markus Hirschmann, leitender Arzt im Klinikum Kulmbach, Prof. Dr. Janin Henkel-Oberländer, Inhaberin des Lehrstuhls für Biochemie der Ernährung der Universität Bayreuth, und Prof. Dr. Wieland Voigt, Geschäftsführer VOC Advanced Breath Diagnostics.

Jede dritte erwachsene Person in Deutschland leidet unter einer steatotischen Lebererkrankung (MASLD) und etwa 10 – 30 % der Bevölkerung leiden unter einem Dünndarmfehlbesiedlungs-Syndrom (SIBO). Beide Erkrankungen bleiben, gerade im Anfangsstadium, oft unerkannt, sind jedoch gut behandelbar. Sowohl die Leber- als auch die Darmgesundheit sind wichtig für die Verdauung der Nahrung, für die Funktion des Immunsystem und unser allgemeines Wohlbefinden. Durch SIBO kann die Barriere-Funktion des Darms gestört werden, wodurch belastende Stoffe ins Blut und somit direkt zur Leber gelangen können, was zu verstärkten Entzündungsreaktionen in der Leber führen könnte. Patientinnen und Patienten mit MASLD leiden häufiger an einer SIBO. Die erhöhte Entzündungsbelastung könnte den Krankheitsverlauf von MASLD verschlechtern. Die MASIBO-Pilotstudie untersucht den Zusammenhang beider Erkrankungen.

„Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Medizin und Industrie erforschen wir, wie sich Entzündungsmuster in Patientinnen und Patienten mit MASLD mit und ohne SIBO unterscheiden. Aus den Ergebnissen lassen sich in Zukunft möglicherweise Prognosen für den Erkrankungsverlauf sowie Empfehlungen für Therapieoptionen für Patientinnen und Patienten mit MASLD ableiten“, sagt Prof. Dr. Janin Henkel-Oberländer, Inhaberin des Lehrstuhls für Biochemie der Ernährung an der Universität Bayreuth.

Logo der MASIBO Studie

Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit zwischen dem Klinikum Kulmbach, dem Lehrstuhl für Biochemie der Ernährung am Campus Kulmbach der Universität Bayreuth sowie VOC Advanced Breath Diagnostics für die Diagnostik von SIBO. Die wissenschaftliche Studie erfolgt dabei im Rahmen der Routinebehandlung im MVZ Klinikum Kulmbach (Gastroenterologie). Bei einer freiwilligen Teilnahme an der Studie wird bei Routine-Blutabnahmen zusätzlich Blut für Forschungszwecke abgenommen. Außerdem erhalten Probandinnen und Probanden einen kostenfreien SIBO-Test zur Anwendung zu Hause sowie einen Fragebogen zu Lebensstil und Ernährung. Die Behandlung von MASLD und SIBO sind nicht Teil der Studie und erfolgen im Ermessen der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes.

Der Lehrstuhl Biochemie der Ernährung unter der Leitung von Prof. Dr. Janin Henkel-Oberländer übernimmt die Projekt-Koordination der MASIBO-Studie und ist vor allem für die molekularen Analysen der Biomaterialien verantwortlich. „Neben weiterführenden histopathologischen Untersuchungen liegt unser Schwerpunkt auf der umfassenden Analyse der Blutproben, die im Rahmen der Routinebehandlung am Klinikum Kulmbach entnommen werden“, sagt Prof. Dr. Janin Henkel-Oberländer. Das umfasst sowohl die Isolierung und Charakterisierung von spezifischen Blutzellen als auch die Messung von verschiedenen Biomarkern im Blut, die Aufschluss über den Grad der Entzündung und das Entzündungsmuster geben sollen. Siemens Healthineers unterstützt die Forschung mit Bluttests wie dem ELF™-Test, der das Risiko und den Grad einer Leberfibrose vorhersagen kann.

Die Studie startet im Herbst 2026 mit der Rekrutierung von Patientinnen und Patienten und wird über zwei Jahre durch die Oberfrankenstiftung und die Rainer Markgraf Stiftung gefördert.

Logo des Klinikums Kulmbach
Logo von VOC Advanced Breath Diagnostics
Logo der Siemens Healthineers
Logo der Oberfrankenstiftung
Logo der Rainer Makrgraf Stiftung
Prof. Dr. Janin Henkel-Oberländer

Prof. Dr. Janin Henkel Oberländer

Inhaberin der Professur für Biochemie der Ernährung und Dekanin der Fakultät VII für Lebenswissenschaften: Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit

Theresa Hübner

Theresa Hübner

Stellv. Pressesprecherin
Universität Bayreuth

Telefon: 0921 / 55-5357
E-Mail: pressestelle@uni-bayreuth.de