Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 77/2026, 30.09.2026
Bayreuther Erfolg in der Global Minds Initiative
Ein weiterer Fördererfolg für den Exzellenzcluster „Africa Multiple“ der Universität Bayreuth: Im Rahmen der DFG-Initiative „Global Minds in DFG-Verbünden“ wird Prof. Dr. Salome A. Bukachi von der University of Nairobi als „Mercator Fellow Global“ über mehrere Jahre in die Forschung des Clusters eingebunden. Für das Vorhaben ist eine Förderung von rund 550.000 Euro vorgesehen.
Die Förderinitiative „Global Minds in DFG-Verbünden“ ist Teil des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) getragenen 1000-Köpfe-Plus-Programms. Mit dem Programm sollen international ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für eine längerfristige Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen in Deutschland gewonnen werden.
Global Minds Initiative
Das Fördermodul „Mercator Fellow Global“ richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die weiterhin an ihrer Einrichtung im Ausland tätig bleiben und zugleich intensiv in einen DFG-geförderten Forschungsverbund in Deutschland eingebunden werden. Für Salome Bukachi vom Institut für Anthropologie, Gender und Afrikawissenschaften der University in Nairobi bedeutet dies eine mehrjährige Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster Africa Multiple sowie längere Forschungsaufenthalte an der Universität Bayreuth.
Für Africa Multiple ist die Förderung ein besonderer Erfolg. Sie stärkt die internationale Vernetzung des Clusters und unterstützt zugleich das Ziel, die geistes- und sozialwissenschaftlich geprägte Afrikaforschung stärker mit weiteren Forschungsfeldern der Universität Bayreuth zu verbinden.
„Mit Salome Bukachi gewinnen wir eine hervorragende Wissenschaftlerin, deren Forschung ausgezeichnet zur wissenschaftlichen Agenda in der zweiten Phase von Africa Multiple passt. Die Global Minds Initiative ermöglicht uns, eine langfristige Zusammenarbeit aufzubauen und ihre Expertise eng in den Cluster einzubinden“, erklärt Prof. Dr. Rüdiger Seesemann, Sprecher des Exzellenzclusters Africa Multiple.

Forschung zu Zoonosen in Kenia und Uganda
Im Rahmen ihres Mercator-Fellowships untersucht Salome Bukachi, wie das Wissen von Menschen vor Ort zur früheren Erkennung von Zoonosen beitragen kann. Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können. Bukachi verbindet dabei Medizinanthropologie mit dem One-Health-Ansatz, der die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt gemeinsam betrachtet.
Geforscht wird in Kajiado in Kenia und Nakaseke in Uganda. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Krankheitsanzeichen Menschen im Alltag wahrnehmen und wie dieses Wissen besser in bestehende Frühwarnsysteme einbezogen werden kann. Dabei untersucht das Projekt, wie Aufgabenverteilung, Geschlechterrollen und gesellschaftliche Strukturen die Prävention und Bekämpfung zoonotischer Krankheiten beeinflussen, zum Beispiel wer Warnsignale erkennt und weitergibt.
„Menschen, die täglich mit Tieren leben und arbeiten, verfügen über Wissen, das für die Früherkennung von Krankheiten sehr wichtig sein kann. Ich freue mich darauf, diese Fragen gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen in Bayreuth weiterzuverfolgen. Die Verbindung von Afrikaforschung und Gesundheitswissenschaften bietet dafür ein besonders spannendes Umfeld“, sagt Prof. Dr. Salome A. Bukachi.
Afrikaforschung und Gesundheitswissenschaften verbinden
Im Exzellenzcluster verspricht Bukachis Projekt besondere Synergien mit der Research Section „Ecologies“. Dort werden sozial- und geisteswissenschaftliche Ansätze mit natur- und gesundheitswissenschaftlichen Perspektiven verbunden. Das Projekt steht damit beispielhaft für die fachübergreifende Ausrichtung von Africa Multiple in seiner zweiten Förderphase.
Bei der Vorbereitung des erfolgreichen Antrags wurde Bukachi auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Bayreuth unterstützt. Vor allem Tim Dorlach, Juniorprofessor für Globale Ernährungs- und Gesundheitspolitik am Campus Kulmbach, war beratend an der Antragstellung beteiligt.
Langfristige Einbindung in Bayreuth
Das Vorhaben läuft von August 2027 bis September 2031. Bukachi wird in drei Forschungsphasen insgesamt 32 Monate an der Universität Bayreuth verbringen und während des Fellowships Mitglied des Exzellenzclusters sein.
„Die erfolgreiche Einbindung einer Mercator Fellow Global unterstreicht die internationale Attraktivität der Universität Bayreuth als Forschungsstandort. Zugleich stärkt das Projekt die Zusammenarbeit zwischen unseren etablierten Schwerpunkten in der Afrikaforschung und den Gesundheitswissenschaften“, sagt Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Leible, Präsident der Universität Bayreuth.
Über den Exzellenzcluster Africa Multiple
Der Exzellenzcluster „Africa Multiple: Reconfiguring African Studies“ wird seit 2019 im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert. Seit 2026 befindet er sich in seiner zweiten Förderphase, die bis Ende 2032 läuft. Unter dem Leitgedanken „World(s) and Worldmaking“ forscht der Cluster in den sechs Bereichen Accumulation, Digitalities, Ecologies, In/Securities, Re:membering und Translating. Ziel ist es, Afrikastudien neu zu denken, unterschiedliche Wissensformen und Disziplinen stärker miteinander zu verbinden und bestehende Ungleichheiten in der Afrika-bezogenen Wissensproduktion schrittweise abzubauen.

Sabine GreinerAcademic Journalist Exzellenzcluster "Africa Multiple"
Telefon: 0921 / 55-4795
E-Mail: sabine.greiner@uni-bayreuth.de
https://www.africamultiple.uni-bayreuth.de/en/

Jennifer OpelStellv. Pressesprecherin Universität Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5893
E-Mail: pressestelle@uni-bayreuth.de