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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 58/2023, 08.05.2023

Weniger Rasen, mehr Blüten: Uni Bayreuth macht mit beim „Mähfreien Mai“

Über 50.000 Quadratmeter Grünfläche werden in den nächsten Wochen auf dem Universitätsgelände nicht gemäht. Damit fördert die Universität die Insektenvielfalt.

Bayreuth soll Vorzeigestadt für urbane Insektenlebensräume werden. Dafür wurde das Projekt „Urbane Insektenbiotope“ von „Die Summer e.V.“ ins Leben gerufen. Es wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz noch bis 31. Mai 2025 gefördert. Teil dieses Projekts ist der „Mähfreie Mai“. Das Ziel dahinter: 50.000 Quadratmeter Grünflächen bis Ende Mai oder bestenfalls Ende Juni nicht zu mähen und damit Insekten zu fördern. Die Universität Bayreuth beteiligt sich in einem außergewöhnlich großen Umfang an der Aktion.

„Allein am Bayreuther Campus werden laut Gärtner Jürgen Franke aus der Zentralen Technik der Universität etwa 52.000 Quadratmeter Grünflächen im Mai nicht gemäht“, sagt Dr. Birgit Thies aus der Geschäftsstelle des BayCEER (Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung). „Dazu kommen weitere Flächen an den Außenstandorten. Damit wird das Flächenziel des Aufrufs erreicht. Und vielleicht lässt es sich mit Hilfe weiterer ungemähter Flächen in Privatgärten sogar verdoppeln?“

Franziska Wagner, Projektmitarbeiterin von Urbane Insektenbiotope erklärt, dass auch die vielen kleine Flächen einen großen Wert für Insekten haben, wenn sie später gemäht werden. „Jeder Quadratmeter zählt“, sagt sie, denn nur so entstehe ein Netzwerk an Biotopen, in denen Tiere wandern und sich ausbreiten können. Besonders interessant sind Gärten, in denen nicht gemulcht wurde. In solchen Rasenflächen finden sich meist Wildblumen wie die Rundblättrige Glockenblume, Ferkelkraut, Gewöhnlicher Hornklee und das Kleine Habichtskraut. „Ein echtes Fünf-Sterne-Buffet für Wildbienen, Falter und Co“, sagt Wagner.

Aus Sicht der Forschung ist der Erhalt der Biodiversität durch ein entsprechendes Angebot an Lebensräumen und Nahrung wichtig. Nicht nur aus ökologischen, auch aus wirtschaftlichen Überlegungen: Wissenschaftliche Studien belegen, dass weit über 80 Prozent der Blütenpflanzen von der Bestäubung durch Insekten abhängig sind. Diese Insekten brauchen einen Lebensraum. Dabei können auch kleine Flächen schon einen großen Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten.

„Die Universität Bayreuth hat sich der Nachhaltigkeit verpflichtet. Deshalb sehen wir es auch als unsere Aufgabe an, die Biodiversität zu fördern und wollen mit positivem Beispiel auf den großen und öffentlich zugänglichen Grünflächen vorangehen“, betont Prof. Dr. Susanne Tittlbach, Vizepräsidentin für Digitalisierung, Innovation und Nachhaltigkeit.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Universität Bayreuth „Artenvielfalt in urbanen Räumen: Bayreuther Stadtnatur und die UBT“ bei der Veranstaltungsreihe „Stadtgespräch“ zum Thema gemacht. Der Vortrag von Prof. Dr. Elisabeth Obermaier, Robert Pfeifer und Thomas Pickel kann jederzeit auf Youtube nachgehört werden: https://www.youtube.com/watch?v=-psvWL7sjnk&list=PLq8ER4S3y9W5TL8LNbtO0cXF4Gy4ctrWr&index=1.

Damit Bayreuth Vorzeigestadt für urbane Insektenlebensräume wird, ruft der Verein „Die Summer e.V.“ alle Bewohner*innen Bayreuths und darüber hinaus auf, sich am „Mähfreien Mai“ zu beteiligen. Weitere Informationen auf https://urbane-insektenbiotope.de/termin/maehfreier-mai/ .

Dr. Birgit ThiesBayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER) | Universität Bayreuth

Telefon: +49 (0)921 / 55-5700
E-Mail: birgit.thies@uni-bayreuth.de
www.bayceer.uni-bayreuth.de
Universität Bayreuth
Dr.-Hans-Frisch-Straße 1-3, 95448 Bayreuth

Jennifer Opel

Jennifer Opel (im Mutterschutz / Elternzeit)Stellv. Pressesprecherin

Telefon: +49 (0)921 / 55-5357
E-Mail: jennifer.opel@uni-bayreuth.de