Das Vorhaben läuft von März bis September 2026 und ist eng in die Entwicklung einer gemeinsamen Digital- und KI-Strategie für die staatlichen Museen und Sammlungen in Bayern eingebettet, die durch eine Digitalkuratorin der staatlichen Museen vorangetrieben wird. Die Universität Bayreuth übernimmt in diesem Projekt die Leitung und Ausführung von der Identifikation möglicher Anwendungsfälle bis zur Evaluation der Prototypen. Zum Projektstart wurden in einer ersten Phase mehrere nutzendenzentrierte Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Museen durchgeführt. Ziel dieser Auftaktphase war es, ein gemeinsames Verständnis für die konkreten Herausforderungen der Museen sowie für die Potenziale und Grenzen von KI zu entwickeln und darauf aufbauend erste KI-Anwendungsfelder zu identifizieren.
Grundlage der Workshops bildete eine vorgelagerte Analyse internationaler Erfolgsbeispiele sowie aktueller technologischer Entwicklungen. Darauf aufbauend wurden zahlreiche Ideen entlang der zentralen Museumsaufgaben erarbeitet, vom Sammeln und Erschließen über das Bewahren und die wissenschaftliche Arbeit bis hin zur Vermittlung und Besucherinteraktion.
Die bislang identifizierten Ansätze verdeutlichen die Bandbreite möglicher Einsatzszenarien im Museumskontext. Dazu gehören unter anderem die KI-gestützte Analyse und Bereinigung von Sammlungsdaten, die automatisierte Verschlagwortung von Objekten auf Basis von Bild- und Textdaten, personalisierte Vermittlungsangebote und digitale Rundgänge sowie die Unterstützung bei der Beantwortung von Besucheranfragen.
„Der erfolgreiche Start mit den Workshops zeigt, wie groß das Interesse und das Potenzial für den Einsatz von KI in Museen ist“, erklärt Prof. Dr. Torsten Eymann vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Digitale Gesellschaft der Universität Bayreuth. „Insbesondere im Umgang mit großen und heterogenen Datenbeständen eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Museumsarbeit.“
Im weiteren Projektverlauf werden die identifizierten Anwendungsfelder weiter konkretisiert und einer systematischen techno-ökonomischen Bewertung unterzogen. Ziel ist es, diejenigen Ansätze auszuwählen, die technisch realisierbar, wirtschaftlich sinnvoll und für die Museumsarbeit besonders wertvoll sind. Diese sollen anschließend prototypisch umgesetzt und im Museumsbetrieb erprobt werden.
Über die beteiligten Häuser hinaus verfolgt das Projekt das Ziel, Impulse für die gesamte bayerische Museumslandschaft zu setzen. Die im Projekt entwickelten Ansätze und Prototypen sollen anderen Museen als Orientierung und Blaupause dienen, um den Einsatz von KI strukturiert, praxisnah und bedarfsorientiert zu gestalten.