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Bayreuther Stadtgespräch am 03.07.2019: Unter Bleichgesichtern – Immanuel Kant zwischen Rassismus und Menschenrechten

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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 083/2019 vom 28. Juni 2019

Der Königsberger Philosoph Immanuel Kant gilt als vehementer Verteidiger der Menschenrechte. Neuerdings findet sich der „Meisterdenker“ der europäischen Aufklärung allerdings in einer neuen Rolle wieder: als Angeklagter gegenüber dem Vorwurf des Rassismus. Darüber wird im Juli-Stadtgespräch Prof. Dr. Karlfriedrich Herb, Lehrstuhlinhaber für Politische Philosophie und Ideengeschichte an der Universität Regensburg, sprechen.

Thema:

Unter Bleichgesichtern – Immanuel Kant zwischen Rassismus und Menschenrechten

Referent:

Prof. Dr. Karlfriedrich Herb, Lehrstuhlinhaber für Politische Philosophie und Ideengeschichte, Universität Regensburg

Termin:Mittwoch, 03. Juli 2019, 18 Uhr
Zeit:18 Uhr
Ort:

Iwalewahaus, Ecke Wölfelstraße / Münzgasse, in 95444 Bayreuth

Interessierte Bürger sind herzlich ins Iwalewahaus eingeladen! Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Zum Vortrag


Als vehementer Verteidiger der Menschenrechte ist der Königsberger Philosoph Immanuel Kant vielen seit langem bekannt. Neuerdings findet sich der „Meisterdenker“ der europäischen Aufklärung allerdings in einer neuen Rolle wieder: als Angeklagter gegenüber dem Vorwurf des Rassismus. „Über diesen Rollenwechsel lässt sich streiten. Muss man Kant als unverbesserlichen Rassisten überführen, der dem Rest der Welt mit Ignoranz und Verachtung begegnet? Oder kann man ihn als entschiedenen Rassismus-Kritiker rehabilitieren, der mit uns für Menschenwürde und Weltbürgerrecht streitet?“, so der Referent des Bayreuther Juli-Stadtgesprächs, Prof. Dr. Karlfriedrich Herb, der an der Universität Regensburg den Lehrstuhl für Politische Philosophie und Ideengeschichte innehat. „Der Streit ist brisant: Er betrifft nicht allein Kants befremdliche Randbemerkungen zur Rasse, sondern sein Projekt der Aufklärung im Ganzen. Der Vortrag will klären, ob wir Immanuel Kant ins Archiv kolonialen Denkens verbannen müssen oder ihn als einen der ersten modernen Philosophen sehen können, der dem europäischen Kolonialismus und Rassismus die Stirn bietet. In diesem Fall wäre er nicht nur für unverbesserliche Bleichgesichter von Bedeutung.“

Prof. Dr. Karlfriedrich Herb

Zum Referenten


Prof. Dr. Karlfriedrich Herb studierte Philosophie, vergleichende Religionswissenschaft und Psychologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1986 wurde er mit einer Arbeit über die Rechts- und Staatsphilosophie Jean-Jacques Rousseaus zum Dr. phil. promoviert.

Es folgten Forschungsprojekte der DFG (Bonn/München), der Thyssen-Stiftung (München/Paris), der Volkswagen-Stiftung (München) und des DAAD (Paris) sowie ein Aufenthalt als chercheur associé am Centre de Recherche en Épistémologie Appliquée (CNRS, Paris). Herb arbeitete als Wissenschaftlicher Assistent am Geschwister-Scholl-Institut in München und habilitierte sich 1997 mit einer ideengeschichtlichen Untersuchung des neuzeitlichen Freiheitsbegriffs. Als Privatdozent lehrte Herb Politikwissenschaft und Philosophie in der Sozialwissenschaftlichen und Philosophischen Fakultät der LMU München. Nach Gastprofessuren an den Bundesuniversitäten von Recife und Campinas (Brasilien) wurde er 2001 zum Stiftungsprofessor für Philosophie an der Universität Ulm ernannt. Darüber hinaus lehrt er Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München und Philosophie an der Hochschule für Philosophie München.

Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit liegen auf dem Gebiet der Politischen Philosophie der Neuzeit. Im Zentrum stehen die Ideengeschichte des Kontraktualismus, die Genese des modernen Bürgerbegriffs und die Philosophie der Europäischen Aufklärung. Daneben gilt das Interesse des Regensburger Wissenschaftlers der politischen Anthropologie und der Wiederbelebung des antiken Denkens in der Politischen Philosophie der Gegenwart.

Iwalewahaus

Die Bayreuther Stadtgespräche...


bringen seit Juli 2014 den Bürgern von Stadt und Region wissenschaftliche Themen allgemein verständlich aufbereitet näher. Im Rahmen der monatlichen Veranstaltungsreihe werden abwechselnd ein oder mehrere Referenten der Universität Bayreuth, anderer Universitäten oder Institute sowie aus der (Hochschul-)Politik eingeladen.

Die Bayreuther Stadtgespräche stehen unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des Universitätspräsidenten sowie des Universitätsvereins Bayreuth e.V. und werden in Zusammenarbeit mit dem Universitäts-Forum Bayreuth, dem Kollegium Bayreuther Universitätsprofessoren (i.R.), veranstaltet.

Die Vorträge finden i.d.R. jeweils am ersten Mittwoch im Monat ab 18 Uhr im Iwalewahaus der Universität Bayreuth, Ecke Wölfelstraße / Münzgasse, in 95444 Bayreuth statt. Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Achtung! Im August haben die Stadtgespräche Sommerpause!

Das nächste Stadtgespräch ist daher am Mittwoch, 04. September 2019. Das Thema wird wieder rechtzeitig bekanntgegeben.


Kontakt/Organisation der Bayreuther Stadtgespräche:

Angela Danner
Leitung Corporate Identity
Stabsabteilung Presse, Marketing, Kommunikation – Corporate Identity
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30 / ZUV
95447 Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5323
E-Mail: angela.danner@uni-bayreuth.de
www.stadtgespraeche.uni-bayreuth.de



Redaktion:

Brigitte Kohlberg
Stv. Pressesprecherin – Hochschulkommunikation
Marketing Communications
Stabsabteilung Presse, Marketing und Kommunikation
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30 / ZUV
95447 Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5357 oder -5324
E-Mail: pressestelle@uni-bayreuth.de
www.uni-bayreuth.de/de/universitaet/presse
 

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