Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 021/2024, 23.02.2024

Lebensqualität von Lungenkrebspatienten im Fokus

Seit Februar 2024 wird unter der gemeinsamen Leitung von Professor Martin Emmert aus Bayreuth und den Partnerinstitutionen ein System geprüft, das sich intensiv mit der Verbesserung der Lebensqualität von Lungenkrebspatienten befasst. Das Überwachungssystem soll durch die aktive Beteiligung von Patient*innen und Ärzt*innen zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. 

Jedes Jahr wird in Deutschland bei etwa 57.500 Menschen Lungenkrebs diagnostiziert. Die Symptome dieser Erkrankung, wie anhaltender Husten, Atemnot und Gewichtsverlust, können die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Zudem führt die häufig spät gestellte Diagnose zu psychosozialen Nöten wie Angst und Unsicherheit. In einem innovativen Ansatz zur Verbesserung der Situation von Lungenkrebspatienten läuft seit Dezember 2022 ein gemeinsames Forschungsprojekt der Universität Bayreuth, der Universität Regensburg und des Universitätsklinikums Regensburg namens „LePaLuMo“ (Verbesserung der Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit Lungenkarzinom durch präferenzorientiertes Lebensqualitäts-Monitoring in Verknüpfung mit Krebsregisterdaten“).

Unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Emmert, Inhaber der Professur für Gesundheitsökonomie, Qualitätsmanagement und Präferenzforschung in der Onkologie an der Universität Bayreuth, wird das Projekt mit insgesamt rund 1,3 Millionen Euro vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert. Das Ziel des Projekts „LePaLuMo“ ist die Verbesserung der Lebensqualität von Lungenkrebspatienten.

Seit dem Start des Projekts haben die Forscher bereits eine Vielzahl von Analysen und Auswertungen durchgeführt, die in die Entwicklung eines webbasierten Lebensqualitäts-Monitoring-Systems eingeflossen sind. Seit Februar 2024 wird nun eine Studie durchgeführt, um die Wirksamkeit des Systems zu überprüfen. Dabei werden zwei Gruppen von jeweils 110 Patienten gebildet, von denen eine Gruppe Zugang zu den online dargestellten Lebensqualitätsergebnissen erhält. Die Patienten beider Gruppen werden monatlich einen standardisierten Fragebogen zur Lebensqualität ausfüllen, wobei die eine der beiden nach dem Zufallsprinzip zusammengesetzten Gruppen aktiv Hinweise auf weiterführende Therapien erhält.

Weiterführende Therapien sind ein wichtiger Aspekt bei der Verbesserung der Lebensqualität von Lungenkrebspatienten. Dazu wurde in den Regionen Oberpfalz und Niederbayern sowie in Oberfranken ein regionales Versorgungsnetzwerk für Lungenkrebs aufgebaut. Dieses Netzwerk setzt sich aus verschiedenen Disziplinen unter Einbindung spezifischer Experten relevanter Therapiebereiche zusammen (z.B. Atem-, Physio-, Schmerztherapie, Ernährungs- und psychoonkologische Beratung). Bisherige Auftakttreffen und zukünftige, regelmäßige Qualitätszirkel sollen die regionale Vernetzung und einen gemeinsamen Austausch fördern, um eine optimale Versorgung sicherzustellen.Prof. Dr. Martin Emmert betont: „Die individuellen Bedürfnisse von Menschen mit Lungenkrebs stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Indem wir Betroffene aktiv einbinden, wollen wir ihre Behandlung und das Arzt-Patienten-Verhältnis stärken.“

Dabei soll die regelmäßige Erfassung der Lebensqualität und die Einsicht der Patientinnen und Patienten in ihre Daten eine intensivere Auseinandersetzung mit ihrem Gesundheitsstatus ermöglichen und eine ganzheitliche Arzt-Patienten-Kommunikation fördern.

Prof. Dr. Martin Emmert.

Prof. Dr. Martin Emmert

Gesundheitsökonomie, Qualitätsmanagement und Präferenzforschung in der Onkologie
Universität Bayreuth

Telefon: +49 (0)921 / 55-4827
E-Mail: martin.emmert@uni-bayreuth.de

Jennifer Opel

Jennifer Opel (im Mutterschutz / Elternzeit)Stellv. Pressesprecherin

Telefon: +49 (0)921 / 55-5357
E-Mail: jennifer.opel@uni-bayreuth.de