Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 68/2026, 09.09.2026
Klimalabor Oberfranken startet: Universität Bayreuth forscht gemeinsam mit Kommunen an klimaneutralen Gebäuden
Mit dem Projekt „Klimalabor Oberfranken“ startete die Universität Bayreuth zum 1. September 2026 ein neues Forschungsvorhaben zur Entwicklung klimaneutraler Energiekonzepte für öffentliche Gebäude. Beim Auftakttreffen am 9. September kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Kommunen und Praxis zusammen, um die Zusammenarbeit im Projekt offiziell zu beginnen.
Das Vorhaben wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) mit rund 575.000 Euro gefördert. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betont: "Das Klimalabor testet neue Energiekonzepte und vereint dabei Forschung, Verwaltung und die Umsetzung auf kommunaler Ebene. Entscheidend ist es, neue Wege auszuprobieren und einfache Lösungen für komplexe Fragestellungen zu finden. Die Entlastung von Kommunen steht dabei für uns an erster Stelle. Das Projekt Klimalabor Oberfranken setzt genau hier an."

Gemeinsam mit den Kommunen Bayreuth und Eggolsheim entwickelt und untersucht die Universität Bayreuth innovative Lösungen für die Energieversorgung öffentlicher Nichtwohngebäude, beispielsweise von Schulen, Verwaltungsgebäuden oder Mehrzweckhallen. Ziel ist es, praxistaugliche und auf andere Kommunen übertragbare Konzepte für eine klimafreundliche Energieversorgung zu erarbeiten.
Die wissenschaftliche Arbeit übernimmt das Zentrum für Energietechnik (ZET) der Universität Bayreuth. Im Mittelpunkt stehen die Simulation und das Betriebsmonitoring moderner Energiesysteme. Mithilfe innovativer Optimierungsverfahren lassen sich unterschiedliche technische Varianten und Betriebsstrategien schnell vergleichen und bewerten. Dadurch können die jeweils effizientesten Lösungen identifiziert und Unsicherheiten bereits in der Planungsphase reduziert werden.
„Kommunen stehen vor der Herausforderung, ihre Gebäude klimafreundlich und zugleich wirtschaftlich zu betreiben. Mit dem Klimalabor Oberfranken schaffen wir eine wissenschaftlich fundierte Plattform, auf der wir gemeinsam mit unseren Partnern verschiedene Versorgungs- und Anlagenkonzepte analysieren, bewerten und weiterentwickeln können“, sagt Dr.-Ing. Florian Heberle, Geschäftsführer des Zentrums für Energietechnik der Universität Bayreuth. „Unser Ziel ist es, konkrete und übertragbare Lösungen für die Energiewende vor Ort zu entwickeln und damit den Kommunen eine belastbare Entscheidungsgrundlage für künftige Investitionen bereitzustellen.“
Zu den im Projekt betrachteten Anwendungsfällen zählen die Staatliche Berufsschule Bayreuth, deren Energiesystem einen innovativen Eis-Energiespeicher in Kombination mit einer Wärmepumpe umfasst, sowie ein Fernwärmeprojekt in Eggolsheim, das unter anderem eine Schule und eine Mehrzweckhalle versorgt. Die dort gewonnenen Erkenntnisse sollen als Best-Practice-Beispiele für weitere Kommunen nutzbar gemacht werden.
Flankiert wird das Klimalabor durch das Projekt „POTTENZIAL“, das von der Oberfrankenstiftung gefördert wird. Im Mittelpunkt steht dabei die energetische Weiterentwicklung des Schullandheims Pottenstein. Neben der technischen Umsetzung innovativer Energielösungen werden hier digitale Bildungsangebote entwickelt, die Schülerinnen und Schülern die Auswirkungen von Energieverbrauch, Nutzerverhalten und Klimaschutz anhand realer Betriebsdaten veranschaulichen.
Ein zentraler Bestandteil des Klimalabors ist der Wissenstransfer in die Region. Die Projektergebnisse werden über die Kooperationsplattform RegioCOP in den Austausch zwischen Kommunen, Unternehmen, Wissenschaft und weiteren Akteuren eingebracht. Die Plattform wird maßgeblich durch die Professur für Stadt- und Regionalentwicklung von Prof. Dr. Manfred Miosga an der Universität Bayreuth mitgestaltet und unterstützt die Vernetzung regionaler Akteure in den Bereichen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Energieversorgung. Durch Workshops, Fachveranstaltungen und Vernetzungsangebote sollen insbesondere kommunale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager von den gewonnenen Erkenntnissen profitieren.
Mit dem Klimalabor Oberfranken stärkt die Universität Bayreuth ihre Aktivitäten im Bereich nachhaltiger Energiesysteme und leistet gemeinsam mit ihren Partnern einen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende in der Region.

Dr.-Ing. Florian HeberleZET-Geschäftsführer, Zentrum für Energietechnik (ZET)
Telefon: 0921 / 55-6803
E-Mail: florian.heberle@uni-bayreuth.de
http://www.lttt.uni-bayreuth.de
http://www.zet.uni-bayreuth.de

Dr. Stefan Fehm-DanoglidisPressesprecher, Hochschulkommunikation
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