Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 076/2026, 28.09.2026
Zwei EU-Netzwerke, eine Mission: Fachkräfte für die OLED-Technologien von morgen
Mit zwei erfolgreich koordinierten Marie-Skłodowska-Curie-Doktorandennetzwerken stärkt die Universität Bayreuth Europas Innovationskraft in der Displaytechnologie und auf dem Hightech-Arbeitsmarkt

OLED- Forschungsteam aus Italien, Deutschland, Litauen und Indien in einem Laserlabor auf dem Campus der Universität Bayreuth.
Christian Wißler / Universität Bayreuth
Die Universität Bayreuth hat in den vergangenen Jahren gleich zwei aufeinanderfolgende europäische Doktorandennetzwerke im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen erfolgreich koordiniert. Die beiden von der EU geförderten Verbünde TADFlife und TADFsolutions widmeten sich der Entwicklung einer neuen Generation organischer Leuchtdioden (OLEDs), die energieeffizienter, langlebiger und zugleich kostengünstiger herzustellen sind. Ein besonderer Fokus lag auf sogenannten lösungsprozessierbaren Materialien, die sich künftig ähnlich wie Druckfarben verarbeiten und beispielsweise mittels Inkjet-Druck auf flexible Trägermaterialien aufbringen lassen könnten
Dass eine Universität zwei derart anspruchsvolle europäische Doktorandennetzwerke in direkter Folge einwirbt und leitet, ist außergewöhnlich. Noch bemerkenswerter ist jedoch die Bilanz am Ende der Förderperiode: Neben wissenschaftlichen Fortschritten entstand ein internationales Ausbildungsumfeld, das hochqualifizierte Fachkräfte für Forschung, Industrie und Innovation in Europa hervorgebracht hat.
„Der eigentliche Erfolg dieser Netzwerke zeigt sich nicht nur in wissenschaftlichen Publikationen oder technologischen Fortschritten, sondern vor allem in den Menschen, die daraus hervorgegangen sind“, sagt Prof. Dr. Anna Köhler, Inhaberin des Lehrstuhls für Optoelektronik weicher Materie an der Universität Bayreuth und Koordinatorin beider Verbünde. „Unsere Doktorandinnen und Doktoranden haben in einem internationalen Umfeld gelernt, wissenschaftliche Exzellenz mit interdisziplinärem Denken, Unternehmergeist und Praxiserfahrung zu verbinden. Genau solche Fachkräfte braucht Europa, um neue Technologien erfolgreich in Innovationen und wirtschaftliche Wertschöpfung zu überführen.“
OLED-Technologien sind heute eine Schlüsselkomponente moderner Displays in Smartphones, Fernsehern, Tablets oder medizinischen Anwendungen. Die europäischen Netzwerke TADFlife und TADFsolutions verfolgten das Ziel, Materialien und Konzepte für OLEDs zu entwickeln, die eine höhere Energieeffizienz, größere Farbreinheit und eine längere Lebensdauer ermöglichen. Besonderes Augenmerk galt dem Forschungsansatz der „thermisch aktivierten verzögerten Fluoreszenz“ (TADF), der eine effizientere Nutzung elektrischer Energie in organischen Leuchtdioden ermöglicht
Die wissenschaftliche Arbeit war dabei eng mit einem strukturierten Ausbildungsprogramm verknüpft. Doktorandinnen und Doktoranden aus zahlreichen Ländern arbeiteten in internationalen Teams, absolvierten Forschungsaufenthalte bei Industriepartnern und erhielten zusätzliche Qualifikationen in Bereichen wie Wissenschaftskommunikation, Projektmanagement, Entrepreneurship und Technologietransfer. Dieses Konzept gehört zum Kern der Marie-Skłodowska-Curie-Doktorandennetzwerke der Europäischen Union. Ziel ist es, junge Forschende nicht nur wissenschaftlich auszubilden, sondern sie gezielt auf Karrieren in Wissenschaft, Industrie und innovativen Unternehmen vorzubereiten.
Gerade im Bereich moderner Display- und Halbleitertechnologien steht Europa im intensiven globalen Wettbewerb. Die Ausbildung hochqualifizierter Nachwuchskräfte gilt deshalb als entscheidender Faktor, um Innovationsfähigkeit und technologische Unabhängigkeit langfristig zu sichern. Bereits bei Projektbeginn war es das erklärte Ziel der Bayreuther Netzwerke, wissenschaftliche Spitzenforschung mit der gezielten Entwicklung künftiger Fach- und Führungskräfte zu verbinden
Die inzwischen abgeschlossenen beziehungsweise auslaufenden Netzwerke haben hierfür ein dauerhaftes internationales Kooperationsnetzwerk zwischen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen geschaffen. Viele der ausgebildeten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler arbeiten heute in Forschungsinstitutionen oder technologieorientierten Unternehmen und tragen dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse in marktfähige Innovationen zu überführen.
Für die Universität Bayreuth unterstreicht der Erfolg der beiden aufeinanderfolgenden EU-Netzwerke ihre internationale Sichtbarkeit in den Materialwissenschaften und der Optoelektronik. Zugleich zeigt er, wie eng Spitzenforschung, internationale Vernetzung und die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte miteinander verbunden sind.

Prof. Dr. Anna KöhlerLehrstuhl für Experimentalphysik II, Optoelektronik weicher Materie
Telefon: 0921 / 55-2600
E-Mail: anna.koehler@uni-bayreuth.de

Dr. Stefan Fehm-DanoglidisPressesprecher, Hochschulkommunikation
Telefon: 0921 / 55-5300
E-Mail: pressestelle@uni-bayreuth.de
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