Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 173/2022 vom 19.10.2022

Öffentlicher Auftakt der „Bayreuther Friedensgespräche“ – Neues Netzwerk zur Friedens- und Konfliktforschung

An der Universität Bayreuth hat sich ein fächerübergreifendes wissenschaftliches Netzwerk für Friedens- und Konfliktforschung gegründet. Im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „Bayreuther Friedensgespräche“ wollen die beteiligten Wissenschaftler*innen künftig im Dialog mit der Öffentlichkeit aktuelle Krisen und Konflikte sowie mögliche Lösungsansätze erörtern. Eine gemeinsame Auftaktveranstaltung am 25. Oktober 2022 steht unter dem Motto: „Krise(n) der Gegenwart – welche Antworten gibt die Friedens- und Konfliktforschung?“ Medien und Öffentlichkeit sind herzlich willkommen. Die Veranstaltung wird auf Englisch stattfinden. Die Teilnahme ist gebührenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Termin: 25. Oktober 2022, 19 Uhr
Ort: Gebäude Angewandte Informatik (INF/AI), Hörsaal 34, Campus der Universität Bayreuth. Das Gebäude befindet sich zwischen dem Eingang zum Ökologisch-Botanischen Garten und der Zentralen Universitätsverwaltung. Im Anschluss an die Veranstaltung sind alle Teilnehmer*innen zu einem Empfang im Foyer eingeladen.

Krieg, Klima, Pandemie, Lieferketten, Energiepreise – die tägliche Nachrichtenlage wird derzeit von einem Bündel internationaler Krisen dominiert. Diese Verwerfungen führen zu Ressourcenkonflikten, Machtkämpfen und Debatten um Lösungsstrategien. Vor diesem Hintergrund veranstaltet das neu gegründete Netzwerk für Friedens- und Konfliktforschung eine Podiumsdiskussion zum Auftakt der „Bayreuther Friedensgespräche“. Es geht um die grundsätzliche Frage, wie die wissenschaftliche Forschung an die gegenwärtigen Herausforderungen herangehen kann und sollte: Hilft die Forschung, die Ursachen und die Dynamik von Konflikten besser zu verstehen? Können wissenschaftliche Beiträge Strategien der Konfliktlösung entwickeln und fördern – und sollte dies überhaupt Ziel der Forschung sein?

Prof. Dr. Stefan Leible, Präsident der Universität Bayreuth, wird die Veranstaltung mit einem Grußwort eröffnen. Danach stellen Bayreuther Wissenschaftler*innen Ansätze der Politik-, Geschichts- und Wirtschaftswissenschaften vor und werden Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen der Friedens- und Konfliktforschung erörtern:

  • Dr. Julia Eichenberg (Geschichtswissenschaft)
  • PD Dr. Florian Kühn (Internationale Beziehungen)
  • Prof. Dr. Stefan Ouma (Wirtschaftsgeographie)
  • Moderation: Prof. Dr. Jana Hönke (Soziologie)

Die Veranstaltung wird organisiert mit Unterstützung der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekte „Deutungskämpfe im Übergang“ und „Postcolonial Hierarchies in Peace and Conflict“ an der Universität Bayreuth.

Zur neuen öffentlichen Veranstaltungsreihe „Bayreuther Friedensgespräche"

Künftig werden Wissenschaftler*innen der Universität Bayreuth sowie externe Referent*innen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft die Ursachen und das Umfeld aktueller politischer Konflikte beleuchten. Die Vorträge und anschließenden Diskussionen sollen Schlüsselfragen des Forschungsfeldes und öffentlicher Debatten behandeln: Wie sind diese Konflikte entstanden und welche Motive verfolgen die beteiligten Akteure? Unter welchen Umständen drohen gewaltvolle Eskalationen? Und welche Friedensbemühungen sind erfolgversprechend? Die Veranstaltungen werden abwechselnd in deutscher und englischer Sprache stattfinden.

Zum neuen Netzwerk für Friedens- und Konfliktforschung
Das Netzwerk von Wissenschaftler*innen wird die Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Bayreuth verankern und den Wissenstransfer in die Politik und Gesellschaft fördern. Um Konflikte in ihrer Komplexität erfassen und praxisrelevante Einschätzungen geben zu können, ist die interdisziplinäre Herangehensweise zentral. Das Netzwerk bringt daher Forscher*innen verschiedener Fachbereiche zusammen, darunter die Soziologie, die Sozial- und Kulturanthropologie, die Geographie sowie die Politik-, Geschichts-, Wirtschafts- und Religionswissenschaft. Die beteiligten Wissenschaftler*innen forschen und lehren zu einer Vielzahl von Themen wie Gewalt, Sicherheit, humanitäre Hilfe, fortbestehende koloniale Machtverhältnisse und soziale Bewegungen.

Das Netzwerk fußt auf zwei Forschungsprojekten, die im April 2022 gestartet sind und vom BMBF gefördert werden. Das bayerische Verbundprojekt „Deutungskämpfe im Übergang", koordiniert durch PD Dr. Florian Kühn und Dr. Jan Sändig an der Universität Bayreuth, untersucht gesellschaftliche und politische Wandlungsprozesse und damit verbundene Auseinandersetzungen – sei es die vieldiskutierte „Zeitenwende" im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die Ukraine, die Aufarbeitung des Kolonialismus oder die Folgen des Staatszerfalls von Jugoslawien. Das Kompetenznetzwerk „Postkoloniale Hierarchien“ wiederum untersucht tradierte Machtstrukturen, die ihre Wurzeln im europäischen Kolonialismus haben und in aktuellen Konflikten weiterwirken, nicht selten auch gezielt wiederbelebt werden. Es geht zudem der Frage nach, welche Bedeutung eine Überwindung dieser Hierarchien bei der Schaffung friedlicher und gerechter Strukturen in der Gegenwart hat.

Homepage des neuen Netzwerks:
https://www.peaceandconflict.uni-bayreuth.de

Plakat zur Veranstaltung:
https://www.peaceandconflict.uni-bayreuth.de/pool/bilder/Roundtable_Crises.jpg

Prof. Dr. Jana Hönke, Universität Bayreuth.

Prof. Dr. Jana Hönke

Lehrstuhl Soziologie Afrikas
Universität Bayreuth

Telefon: +49(0)921 55 41167
E-Mail: jana.hoenke@uni-bayreuth.de

Jan Sändig

Dr. Jan Sändig

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
BMBF-Verbundprojekt „Deutungskämpfe im Übergang“
Universität Bayreuth

Christian Wißler, Wissenschaftskommunikation

Christian Wißler

Stellv. Pressesprecher, Wissenschaftskommunikation
Universität Bayreuth

Telefon: +49 (0)921 / 55-5356
E-Mail: christian.wissler@uni-bayreuth.de