Vom 22. bis 24. Oktober kommen internationale Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen und Kulturschaffende in Bayreuth zusammen, um über die Welten nachzudenken, die wir erben, die wir hinter uns lassen und die wir gemeinsam gestalten möchten. Das African Feminisms Gathering eröffnet einen Austausch über künstlerische Praktiken, gesellschaftliche Veränderungen und die Bedeutung feministischer Perspektiven für Erinnerung und Zukunftsgestaltung. Afrikanische Feminismen eröffnen vielfältige Perspektiven auf Kunst, Geschichte und Gesellschaft. Als künstlerische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Praktiken hinterfragen sie bestehende Wissensordnungen, machen unterschiedliche Erfahrungen sichtbar und ermöglichen neue Beziehungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Ein Höhepunkt des Eröffnungsabends am 22. Oktober ist die Okwui Enwezor Distinguished Lecture der kenianischen Künstlerin Syowia Kyambi. Am selben Abend wird die von Prof. Dr. Natasha A. Kelly kuratierte Ausstellung Beyond the Sweet and Obvious: African Feminisms Refracted eröffnet, die bis zum 15. Februar 2027 im Iwalewahaus zu sehen ist. Das begleitende Veranstaltungsprogramm erstreckt sich über das Wintersemester.
Ausgangspunkt der Ausstellung ist die Forderung der nigerianischen Künstlerin Colette Omogbai nach einem „neuen Blick auf die Kunst“ aus dem Jahr 1965. Afrikanische Feminismen bilden die Linse, durch die die Sammlung und ihre Geschichte neu betrachtet werden. Historische Werke, zeitgenössische künstlerische Positionen, Archivmaterialien und Schwarze diasporische Geschichten treten in neue Beziehungen. Die Ausstellung eröffnet damit Fragen danach, wessen Kunst und Wissen sichtbar werden, wie Geschichte erinnert wird und wer ihre Deutung mitgestaltet.
„Afrikanische Feminismen eröffnen uns einen neuen Blick auf die Sammlung des Iwalewahauses und ihre Geschichte. Es geht darum, vertraute Zuschreibungen zu hinterfragen, bislang übersehene Perspektiven sichtbar zu machen und neue Beziehungen zwischen Kunst, Erinnerung und Wissen zu schaffen. Damit verändert sich auch unser Verständnis davon, was eine Sammlung sein kann: ein lebendiger Ort der Forschung, des Austauschs und der gemeinsamen Wissensproduktion“, erklärt Prof. Dr. Natasha A. Kelly, Professorin für Global African Arts und wissenschaftliche Direktorin des Iwalewahaus.
Mit seiner Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst aus Afrika und transnationalen künstlerischen Zusammenhängen, seinen Archiven und seiner Einbindung in die Afrikaforschung der Universität Bayreuth bietet das Iwalewahaus einen besonderen Ausgangspunkt für diesen Dialog. African Feminisms: Refractions verbindet diese institutionelle Geschichte mit aktuellen künstlerischen und wissenschaftlichen Perspektiven und stärkt den Austausch zwischen Afrika, der afrikanischen Diaspora und Bayreuth.