Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 089/2026, 04.11.2026
Leidenschaft zahlt sich aus: Bayreuther Alumni-Studie belegt hohe Berufsrelevanz kulturwissenschaftlicher Studiengänge
Absolventinnen und Absolventen von Ethnologie, Sozial- und Kulturanthropologie sowie Kultur und Gesellschaft Afrikas finden meist rasch den Berufseinstieg und profitieren langfristig von analytischen, interkulturellen und transdisziplinären Kompetenzen.

@SFD/Mit KI-erstellt
Wer Kultur- und Sozialwissenschaften studiert, muss sich häufig die Frage anhören, welche beruflichen Perspektiven sich daraus ergeben. Eine aktuelle Verbleibstudie am Lehrstuhl für Sozialanthropologie der Universität Bayreuth liefert darauf eine klare Antwort: Die Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge Kultur und Gesellschaft Afrikas (KuGeA), Ethnologie sowie Sozial- und Kulturanthropologie (SKA) schlagen erfolgreiche und vielfältige Berufswege ein.
Die Studie wurde im Rahmen eines zweisemestrigen Praxisseminars unter der Leitung von Prof. Dr. Erdmute Alber und PD Dr. Tabea Häberlein durchgeführt. Grundlage sind die Antworten von 113 Alumni aus einer Grundgesamtheit von 477 Absolventinnen und Absolventen, die seit 2004 einen Abschluss erworben haben. Ergänzt wurden die Befragungsdaten durch qualitative Interviews beim ersten Alumni-Treffen im Sommer 2025.
Ein zentrales Ergebnis: Der Übergang in den Arbeitsmarkt gelingt den meisten Befragten schnell. Von 85 Personen mit verwertbaren Angaben steigen 25,8 Prozent unmittelbar nach dem Studium in das Berufsleben ein, die große Mehrheit findet innerhalb eines Jahres eine Beschäftigung. Rund 68 Prozent der Befragten geben zudem an, sich durch ihr Studium gut oder sehr gut auf ihren Beruf vorbereitet zu fühlen. Besonders positiv bewerten die Alumni analytische Fähigkeiten, wissenschaftliche Methodenkompetenz, interkulturelle Kompetenzen sowie fachübergreifendes Denken.
„Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass unsere Absolventinnen und Absolventen mit einem intrinsischen Fachinteresse ihren Weg in sehr unterschiedlichen Berufsfeldern finden und dabei von den im Studium erworbenen Kompetenzen nachhaltig profitieren. Gerade analytisches Denken, interkulturelle Kompetenz und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und eigenständig zu gestalten, erweisen sich in einer sich wandelnden Arbeitswelt als besonders wertvoll“, sagt Prof. Dr. Erdmute Alber, Inhaberin des Lehrstuhls für Sozialanthropologie an der Universität Bayreuth. „Gleichzeitig nehmen wir die Hinweise unserer Alumni ernst. Mehr Praxisbezug, stärkere Berufsorientierung und der Austausch mit Absolventinnen und Absolventen sind wichtige Impulse für die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Studiengänge.“
Die Berufsfelder der Absolventinnen und Absolventen sind breit gefächert. Besonders häufig arbeiten sie in der Entwicklungszusammenarbeit (24 Prozent), gefolgt von Tätigkeiten in Pädagogik und sozialen Dienstleistungen (17 Prozent) sowie Wissenschaft, Forschung und Lehre (13 Prozent). Die Bandbreite reicht darüber hinaus von Kultur- und Bildungsarbeit über Verwaltung und Politik bis hin zu IT, Medien oder Unternehmensgründungen.
Die Untersuchung zeigt zugleich, dass der berufliche Erfolg weniger von einem klar umrissenen Berufsbild abhängt als von der Fähigkeit, individuelle Wege zu gestalten. Die Forschenden bezeichnen dies als „individuelle Agency“: die Kompetenz, offene Studienstrukturen aktiv zu nutzen, eigene Schwerpunkte zu setzen und erworbene Fähigkeiten flexibel in wechselnden Berufskontexten einzusetzen.

Prof. Dr. Erdmute AlberInhaberin des Lehrstuhls für Sozialanthropologie
Telefon: 0921 / 55-4121
E-Mail: erdmute.alber@uni-bayreuth.de
Geisteswissenschaften II (GW II), Büro 00.01
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Dr. Stefan Fehm-DanoglidisPressesprecher, Hochschulkommunikation
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