Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 019/2026, 19.03.2026
Digitale Bildung im Spannungsfeld von Verbot und sinnvoller Nutzung
Mit der kürzlich vom Kabinett beschlossenen Ausweitung des Handyverbots an bayerischen Schulen spitzt sich die Debatte über den Umgang mit Smartphones im schulischen Kontext weiter zu. Forschende der Universität Bayreuth zeigen im Erasmus+ Projekt „FOCUS“, dass Verbote allein nicht reichen. Es braucht didaktische Konzepte, die digitale Geräte sinnvoll und lernförderlich integrieren.

Die Debatte über den Umgang mit Smartphones im schulischen Kontext spitzt sich aktuell weiter zu. Erst diese Woche hat das Bayerische Kabinett ein erweitertes Verbot der privaten Handynutzung für die Jahrgangsstufen fünf bis sieben beschlossen, um Konzentration, soziales Miteinander und die psychische Gesundheit junger Schülerinnen und Schüler zu stärken. Gleichzeitig wird deutlich: Neben restriktiven Maßnahmen braucht es überzeugende Konzepte für eine sinnvolle und lernförderliche Nutzung digitaler Geräte.
Hier setzt das Erasmus+ Projekt „FOCUS – FOstering Competence for Use of Smartphones“ an. Auch die Universität Bayreuth ist an dem internationalen Bildungsprojekt beteiligt, dessen Ziel es ist, einen verantwortungsbewussten Umgang mit Smartphones zu fördern, die Selbstregulation von Schülerinnen und Schülern zu stärken und gesunde digitale Gewohnheiten zu entwickeln. FOCUS verbindet smartphonefreie Ansätze in Grundschulen mit einer didaktisch strukturierten Nutzung in weiterführenden Schulen und entwickelt dafür praxisnahe Materialien, Tools und Trainings. Das Projekt wird von Partnern aus Deutschland, Rumänien, Slowenien, Kroatien und der Türkei getragen.
Mit der sketchometry-Forschungsgruppe ist ein erfahrener Partner im Bereich digitaler Mathematikbildung Teil des Projekts. sketchometry ist eine innovative Web-App für dynamische Mathematik, die speziell für mobile Endgeräte entwickelt wurde und insbesondere geometrisches Konstruieren mittels Finger-Gesten ermöglicht. Die Anwendung wird an der Universität Bayreuth am Lehrstuhl für Mathematik und ihre Didaktik sowie am Center for Mobile Learning with Digital Technology (CMLDT) entwickelt und basiert auf der ebenfalls in Bayreuth entstandenen freien Softwarebibliothek JSXGraph.
Das Bayreuther Team bringt umfassende Expertise in der Entwicklung dynamischer Mathematiksoftware (DMS) sowie fundierte Erfahrung im Bereich des forschend-entdeckenden Lernens (inquiry-based learning) ein. Vor dem Hintergrund aktueller Verbotsdebatten zeigt sketchometry exemplarisch, wie Smartphones sinnvoll als Lernwerkzeug eingesetzt werden können – etwa zur aktiven Erkundung mathematischer Zusammenhänge und zur Förderung eigenständigen Denkens.
Ein zentrales Projekttreffen findet Anfang Mai an der Universität Bayreuth statt. Dort kommen die internationalen Partner zusammen, um Projektfortschritte zu diskutieren, Materialien weiterzuentwickeln und Strategien für eine nachhaltige Implementierung zu erarbeiten.
FOCUS wird im Rahmen des Erasmus+ Programms gefördert und leistet einen wichtigen Beitrag zur aktuellen bildungspolitischen Debatte: weg von einer rein restriktiven Sichtweise hin zu einem reflektierten, kompetenten und gesundheitsförderlichen Umgang mit Smartphones im schulischen Kontext.
Weitere Informationen
https://mobiles-lernen.uni-bayreuth.de/
https://sketchometry.org

Dr. Carsten MillerGeschäftsführer Center for Mobile Learning with Digital Technology (CMLDT)
Universität Bayreuth
Universität Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-3268
E-Mail: carsten.miller@uni-bayreuth.de

Theresa HübnerStellv. Pressesprecherin
Universität Bayreuth
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Telefon: 0921 / 55-5357
E-Mail: theresa.huebner@uni-bayreuth.de