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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 069/2023, 26.05.2023

Einzigartige Professur an der Universität Bayreuth neu besetzt

Die Universität Bayreuth hat den Mykologen Prof. Dr. Claus Bässler auf die deutschlandweit einzige Professur für Pilzökologie berufen.

Pilze sind sowohl in der Medizin als auch in unseren Ökosystemen und in vielen Bereichen des täglichen Lebens wichtig. Daneben werden Medikamente oder auch Nahrungsmittel durch Pilze erzeugt, wie zum Beispiel Brot, Wein oder Bier. Bisher sind aber erst zirka 100.000 von geschätzten 1,5 - 4 Millionen Pilzarten bekannt. Auch deshalb ist es wichtig, dass die Forschung in diesem Bereich weiter vorangebracht wird.

Bedeutung der Pilze aufzeigen

„Der Bereich Ökologie wird seit jeher in die Tier- und Pflanzenökologie unterteilt“, sagt Prof. Dr. Claus Bässler. „Pilze und somit die Pilzökologie gab es als eigenständige Fachdisziplin noch nicht.“ Daher sei für ihn diese Stelle ideal gewesen. „Bisher hat das Organismenreich der Pilze in Lehre und Forschung im Vergleich zu Pflanzen und Tieren eine viel geringere Rolle gespielt in unserer universitären Landschaft“, sagt er.

„Nun kann ich durch meine Forschung an der Universität Bayreuth dazu beitragen, dass Pilze eine wichtigere Rolle auch in der Wahrnehmung außerhalb der Pilz-Enthusiasten einnehmen.“ Bässler forscht an den Auswirkungen anthropogenen Handelns auf die Pilzdiversität auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen. Hierbei liegt der Schwerpunkt in den Bereichen Klimawandel und Landnutzung.

An der Universität Bayreuth hatte bisher Prof. Dr. Gerhard Rambold die Professur für Mykologie inne. Rambold forschte im Bereich der Pilze, arbeitete aber auch in den Bereichen Systematik und Taxonomie. Die Disziplin „Pilzökologie“, die Prof. Dr. Claus Bässler nun betreut, dockt an die Ökologie als wissenschaftliche Disziplin an, spezialisiert sich aber eben auf Pilze und ergänzt damit das starke bereits vorhandene Feld der Pflanzen- und Tierökologie an der Universität Bayreuth.

„Die Universität Bayreuth hat eine über viele Jahre gewachsene, hervorragende Expertise im Bereich der Pflanzen- und Tierökologie. Nachdem Prof. Gerhard Rambold, der die Abteilung der Mykologie leitete, in den Ruhestand gegangen war, war es für uns wichtig, hier eine neue Professur für Pilzökologie zu schaffen, da das Profilfeld der Ökologie und Umweltwissenschaften ein Kernthema unserer Universität ist“, sagt Prof. Dr. Stefan Leible, Präsident der Universität Bayreuth. „Die internationale Spitzenforschung in den Bereichen Globaler Wandel, Biodiversität, Ökosysteme und Umweltschutz sowie eine exzellente Ausbildung für Nachwuchsforscherinnen und -forscher liegt uns am Herzen, weswegen wir diese einzigartige Professur erhalten.“

Einflüsse des Klimawandels im Fokus

Die Forschung von Prof. Dr. Claus Bässler nimmt die Entwicklung der Wälder in Zeiten des Klimawandels in den Fokus. „Ich konzentriere mich darauf zu erforschen, wie die Wälder behandelt werden müssen, um die Pilzdiversität zu erhalten. Im Bereich der angewandten Ökologie und dem Waldnaturschutz arbeite ich sehr eng mit den Stakeholdern zusammen, um konkrete evidenzbasierte Empfehlungen geben zu können. In Zukunft möchte ich noch intensiver daran arbeiten, die Mechanismen zwischen Pilzdiversität und den damit verbundenen ökosystemaren Prozessen (beispielsweise Kohlenstoff- und Nährstoffkreislauf) besser zu verstehen“, sagt Bässler.

Zudem kann sich Bässler in seinem neuen Tätigkeitsfeld auf Pilz-Pflanze-Tier-Interaktionen konzentrieren. „Pilzgemeinschaften sind für das Funktionieren der weltweiten Ökosysteme von entscheidender Bedeutung, insbesondere durch ihre Interaktionen mit Pflanzen und Tieren. Wichtige Ökosystemprozesse, die mit den Merkmalen von Pilzgemeinschaften in Zusammenhang stehen, sind z.B. die Primärproduktion, der Abbau von organischem Material, die Dynamik von Krankheitserregern und komplexe heterotrophe Nahrungsnetze.“

Die Dynamik der Pilzvielfalt zur Aufrechterhaltung der Ökosystemfunktionalität über Raum und Zeit bei sich ändernden Umweltbedingungen sei noch unzureichend verstanden, sagt Bässler. Daher ist es aktuell nicht möglich, die Resilienz von Ökosystemen infolge der Nutzung menschlicher Ressourcen und des Klimawandels präzise vorherzusagen. Einige dieser Wissenslücken wird Prof. Claus Bässler durch seine Forschung an der Universität Bayreuth schließen.

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Claus Bässler

Prof. Dr. Claus BässlerProfessur für Pilzökologie


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Jennifer Opel

Jennifer Opel (im Mutterschutz / Elternzeit)Stellv. Pressesprecherin

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