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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 035/2026, 04.05.2026

KI als Hebel für effizientere Prozessanalyse in der Verwaltung

Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ist eine zentrale Voraussetzung für effiziente Prozesse sowie die Entlastung der Mitarbeitenden. Allerdings ist die Prozessanalyse in der Praxis häufig durch manuelle und zeitintensive Tätigkeiten geprägt. Forschende unter der Leitung von Prof. Dr. Anna-Maria Oberländer – Juniorprofessorin für Wirtschaftsinformatik und Digitale Transformation der Universität Bayreuth – haben untersucht, wie Künstliche Intelligenz den Aufbau und die Weiterentwicklung von Prozessmanagement in der öffentlichen Verwaltung gezielt unterstützen kann.

KI-generierte Grafik mit einem Behördengebäude und digitalen Strömen aus Prozessen

„Die manuelle Prozessanalyse ist ein Engpass für die Digitalisierung“, sagt Prof. Dr. Anna-Maria Oberländer, wissenschaftliche Leiterin des Whitepapers, das unter Federführung der Universität Bayreuth veröffentlicht wurde. KI-gestützte Prozessanalysetools könnten diesen Engpass deutlich reduzieren, indem sie repetitive Aufgaben automatisieren und datenbasierte Auswertungen ermöglichen. „KI ist dabei kein Ersatz, sondern eine Ergänzung menschlicher Expertise“, betont Dr. Thomas Kreuzer, Post-Doc an der Universität Bayreuth und weiterer Autor des Whitepapers.

Auf Basis einer umfassenden Marktanalyse, eines strukturierten Bewertungsansatzes und eines mehrmonatigen Praxistests identifizierten die Forschenden im Whitepaper drei besonders relevante Anwendungsfelder für die KI-gestützte Prozessanalyse:

  • Prozessmodellierung: Automatisierte Erstellung von Prozessmodellen
  • Prozesskonformität: Automatisierter Vergleich von Prozessabläufen mit (gesetzlichen) Vorgaben
  • Prozessverbesserung: Automatisierte Generierung von Empfehlungen zu Prozessänderungen anhand verschiedener Ziele

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass der erfolgreiche Einsatz von KI maßgeblich von der Qualität der Eingabedaten sowie der menschlichen Validierung der Ergebnisse abhängt.

Neben der Bewertung konkreter KI-gestützter Prozessanalysetools liefert das Whitepaper praxisnahe Handlungsempfehlungen für die Auswahl und nachhaltige Integration von KI in organisatorische Abläufe. Die Ergebnisse sind dabei nicht nur für die öffentliche Verwaltung relevant, sondern lassen sich auch auf andere Branchen übertragen.

Die Ausarbeitung der Studie war Teil des Projekts „Bridging the Gap: Human-Centric Digital Transformation in Public Administration“, an dem neben der Universität Bayreuth das FIM Forschungsinstitut für Informationsmanagement und die byte – Bayerische Agentur für Digitales beteiligt sind. Das Projekt wird durch die VolkswagenStiftung gefördert.

Das Whitepaper steht unter folgendem Link zur Verfügung: https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/8942/1/KI_in_der_Prozessanalyse.pdf

Logo des Forschungsinstituts für Informationsmanagement
Logo der Volkswagen Stiftung
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Dr. Anna Maria Oberländer

Prof. Dr. Anna Maria Oberländer

Juniorprofessorin für Wirtschaftsinformatik und Digitale Transformation
Universität Bayreuth