Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 057/2026, 24.07.2026
Digitalisierung und Automatisierung für nachhaltige Batterien

What for?
Die zunehmende Verbreitung der Elektromobilität führt in Zukunft zu einer wachsenden Anzahl an gebrauchten und teilweise auch defekten Batterien. Diese Entwicklung stellt sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar, da Batteriesysteme einen erheblichen materiellen und wirtschaftlichen Wert enthalten. Derzeit werden ausgediente Batterien jedoch überwiegend stofflich recycelt, wobei ein großer Teil dieses Wertes verloren geht, da die komplexen Komponenten nicht wieder genutzt, sondern lediglich in ihre Rohstoffe zerlegt werden. Remanufacturing bietet hier eine nachhaltige Alternative, da es die Lebensdauer verlängert sowie Ressourcenverbrauch und CO₂-Emissionen reduziert.
Allerdings ist die Batterieaufarbeitung heute noch stark manuell geprägt, wenig digitalisiert und schwer skalierbar. Das Projekt untersucht daher, wie eine effiziente, digital unterstützte und sichere Remanufacturing-Prozesskette aufgebaut werden kann.
Die Universität Bayreuth beteiligt sich an einem neuen, zukunftsweisenden Forschungsprojekt zur nachhaltigen Nutzung von Batterien. Im Projekt „DigiBattCycle – Digitalisierung und Automatisierung in der Batterieaufarbeitung für eine kreislauforientierte Wertschöpfung“ untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie gebrauchte Batterien effizienter wiederaufgearbeitet und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden können. Das Projekt reagiert dabei auf eine zentrale Herausforderung der Energiewende: die Anzahl defekter Batteriesysteme.
Mehr Effizienz durch digitale Prozesse
Ziel von DigiBattCycle ist die Entwicklung einer skalierbaren, digital unterstützten und sicherheitsoptimierten Prozesskette für das sogenannte Remanufacturing von Batterien. Dieser Ansatz verlängert die Lebensdauer von Batteriesystemen und reduziert sowohl den Ressourcenverbrauch als auch die CO₂-Emissionen im Vergleich zur Neuproduktion erheblich. Aktuell ist die Wiederaufarbeitung von Batterien stark durch manuelle Arbeit, geringe digitale Vernetzung und begrenzte Skalierbarkeit geprägt. Das Projekt setzt genau hier an und entwickelt innovative Lösungen zur Automatisierung, Digitalisierung und Prozessoptimierung der Batterieaufarbeitung.
Universität Bayreuth übernimmt zentrale Rolle
Die Universität Bayreuth übernimmt im Konsortium eine führende Rolle und leitet das Projekt. Zu den zentralen Aufgaben gehören unter anderem die Analyse bestehender Aufarbeitungsprozesse und Identifikation von Effizienzpotenzialen. Darauf aufbauend wird ein skalierbares Automatisierungskonzept entwickelt und ein Demonstrator mit Robotersystem im Labor aufgebaut. Zusätzlich wird eine Datenschnittstellen zur internationalen Vernetzung implementiert.
Zur internationalen Validierung werden zwei miteinander vernetzte Demonstratoren in Deutschland und Südkorea eingesetzt, um die Übertragbarkeit der entwickelten Lösungen unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen zu prüfen.
Internationale Zusammenarbeit und Förderung
Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „CircularGlowUp – Globale Wertschöpfung: Umdenken und Perspektiven für eine kreislauffähige Zukunft“ im Programm „Zukunft der Wertschöpfung“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Das Gesamtfördervolumen beträgt rund 3,83 Millionen Euro, davon entfallen etwa 609.000 Euro auf die Universität Bayreuth. Die Projektlaufzeit erstreckt sich vom 1. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2029.
Beitrag zu Kreislaufwirtschaft und Rohstoffsouveränität
„Unser Projekt sorgt dafür, dass Produkt- und Materialkreisläufe geschlossen werden. Dadurch wird nicht nur Abfall reduziert, sondern auch die europäische Rohstoffsouveränität gestärkt“, sagt Gregor Ohnemüller, Akademischer Rat und Gruppenleiter am Lehrstuhl für Umweltgerechte Produktionstechnik der Universität Bayreuth. Mit DigiBattCycle leistet die Universität Bayreuth einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft und zur Zukunft der Elektromobilität.
Die Projektpartner:
Universität Bayreuth
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
LTB Lasertechnik Berlin GmbH
ReLioS e.V.
Dropslab Technologies S.à r.l.
Withforce Inc.
POEN Co., Ltd.



Gregor OhnemüllerAkademischer Rat und Gruppenleiter
Lehrstuhl für Umweltgerechte Produktionstechnik
Lehrstuhl für Umweltgerechte Produktionstechnik
Tel.: +49 921 55-7311
E-Mail: Gregor.Ohnemüller@uni-bayreuth.de

Jennifer OpelStellv. Pressesprecherin Universität Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5893
E-Mail: jennifer.opel@uni-bayreuth.de