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Bayreuther Stadtgespräch am 06.06.2018: ‚Politische Korrektheit‘: Erfahrungen aus den USA

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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 066/2018 vom 29. Mai 2018

In welchem Kontext entstand der Begriff ‚politische Korrektheit‘ und warum erleben wir derzeit eine zweite Welle der vehementen Debatten darüber? Welche Erkenntnisse und Lehren aus den Erfol-gen und Misserfolgen des langen Umgangs mit der Thematik in den Vereinigten Staaten könnten für eine zunehmend interkulturelle deutsche Gesellschaft relevant sein? Im nächsten Bayreuther Stadtgespräch am 06.06.2018 bietet Prof. Hannah von der Universität Bayreuth einige Reflexionen aus den persönlichen und beruflichen Erfahrungen eines US-Amerikaners, der seit fast 25 Jahren an US-amerikanischen, britischen und deutschen Universitäten lehrt und forscht.



Thema:



‚Politische Korrektheit‘: Erfahrungen aus den USA

Referent:

Prof. Dr. Matthew Hannah, Inhaber des Lehrstuhls für Kulturgeographie an der Universität Bayreuth

Termin:Mittwoch, 06. Juni 2018
Zeit:18 Uhr
Ort:

Iwalewahaus, Ecke Wölfelstraße / Münzgasse, in 95444 Bayreuth

Interessierte Bürger sind herzlich ins Iwalewahaus eingeladen! Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Prof. Dr. Matthew Hannah

Zum Vortrag

Universitäten in den Vereinigten Staaten gelten in der aktuellen deutschsprachigen Berichterstattung als die Hauptschauplätze und Brutstätten für eine ausufernde ‚politische Korrektheit‘. Auch in Amerika selbst genießt dieser Begriff – der schon in den sog. ‚culture wars‘ der frühen 1990er Jahre Karriere machte – erneut hohe Aufmerksamkeit. In welchem Kontext entstand der Begriff ‚politische Korrektheit‘ und warum erleben wir heutzutage eine zweite Welle der vehementen Debatten darüber? Welche Erkenntnisse und Lehren aus den Erfolgen und Misserfolgen des langen Umgangs mit der Thematik in den Vereinigten Staaten könnten für eine zunehmend interkulturelle deutsche Gesellschaft relevant sein? Was steht hinter der emotionalen Aufladung der ganzen Thematik und wie kann die gesellschaftliche Diskussion konstruktiver und differenzierter gestaltet werden, als es bisher der Fall gewesen ist?

Prof. Dr. Matthew Hannah, Inhaber des Lehrstuhls für Kulturgeographie an der Universität Bayreuth, bietet einige Reflexionen aus den persönlichen und beruflichen Erfahrungen eines US-Amerikaners, der seit fast 25 Jahren an US-amerikanischen, britischen und deutschen Universitäten lehrt und forscht.

Zum Referenten

Prof. Dr. Matthew Hannah studierte an der University of Maryland und promovierte 1992 an der Penn-sylvania State University. Als Assistant Professor und später als Associate Professor an der University of Vermont wurde er 2007 an die Aberystwyth University in Wales berufen, wo er – bis zu seinem Ruf an die Universität Bayreuth in 2013 – einen Lehrstuhl für Humangeographie innehatte.

Sein Forschungsinteresse galt bisher der Verbindung zwischen staatlichem Wissen (z.B. Volkszählungen), territorialer Organisation und der Regierbarkeit von Bevölkerungen. Dabei nahm er kritischen Bezug auf die Machtanalysen von Michel Foucault. Frühe empirische Studien widmete er der Sesshaftigkeitspolitik der US-Regierung in den 1870er Jahren gegenüber nomadischen Ureinwohnerstämmen sowie dem Aus-bau der US-Volkszählung im 19. Jahrhundert als Werkzeug zur räumlichen Gestaltung von Innenpolitik. Um den daraus entstandenen Begriff der ‚epistemischen Souveränität‘ auch außerhalb des US-amerikanischen Kontexts weiter zu entwickeln, führte Prof. Hannah ab 2001 eine Studie zu den Kontrover-sen um die westdeutsche Volkszählung in den 1980er Jahren durch.

In Bayreuth möchte Prof. Hannah sein Verständnis über die Wechselbeziehungen zwischen Macht, Raum und Wissen weiter vertiefen, aber auch neue Forschungsthemen aufgreifen, die um die Problematik des kulturellen Austausches und sog. traveling ideas in der Vergangenheit sowie im 21. Jahrhundert kreisen. Unter anderem beabsichtigt er, seine Heimatsstadt Washington DC als einen ‚höchst komplexen Ort des politischen Ausnahmezustands‘ zu untersuchen. Ein anderes Forschungsprojekt behandelt die Rolle von geographischen Konzeptionen wie ‚Territorium‘, ‚Grenze‘ und ‚öffentlicher Raum‘ in der Arbeit der Bundes-zentrale für politische Bildung.


Iwalewahaus

Die Bayreuther Stadtgespräche...

bringen seit Juli 2014 den Bürgern von Stadt und Region wissenschaftliche Themen allgemein verständlich aufbereitet näher. Im Rahmen der monatlichen Veranstaltungsreihe werden abwechselnd ein oder mehrere Referenten der Universität Bayreuth, anderer Universitäten oder Institute sowie aus der (Hochschul-)Politik eingeladen.

Die Bayreuther Stadtgespräche stehen unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des Universitätspräsidenten sowie des Universitätsvereins Bayreuth e.V. und werden in Zusammenarbeit mit dem Universitäts-Forum Bayreuth, dem Kollegium Bayreuther Universitätsprofessoren (i.R.), veranstaltet.

Die Vorträge finden i.d.R. jeweils am ersten Mittwoch im Monat ab 18 Uhr im Iwalewahaus der Universität Bayreuth, Ecke Wölfelstraße / Münzgasse, in 95444 Bayreuth statt. Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Das nächste Stadtgespräch

… ist am Mittwoch, 04. Juli 2018, wieder um18.00 Uhr im Iwalewahaus. Der Vortrag zum Thema „‚Fake News‘ im Kochtopf – ‚Götterdämmerung‘ der amtlichen Lebensmittelüberwachung“ wird von Dr. Ulrich Busch, Abteilungsleiter im Landesinstitut für Lebensmittel, Lebensmittelhygiene und Kosmetische Mittel (LH) beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), gehalten.


Kontakt/Organisation der Bayreuther Stadtgespräche:

Angela Danner
Leitung Corporate Identity
Stabsabteilung Presse, Marketing, Kommunikation – Corporate Identity
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30 / ZUV
95447 Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5323
E-Mail: angela.danner@uni-bayreuth.de
www.stadtgespraeche.uni-bayreuth.de



Redaktion:

Brigitte Kohlberg
Stv. Pressesprecherin – Hochschulkommunikation
Marketing Communications
Stabsabteilung Presse, Marketing und Kommunikation
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30 / ZUV
95447 Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5357 oder -5324
E-Mail: pressestelle@uni-bayreuth.de
www.uni-bayreuth.de/de/universitaet/presse
 

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