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Universitäre Preise 2020

Es ist Tradition an der Universität Bayreuth, herausragende Leistungen beim President's Dinner zu ehren. Im Jahr 2020 war das coronabedingt leider nicht möglich. Auf dieser Seite wollen wir Ihnen die Preisträger und Ihre Arbeit trotzdem kurz vorstellen.

Preis der Stadt Bayreuth

Der Preis der Stadt Bayreuth wird jährlich an maximal drei Kandidatinnen und Kandidaten aus unterschiedlichen Fakultäten der Universität Bayreuth für herausragende Dissertationen vergeben..

Sabrina Maria MaurusEinklappen
Sabrina Maurus

Würdigung der Leistung

Sabrina Maurus erhält den Preis der Stadt Bayreuth für ihre Dissertation „Battles over State Making on a Frontier. Dilemmas of Schooling, Young People and Agro-Pastoralism in Hamar, Southwest Ethiopia“. Die Arbeit wurde mit summa cum laude ausgezeichnet.

In ihrer Doktorarbeit analysiert Sabrina Maurus gewaltsame Konflikte, die bei der Durchsetzung einer allgemeinen Schulpflicht im Hamar Distrikt im Südwesten Äthiopiens entstehen. Aus der Perspektive von jungen Menschen zeigt sie die Dilemmata, die sich Kindern, die als erste in ihren agro-pastoralen Familien eine Schule besuchen, stellen. 

Während der äthiopische Staat danach strebt seine Macht in der Peripherie des Landes auszubauen und mittels Schulbildung zur Sesshaftwerdung der Bevölkerung beizutragen, versuchen Eltern die Lebensgrundlage ihrer Haushalte in der Gegenwart und für die Zukunft zu gewährleisten und gegenüber der staatlichen Expansion zu verteidigen.

Sabrina Maurus beschreibt in ihrer Dissertation, frei von Ideologie und politischer Parteilichkeit, die aus dem Konflikt zwischen Eltern und dem Staat resultierenden Dilemmata für die Jugendlichen, die sich teilweise von den Eltern lösen, um die Schule besuchen zu können, sich teilweise aber auch dem Druck des Elternhauses beugen und die Schule abbrechen oder aber aufgrund der harschen Bedingungen an Schulen diese wieder verlassen. Die Folgen dieser Entscheidungen durchziehen alle Lebensbereiche der Kinder, von Werten, Arbeitschancen, familiärer Zukunft und Lebensstil. Gleichsam sind die Entscheidungen wegweisend für die Gestaltung des umkämpften gesellschaftlichen Wandels in der Peripherie des Staates.

Unter enormen persönlichen Anstrengungen, mit größtmöglichem Einsatz während der empirischen Forschungen und mit viel Sensibilität für die Jugendlichen, ist eine Arbeit entstanden, die einen bisher kaum beachteten Konflikt in Afrika umfassend beleuchtet. Empirisch dicht und theoretisch versiert gelang es Frau Maurus ein sozial hoch relevantes Werk zu schaffen.

Wichtigste Stationen des Lebenslaufes

Sabrina Maurus studierte an der Philipps-Universität Marburg Vergleichende Kultur- und Religionswissenschaft. Nach ihrem Bachelor-Abschluss wechselte sie an die Universität Bayreuth und studierte den Masterstudiengang Kultur- und Sozialanthropologie. Bayreuth blieb sie bis heute treu: erst als Promovierende an der Bayreuth International Graduate School of African Studies (BIGSAS) und inzwischen als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Africa Multiple Cluster of Excellence.

Dr.-Ing. Tom DrewsEinklappen
Tom Drews

Würdigung der Leistung

Den Preis der Stadt Bayreuth erhält Dr. Tom Drews für seine mit summa cum laude ausgezeichnete Promotion zum Thema „Zieldeterminierte Gestaltung von Produktionssystemen“.

Dr. Tom Drews hat eine Dissertation verfasst, die sowohl wissenschaftlich brillant ist, aber auch einen bemerkenswerten praktischen Nutzen bietet, von dem die produzierende Industrie im Raum Bayreuth enorm profitiert und Wettbewerbsvorteile ziehen kann.

Wo die Möglichkeiten des Unternehmensmanagements der industriellen Produktion inzwischen an seine Grenzen stoßen, setzen der umfassende theoretische Ansatz und seine computerbasierende, praktisch anwendbare Umsetzung an. Die intelligente Unterstützung der industriellen Produktion durch Computersysteme ist in Anbetracht unzähliger Einflussgrößen unabdingbar. Hierfür hat Dr. Tom Drews mehrere Dutzend dieser beeinflussenden Faktoren wie Kundenerwartungen, Kostendruck, Lieferengpässe oder Marktveränderungen berücksichtigt.

Die zieldeterminierte Gestaltung von Produktionen besteht aus einer dreistufigen Methodik: der Erhebung des Status quo, der Analyse sowie der Simulation von industriellen Produktionssystemen. Die Kombination ingenieurwissenschaftlicher, entscheidungs- und systemtheoretischer Aspekte ist das besonders innovative Merkmal seiner Methodik.

Dr. Drews hat ein Simulationsmodell entwickelt, welches auf jedes Unternehmen anwendbar ist und die wichtigsten zwölf technischen Management-Methoden, die in Wissenschaft und Praxis etabliert sind, auf fünf definierte Zielgrößen der Dimensionen Zeit, Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und Qualität zu nutzen, ermöglicht. Die Anwendbarkeit hat Dr. Tom Drews bereits in der Praxis eines Unternehmens nachweisen und belegen können.

Wichtigste Stationen des Lebenslaufes

Tom Drews wurde 1987 in Berlin geboren. An der Technischen Universität Dresden studierte er Wirtschaftsingenieurwesens. Nach seinem Diplom wechselte Tom Drews an die Universität Bayreuth und promovierte an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften. Als Expert Value Engineer arbeitet er seit 2018 für die D. Swarovski KG in Wattens, Österreich. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Optimierung und Gestaltung von Produktionsprozessen sowie Implementierung von Kennzahlen und Verbesserungsmaßnahmen.

Dr. Gemechu Adimassu AbeshuEinklappen
Gemechu Abeshu

Würdigung der Leistung

Dr. Gemechu Adimassu Abeshu erhält den Preis der Stadt Bayreuth für seine mit summa cum laude ausgezeichnete Promotion „New Forms of Power in the Afar Region of Ethiopia: The Rise of Big Men near the Ethiopia and Djibouti Border“ am Lehrstuhl Ethnologie Afrikas. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Georg Klute.

Die Debatte um Land ist eines der wichtigsten Themen in Äthiopien und in ganz Afrika. Dabei spielen verschiedene Faktoren wie die ökonomische Wichtigkeit des Landes, seine Wertsteigerung, seine politische Bedeutung oder auch ethnische Fragen eine Rolle. Während seiner Feldforschungsarbeiten untersuchte und analysierte Dr. Gemechu Adimassu Abeshu besonders die Entstehung einer neuen Machtform in Äthiopien – des „Big Man“, welche sich durch politische Unternehmungen zwischen den traditionellen Autoritäten und dem äthiopischen Staat entwickelte.

Dr. Gemechu Adimassu Abeshu zeigt auf, wie viel Macht die Big Men inzwischen haben, wie sie Monopole über das Land und seine Ressourcen errichten. Die Big Man verfügen über mehr Macht als traditionelle Autoritäten wie etwa Clans. Diese Macht legitimieren sie, in dem sie in ihren Gebieten arbeiten, Ressourcen umverteilen und sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst zeigen.

Da besonders in der geografischen und geopolitischen Gemengelage am Horn von Afrika lokale Akteure entscheidend sind, arbeiten die Big Men mehr mit dem äthiopischen Staat als mit den klassischen Autoritäten zusammen und erfahren so durch die Regierung Anerkennung. Gleich ihrer Vernetzung zum Staat, verknüpft sie ihre Macht auch mit dem Militär, in dem sie auf die Militärs durch Schenkungen Einfluss nehmen.

In seinen Untersuchungen wendet Dr. Gemechu Adimassu Abeshu das Konzept der Heterarchie, in welchem einzelne Teile einer Organisation die theoretisch gleiche politische und autoritäre Rolle ausfüllen, auf die Afar Region an. Dabei zeigt er auf, dass die Big Men keinesfalls unterhalb des Staates zu verorten sind, sondern vielmehr parallel zu diesem agieren. Dabei wird verdeutlicht, wie sich die Beziehungen der verschiedenen Akteure der Region ständig verändern und zwischen den Extremen aus Zusammenarbeit und offenem Konflikt variieren.

Die Doktorarbeit von Dr. Gemechu Adimassu Abeshu zeigt eine bemerkenswerte wissenschaftliche Qualität, für welche er auch große persönliche Risiken für Leib und Leben während seiner Feldforschungen eingegangen ist.

Wichtigste Stationen des Lebenslaufes

Ebenso beeindruckend ist auch der akademische Werdegang von Dr. Gemechu Adimassu Abeshu, der im Westen Äthiopiens geboren wurde. Nach seinem Bachelorabschluss in Geography and Environmental Studies an der Addis Ababa University in Äthiopien, studierte er dort den Master Development Studies. Danach wechselte er an die University of Antwerp in Belgien und studierte den Master Governance and Development Studies. Beide Master schloss er mit Bestnote ab. 2019 promovierte er dann an der Bayreuth International Graduate School of African Studies.

Wissenschaftspreis (Univerein)

Der Wissenschaftspreis des Universitätsvereins wird jährlich für herausragende akademische Leistungen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Universität Bayreuth verliehen. Der Preis ehrt wissenschaftliche Leistungen, die weit über die Promotion hinaus reichen.
Im Jahr 2020 erfolgt eine Preisteilung zwischen Frau Dr. Oberländer und Frau Dr. Rüdiger.

Dr. Anna Maria OberländerEinklappen
Anna-Maria Oberländer

Würdigung der Leistung

Frau Dr. Oberländers wissenschaftliche Leistung vereint nach Ansicht von Professor Dr. Röglinger (Erstgutachter der Dissertation und Betreuer der Habilitandin) „praktische Relevanz mit theoretischer Fundiertheit auf höchstem wissenschaftlichem Niveau“.

Bereits in ihrer Dissertation beschäftigte sich Frau Oberländer mit der Konzeptualisierung digitaler Handlungsmöglichkeiten („Opportunities“) für etablierte Unternehmen. Der digitale Wandel vollzieht sich derzeit in so nie dagewesener Dynamik und schafft neue Möglichkeiten für Unternehmen. Mitunter haben vor allem etablierte Unternehmen Schwierigkeiten, digitale Innovationen, die zu neuen Produkten, Dienstleistungen oder Geschäftsmodellen führen, zu identifizieren und zu nutzen. Hier setzte die Dissertation von Frau Oberländer an und untersuchte erstmals wissenschaftlich diese innovativen Handlungs- und Managementoptionen. In den Fokus nimmt sie dabei digitale Innovationen, die durch das „Internet der Dinge (IoT)“ ermöglicht werden – eine Technologie, die Alltags-Gegenstände in autonom agierende Akteure verwandelt. 

Die kumulative Dissertation von Frau Oberländer stellte mit sechs wissenschaftlichen Beträgen ein sehr überzeugendes wissenschaftliches Gesamtwerk im Themenbereich digitale Innovation dar. Aus Sicht der Gutachter ist es ausgesprochen bemerkenswert, dass Frau Oberländer in der vergleichsweise kurzen Zeit ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit eine Vielzahl wissenschaftlicher Beiträge rund um das Themengebiet digitale Innovation, als zukunftsträchtiges Forschungsgebiet, zusammen mit internationalen Koautoren verfasst hat. Zum großen Teil wurden diese bereits von doppelt-blind begutachteten Zeitschriften oder Tagungen publiziert, was für die Güte der Veröffentlichungen spricht.

Professor Röglinger hebt außerdem Frau Oberländers bereits klar umrissenes und international wettbewerbsfähiges Forschungsprofil hervor. Dabei ist besonders der Praxisbezug ihrer Forschungsarbeit ausschlaggebend, der dazu beitragen kann, die Innovationsfähigkeit von etablierten, oft mittelständischen Unternehmen (z.B. in und um die Region Oberfranken) zu erhöhen. Im Rahmen ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin baute Frau Oberländer dazu eigeninitiativ und sehr erfolgreich das neue Projektformat „Digitale Innovationswerkstatt“ an der Universität Bayreuth und in Kooperation mit der Fraunhofer-Projektgruppe Wirtschaftsinformatik auf, das angewandte Forschungsprojekte mit Unternehmen zum Thema digitale Innovation entwickelt und durchführt.

Wichtigste Stationen des Lebenslaufes

Anna Maria Oberländer wurde 1989 in München geboren. Sie studierte Technologie- und Managementorientierte Betriebswirtschaftslehre (Bachelor) an der Technischen Universität München (TUM) und schloss ein Masterstudium an den Universitäten Augsburg und München (TUM) im Elitenetzwerkstudiengang Finanz- und Informationsmanagement mit Auszeichnung ab. Parallel dazu arbeitete sie im Rahmen ihrer Masterarbeit bereits im Forschungsprojekt „Internet of Things“ und „Business-to-Thing (B2T) Interactions“ (mit Prof. Dr. Michael Rosemann) an der Queensland University of Technology in Brisbane. Nach zwei Jahren in der unternehmerischen Praxis, währenddessen sie als Strategieberaterin arbeitete, kehrte sie in die Wissenschaft zurück und wurde im Februar 2020 an der Universität Bayreuth zum Thema „Conceptualization of Digital Opportunities for Incumbents“ mit summa cum laude promoviert. Seit Mai 2020 ist sie Postdoc an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth. Sie strebt eine Habilitation im Fach Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an.

Dr. Sofia RüdigerEinklappen
Dr. Sofia Rüdiger

Würdigung der Leistung

Zur Würdigung der hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen führt die Vorschlagende, Professorin Dr. Susanne Mühleisen (Lehrstuhl Englische Sprachwissenschaft), an, dass sich Dr. Rüdiger seit Beginn ihrer Tätigkeit an der Universität Bayreuth als herausragende Wissenschaftlerin etabliert hat , die – obwohl als Habilitandin noch in der Qualifikationsphase – bereits national und international sehr gut wahrgenommen wird.

Mit ihrer im November 2017 mit dem Prädikat „summa cum laude“ abgeschlossenen Dissertation „Characterizing the Spoken Korean English Repertoire: Morpho-Syntactic Patterns of Korean(ized) English“ gelang es ihr, über die Analyse zum Status, der Funktion und den strukturellen Ausprägungen des gesprochenen Englisch in Korea einen sehr wichtigen und Maßstäbe setzenden Forschungsbeitrag für die linguistische Beschreibung und Einordnung von World Englishes zu leisten. Die Studie, mit der Frau Rüdiger an ihre ebenfalls an der Universität Bayreuth verwirklichte Masterarbeit zu englischen Lehnwörtern in Korea anknüpft, ist originell, innovativ in ihrer Herangehensweise und höchst umsichtig und sorgfältig gearbeitet, so die Gutachterin. Es kann nicht genug hervorgehoben werden, dass Frau Rüdiger sich für die Arbeit nicht nur mit der koreanischen Sprache vertraut gemacht hat, sondern auch ein sehr ambitioniertes und aufwändiges Datenkorpus gesammelt, erstellt und aufbereitet hat, um die systematische Beschreibung des gesprochenen Englisch im heutigen Korea zu ermög­lichen. Darüber hinaus legt die Arbeit ein sehr hohes Reflexionsniveau im Bereich der theore­tischen Diskussion über die Einordnung von World Englishes vor.

Die Arbeit wurde 2019 in der renommierten und einschlägigen Reihe „Varieties of English around the World“ (VEAW) im Verlag John Benjamins (Philadelphia/Amsterdam) veröffentlicht und hat international überaus positive Beachtung gefunden.

Angesichts der relativ kurzen Zeit seit Beendigung ihrer exzellenten Dissertation Ende 2017 ist ihre Publikationsleistung mit einer Monographie, zwei Herausgaben und 15 in Zeitschriften und Editionen erschienen Auf­sätzen sehr beachtlich.

Über die weltweit angesehene wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit World Englishes hinaus hat sich Dr. Rüdiger in den letzten Jahren auf weiteren Forschungsfeldern einen Namen gemacht: Sie hat nicht nur im am Lehrstuhl Englische Sprachwissenschaft angesiedelten Bereich „Sprache und Essen“ zur linguistischen Analyse von Mukbang (auf Youtube verbreitete Ess-Shows) publiziert, sondern hat auch bereits beachtliche Forschung zu sprachlichen Strategien von Pick-up Artists (Abschlepp-Künstler, die sich im Internet austauschen und gegenseitig beraten) vorgelegt. Die Relevanz und Güte ihrer Forschungsleistung wird auch durch die von Dr. Rüdiger eingeworbenen Drittmittel sowie die vielfältigen Einladungen zu Gast- und Forschungsvorträgen deutlich.

Im Rahmen ihrer Habilitation „Historical Perspectives on the Speech Act of Indirect Complaints“ untersucht Dr. Rüdiger anhand von historischen Korpora (aus bestehenden Datenmaterial wie Briefen oder Dramen) wie die sprachliche Aktivität „indirekte Beschwerde“ historisch und sozial eingeordnet werden kann. Professorin Dr. Mühleisen ist zuversichtlich, dass sich Frau Rüdiger auch auf diesem Gebiet einen Namen machen und das Habilitationsprojekt erfolgreich durchführen wird.

Wichtigste Stationen des Lebenslaufes

Die gebürtige Unterfränkin Sofia Rüdiger ist eine Alumna der Universität Bayreuth. Hier schloss sie 2010 ihr Bachelorstudium in Anglistik mit Nebenfach Angewandte Informatik und 2012 ein Masterstudium in Intercultural Anglophone Studies mit beeindruckenden Abschlussnoten ab. 2017 wurde sie ebenfalls an ihrer Alma Mater zum Thema „Characterizing the Spoken Korean English Repertoire: Morpho-Syntactic Patterns of Korean(ized) English“ mit „summa cum laude“ promoviert. Seit 2012 ist Frau Rüdiger wissenschaftliche Mitarbeiterin und seit 2018 Akademische Rätin auf Zeit am Lehrstuhl für Englische Sprachwissenschaft an der Universität Bayreuth. Während dieser Zeit verbrachte Dr. Rüdiger diverse Aufenthalte zur Feldforschung oder als Gastwissenschaftlerin im Ausland, so z.B., in Südkorea, Taiwan, und der Schweiz.

Das Habilitationsverfahren wurde Ende April 2020 zum Thema „Historical Perspectives on the Speech Act of Indirect Complaints“ eröffnet.

DAAD-Preis

Der DAAD-Preis wird an ausländische Studierende verliehen, die mit hervorragenden Leistungen in Bayreuth studieren und einen wesentlichen Beitrag zum interkulturellen Dialog leisten.

Hanza DimanEinklappen
Hanza Diman

Hanza Diman überzeugt durch exzellente akademische Leistungen und beeindruckendes gesellschaftliches Engagement im kulturellen und sozialen Bereich. Er ist einer der vielversprechendsten afrikanischen Nachwuchsforscher in Bayreuth.

In seiner Dissertation im Fach „Geschichte Afrikas“ in der Bayreuth International Graduate School of African Studies befasst er sich mit dem Thema „Wood for the kitchen: towards a history of the supply and use of fuelwood in urban households of West Africa: the case of Lomé (from 1884 to the present)“.

Hanza Diman zielt in seiner akademischen Forschung interdisziplinär darauf ab, seine Ambitionen als Zeithistoriker mit Forschungsthemen aus dem Alltagsleben zu kombinieren. Er widmet sich in einer Kombination von ökonomischen, sozialen, kulturellen und Umwelt bezogenen Aspekten sowohl der Betrachtung ökologischer Degradation und der Untersuchung von Ungleichheit als auch der Frage nach nachhaltiger Entwicklung und politischen Reformen.

Er widmet sich wissenschaftlichen Fragestellungen mit außergewöhnlicher wissenschaftlicher und intellektueller Begabung sowie einem ausgeprägten Interesse an innovativen Themen und verfolgt seine akademische Karriere mit Stringenz und hoher persönlicher Motivation. Er hat bereits globale Netzwerke geknüpft indem er Forschungsergebnisse an der Harvard University sowie an den Universitäten in Groningen, Leipzig, Erlangen und Sousse präsentiert hat. Es sind bereits wissenschaftliche Publikationen erschienen und die Veröffentlichung weiterer steht bevor. Er hat weitsichtig seine wissenschaftlichen Kontakte in seiner Heimat Benin gepflegt und ausgebaut.

Neben der wissenschaftlichen Forschung für seine Dissertation hat Herr Diman sich in den letzten Jahren gesellschaftlich, (bildungs)politisch, kulturell und sozial engagiert. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement im Organisationsteams und als Koordinator des Projektes Afrika@School sowie als Mitgründer des Model African Union Vereins und als Gründer des Think-and-Do-Tanks Africa Politicum. Sein Engagement in deutsch-afrikanischen Einrichtungen wird durch seine Mitarbeit im Farafina Institut e.V. und im Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland abgerundet. An der BIGSAS  war er Repräsentant der Doktorand*innen und zeichnet sich auch weiterhin durch sein aktives Interesse aus, Kommiliton*innen miteinander zu vernetzen und Synergien herzustellen. Hanza Diman erhielt während seiner Promotion ein Stipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Preis zur Frauenförderung

Im Rahmen der Zielvereinbarungen der Hochschulleitung mit den Fakultäten zur Umsetzung der Chancengleichheit für die Geschlechter (1. Runde: 2013-2017, 2. Runde: 2018-2022) verleiht die Universität Bayreuth jährlich den Preis zur Frauenförderung an Ihre Fakultäten. Für die Laufzeit von jeweils fünf Jahren wurden mit den einzelnen Fakultäten in den Zielvereinbarungen konkrete Kennzahlen zur Steigerung der Frauenanteile auf unterschiedlichen Ebenen festgelegt und passgenaue Maßnahmen entworfen, die im Zeitraum der Zielvereinbarungen umgesetzt werden sollen.

Als Anreiz für die Fakultäten, ihre Ziele zu erreichen, lobt die Universität jährlich den Preis zur Frauenförderung in Höhe von insgesamt 70.000 Euro aus. Dieser wird in drei Kategorien vergeben:

  • 1. Kategorie: Abgeschlossene Promotionen (10.000 Euro)
  • 2. Kategorie: Erfolgreiche Qualifizierung zur Professur (20.000 Euro)
  • 3. Kategorie: Professoraler Frauenanteil (40.000 Euro)

Im Jahr 2020 vergibt die Universität den Preis zur Frauenförderung in der Kategorie “Abgeschlossene Promotionen“ an die Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät. Der Preis in der Kategorie „Erfolgreiche Qualifizierung zur Professur“ geht an die Fakultät für Kulturwissenschaften und in der Kategorie „Professoraler Frauenanteil“ an die Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften und an die Fakultät für Kulturwissenschaften (Preisteilung). Das Preisgeld steht den Fakultäten zur freien Verfügung.

Mit der Neuverhandlung der Zielvereinbarungen für den Zeitraum 2018-2022 hat die Hochschulleitung darüber hinaus ein jährliches, auf Antrag verfügbares, “Budget für Innovative Gleichstellungsmaßnahmen“ in Höhe von 10.000 € bereitgestellt. Im Jahr 2019 konnten über dieses Budget folgende Maßnahmen gefördert werden:

Kategorie "Abgeschlossene Promotion"Einklappen

Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät
(Preisgeld in Höhe von 10.000 €)

Kategorie "Erfolgreiche Qualifizierung zur Professur"Einklappen

Fakultät für Kulturwissenschaften
(Preisgeld in Höhe von 20.000 €)

Fakultät V erhält mit 6 weiblichen von insgesamt 10 erfolgreichen Qualifizierungen zur Professur im Zeitraum 2017-2019 insgesamt 11 Punkte für die beiden Kriterien (6P+5P).

Kategorie "Professoraler Frauenanteil"Einklappen

Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften sowie Fakultät für Kulturwissenschaften
(Preisteilung, je 20.000 Euro)

Fakultät II erreicht mit einem durchschnittlichen Frauenanteil von 23,53% (14,7 von 62,3) im Zeitraum 2017-2019 für beide Kriterien insgesamt 11 Punkte (6P +5P = 11P). Auch Fa-kultät V erreicht mit 38,83% (13,33 von 34,33) insgesamt 11 Punkte (5P+6P).

Es liegt eine Patt-Situation vor, welche die Teilung des Preisgeldes vorsieht.

Verleihung des „Goldenen Rabens“ (universitärer Lehrpreis)

Der Universitätspreis für herausragende Lehre wurde 2014 erstmalig überreicht und wird seitdem jährlich verliehen. Der Preis wird im Wechsel an eine Professorin/einen Professor und an eine wissenschaftliche Mitarbeiterin/einen wissenschaftlichen Mitarbeiter vergeben. Der „goldene Rabe“ ist eine Auszeichnung für besonders gute Lehrleistungen. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt auf der Basis von Vorschlägen aller Fakultäten, durch die Wahl eines übergeordneten Gremiums, das sich aus je einer Vertreterin oder einem Vertreter der Fachschaften, des Fortbildungszentrums für Hochschullehre (FBZHL) sowie der Sprecherrätin beziehungsweise des Sprecherrats und des Vizepräsidenten für Wissenschaft, Lehre und Studium zusammensetzt.

Prof. Dr. Stephan GekleEinklappen

Würdigung der Leistung

Covid-19 ist für die Lehre eine große Herausforderung - besonders an einer familiären Universität wie Bayreuth. Für die Dozierenden werfen die erzwungenen Online-Veranstaltungen neue Fragen auf: Wie funktioniert Lernen ohne persönlichen Kontakt? Wie erhalte ich den Draht zu den Studierenden? Und wie motiviere ich sie dazu, sich regelmäßig mit dem Stoff zu befassen?

Der „Goldene Rabe“ ist der Universitätspreis für herausragende Lehre der Universität Bayreuth. In diesem Jahr zeichnet er Dozierende aus, die diese Fragen auf neue und intelligente Art gelöst haben. Von der Fachschaft Mathe, Physik, Informatik wurde Prof. Dr. Stephan Gekle vorgeschlagen, Professor für Theoretische Physik, insbesondere „Biofluid Simulation and Modeling“. Eine Online-Abstimmung brachte letztendlich die Entscheidung für Prof. Gekle.

Wenn man mit Studierenden über Herrn Gekle spricht, dann erwähnen sie vor allem zwei Dinge: Vermittlung und Zugänglichkeit. Auch mit rein digitaler Lehre schafft er es, komplizierten Lehrstoff verständlich zu machen. Und er bewahrt gleichzeitig immer ein offenes Ohr für die Studierenden – sowohl online als auch offline. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist die Vorlesung „Theoretische Mechanik“.

Für die Physik-Studierenden ist die „Theoretische Mechanik“ eine Grundlagen-Vorlesung. Die Themen sind – unter anderem – Gleichungen von Kepler, Formeln von Newton und der Relativitätstheorie von Albert Einstein. Stoff, der wenig zugänglich ist.

Auch für Physik-Studierende sind diese Themen alles andere als einfach. Prof. Gekle aber schafft es, die komplexen Inhalte in seinen Videos so zu erläutern, dass man sie gut versteht. Und bietet seinen Studierenden gleichzeitig viele Zusatz-Angebote, um das Lernen zu erleichtern.

Eines dieser Angebote sind eLearning-Quizze. Für die Kursteilnehmer ist das eine sehr praktische Möglichkeit, ihren Wissensstand zu testen. Vor allem, wenn man, wie bei Prof. Gekle, detaillierte Rückmeldungen auf Antworten erhält. Zusätzlich bereitgestellt wurde auch eine Fragewand. Mit Hilfe einer Art „Digitalen Tafel“ konnten die Studierenden anonym Fragen stellen - die dann auch schnell und umfassend beantwortet wurden.

Gute Videos, Übungen, Quizze und die Fragewand machen zusammen das Erlernen des Stoffs deutlich leichter. Natürlich ersetzen sie nicht die eigene Arbeit der Kursteilnehmer. Aber Prof. Gekle hat viel Arbeit investiert, um den Studierenden die bestmöglichen Chancen zu bieten.

Die Fragewand steht auch exemplarisch für den zweiten angesprochenen Punkt: Zugänglichkeit. Das merkt man nicht nur in der Vorlesung „Theoretische Mechanik“. Sondern zum Beispiel auch, wenn man bei Herrn Gekle eine Abschlussarbeit schreibt. Es gibt nicht viele Arbeitsgruppen, in denen man sich wöchentlich mit dem betreuenden Professor trifft, um den Fortschritt der Arbeit und die Probleme zu besprechen. Und es gibt nicht viele Dozierende, die neue Studierende als Vertrauensperson über ihre gesamte Zeit an der Universität begleiten.

Die Betreuung und die Lehre sind für Prof. Gekle offensichtlich eine Herzensangelegenheit. Es gibt durchdachte Veranstaltungen, ein Agieren auf Augenhöhe mit den Studierenden, Zusatzinhalte und eine hervorragende Vermittlung komplexer Inhalte. Dafür verdient Prof. Gekle den Lehrpreis der Uni Bayreuth.

Wichtigste Stationen des Lebenslaufs

Prof. Stephan Gekle wurde 1978 in Nürtingen geboren. Ab 1999 studierte er Physik in Stuttgart, inklusive eines Auslandsaufenthaltes in Valladolid in Spanien. Seine Promotion legte er 2009 an der Universität Twente in den Niederlanden über den Einschlag von Objekten auf Wasseroberflächen ab. Nach einer kurzen Zeit als PostDoc in Twente wechselte er in gleicher Funktion an die Technische Universität München. 2012 ging er als Gruppenleiter für „Biofluid Simulation and Modelling“ an die Universität Bayreuth. Ein Jahr später wurde er Lichtenberg-Juniorprofessor und ist seit 2018 Inhaber einer W2-Professur zum selben Thema. Seine Forschung beschäftigt sich unter anderem mit der Entstehung von Blutplättchen im menschlichen Körper sowie dem Verhalten von roten Blutzellen oder von Mikroplastik-Partikeln in der Umwelt.

Preis für digital unterstützte Lehre

Der „Bayreuther Lehrpreis für digital unterstützte Lehre“ wird seit dem WS 2017/2018 vergeben. Mit diesem Lehrpreis möchte die Hochschulleitung Lehrende mit besonderem Engagement für die Gestaltung von Lehr-Lernprozessen mit digitalen Ressourcen auszeichnen.

In diesem Jahr wird der Lehrpreis aufgrund der Covid-19-Situation und der damit verbundenen reinen digitalen Lehre im Sommersemester 2020 an drei Personen vergeben. Alle Lehrenden können sich eigenständig oder nach Aufforderung für diesen Preis mit der Darstellung ihrer durchgeführten Lehr-Lernszenarien mit digitalen Ressourcen bewerben. Die Auswahl einer Preisträgerin bzw. eines Preisträgers erfolgt durch ein sechsköpfiges Gremium mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Hochschulleitung, dem Fortbildungszentrum Hochschullehre, dem StuPa sowie der Stabsabteilung für Chancengleichheit.

Dr. Katharina PtackEinklappen
Katharina Ptack

Würdigung der Leistung

In diesem Jahr wird Frau Dr. Katharina Ptack vom Lehrstuhl für "Sport- und Gesundheitswissenschaft" mit dem „Bayreuther Lehrpreis für digital unterstützte Lehre“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung bezieht sich auf Ihre Lehrveranstaltung mit dem Titel „Gesundheit und Fitness“ mit 2 SWS. Für das Seminar wurde ein sehr gut strukturierter Ablaufplan mit klar formulierten Lernzielen entwickelt, was eine gute und wichtige Voraussetzung für eine gelungene Lehrveranstaltung bildet. Die Veranstaltung wurde als Onlinekurs angelegt, in dem sich Selbstlernphasen (asynchron und synchron) und Live- bzw. aufgezeichnete Video-Webinare abwechselten. So gestaltete sich das Semester sehr abwechslungsreich durch die Phasen des Vermittelns, Diskutierens und Unterstützens im Rahmen des Lernprozesses der Studierenden. Die übergeordnete Zielsetzung des Seminars richtete sich an Lehramtsstudierende und umfasste die theoriebasierte Konzeption von Unterrichtsbeispielen zum Thema Gesundheit in einem modernen Sportunterricht. Mit Hilfe des Einsatzes digitaler Medien bzw. Tools konnte den Studierenden das Lernen in Bezug auf Zeit- und Ortsunabhängigkeit, Bedarfsorientierung (verschiedene Lern- und Arbeitsmaterialien), Studienerfolg und Ausbildung von Multiplikatoren (Transfer für späteren eigenen Sportunterricht, Umsetzung von Unterrichtsbeispielen auch mit digitalen Medien, sportliches Bildungsangebot konnte in Kooperationsschulen trotz Corona gewährleistet werden). Die schriftliche Evaluation der Lehrveranstaltung wurde durch ein mündliches Feedback ergänzt und viel insgesamt sehr gut aus. Die gute Konzeption, Struktur und der Praxistransfer wurden besonders lobend hervorgehoben. Die Studierenden konnten über das Seminar zudem ihre digitale Medienkompetenz vertiefen, was für einen zukünftigen, mit digitalen Ressourcen angereicherten Sportunterricht von großer Bedeutung ist.

Mit dem Lehrpreis und der damit verbundenen Dotierung (1.000,- € und Finanzierung einer E-Tutorin/eines E-Tutors für ein halbes Jahr) wird Frau Dr. Katharina Ptack darin unterstützt, die selbst formulierten Optimierungswünsche für Ihre Lehrveranstaltungen in den kommenden Semestern umzusetzen.

Wichtige Stationen des Lebenslaufs

Frau Dr. Katharina Ptack hat von 2009 bis 2014 an der Universität Tübingen Lehramt an Gymnasien mit den Fächern Sportwissenschaft, Mathematik und Erziehungswissenschaften studiert und mit dem ersten Staatsexamen abgeschlossen. Seit 2014 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für „Sport- und Gesundheitswissenschaft“ der Universität Bayreuth. Ihre Promotion erfolgte in der Sportwissenschaft im Jahr 2019 mit der Note summa cum laude und einer Auszeichnung mit dem Preis der Stadt Bayreuth für herausragende Dissertationen. Für Ihre hervorragende wissenschaftliche Leistung erhielt Sie zudem im selben Jahr eine Auszeichnung durch die „International Association for Physical Activity in Higher Education“ und eine Belobigung im Rahmen des OMMO-Gruppe-Preises. Im Jahr 2020 hat Katharina Ptack das „Zertifikat Hochschullehre der Bayerischen Universitäten“ in der Vertiefungsstufe erlangt.

Moritz ZehnderEinklappen
Zehnder

Würdigung der Leistung

In diesem Jahr wird Herr Moritz Zehnder vom Lehrstuhl für „Mathematik und ihre Didaktik“ mit dem „Bayreuther Lehrpreis für digital unterstützte Lehre“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung bezieht sich auf seine Lehrveranstaltung mit dem Titel „Zahlen und Algebra in der Schule“ mit 2 SWS. Die Lehrveranstaltung wurde von Herrn Zehnder fast ausschließlich in asynchroner Form konzipiert und durchgeführt; es gab also nur sehr wenige feste synchrone Termine. Das zentrale digitale Medium bildete ein E-Learning-Kurs, der u.a. mit Etherpad Lite (für kollaboratives Arbeiten), verschiedene Quiz-Typen (für eine automatisierte Erfolgskontrolle) sowie Videos, Zeitschriftenartikel, Skripten (für die inhaltliche Vermittlung) ausgestattet wurde. Hinzu kam noch individuelles mündliche Feedback zur Lernerfolgskontrolle. Die Lehrveranstaltung wurde sehr gut und klar strukturiert und umfasste folgende methodisch-didaktischen Aspekte: Selbstorganisiertes Lernen, inhaltlich kleinschrittiges Arbeiten, klare Struktur und Transparenz bzgl. der Lernziele, Differenzierung (d.h. Berücksichtigung des unterschiedlichen Lerntempos, Vorwissens und Interesses der Studierenden). Automatisierte und individualisierte Erfolgskontrollen, Zusammenarbeit und Reflexion sowie Motivation durch abwechslungsreiche Gestaltung. Es wurde eine schriftliche Evaluation speziell zu diesen Aspekten durchgeführt, die insgesamt sehr gut ausgefallen ist. Ein Verbesserungsvorschlag der Studierenden bezog sich auf die Erhöhung der Häufigkeit der synchronen Termine. Insbesondere die gute Strukturierung sowie die Vielfalt und damit Abwechslung der eingesetzten Medien hat zu einer gesteigerten Motivation der Studierenden geführt. Herr Zehnder hat zudem eine sehr profunde Reflexion seiner Lehrveranstaltung durchgeführt.

Mit dem Lehrpreis und der damit verbundenen Dotierung (1.000,- € und Finanzierung einer E-Tutorin/eines E-Tutors für ein halbes Jahr) wird Herr Moritz Zehnder darin unterstützt, die selbst formulierten Optimierungswünsche für seine Lehrveranstaltungen in den kommenden Semestern umzusetzen.

Wichtige Stationen des Lebenslaufs

Herr Moritz Zehnder hat von 2010 bis 2015 an der Universität Bayreuth studiert und einen BA in den Fächern Mathematik und Chemie sowie das 1. Staatsexamen in denselben Fächern erlangt. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für „Mathematik und ihre Didaktik“ promoviert er derzeit zum Thema „Mathematische Begabung in den Jahrgangsstufen 9 und 10“. Im Jahr 2020 wurde Moritz Zehnder der Lehrpreis „Goldene Kreide“ durch die Fachschaft MPI verliehen und er wurde für den Preis für gute Lehre an den staatlichen Universitäten in Bayern nominiert. Des Weiteren ist Moritz Zehnder seit 2016 Projektkoordinator für das Elite-Programm „MINT-Lehramt PLUS“.

Prof. Dr. Sebastian SchanzEinklappen
Sebastian Schanz

Würdigung der Leistung

In diesem Jahr wird Herr Prof. Dr. Sebastian Schanz, Inhaber des Lehrstuhls für „Betriebswirtschaftliche Steuerlehre“ mit dem „Bayreuther Lehrpreis für digital unterstützte Lehre“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung bezieht sich auf seine Lehrveranstaltung mit dem Titel „Investition mit Unternehmensbewertung“ mit 5 SWS, die eine Vorlesung, eine Übung und einen Excel-Kurs umfasst. Die Lehrveranstaltung wurde als „flipped classroom“ durchgeführt und hatte folgende wöchentlich wiederkehrenden Ablauf: Selbststudium, Tutorium zur selbstständigen Lösung von Aufgaben unter Anleitung, Formulierung von offenen Fragen seitens der Studierenden in einem GoogleDoc-Dokument, Session (ehemals Vorlesung) mit Bearbeitung der offenen Fragen, Diskussion und Livefeedback. Die eingesetzten und sehr gut vernetzten digitalen Elemente umfassten Screencasts, Kahoot, QR-Codes, H5P über Moodle, GoogleSheets, GoogleDocs, pdf-Dokumente, Apps etc. Dadurch war es den Studierenden möglich, sehr gut strukturiert und geleitet (Stichwort „Vernetzung“) sich eigenständig Wissen anzueignen und ihre Kompetenzen zur Lösung von Aufgaben sehr fundiert aufzubauen. Durch das „flipped classroom“-Konzept konnte auch viele genauer und intensiver auf Fragen und Probleme der Studierenden eingegangen werden, was zu einer enormen Steigerung des Niveaus der Lehrveranstaltung führte. Der große Arbeitsaufwand der letzten Semester, die Lehrveranstaltung als „flipped classroom“ neu zu konzipieren, hat sich auch und gerade im reinen digitalen Semester sehr bewährt und gelohnt. Es wurden drei schriftliche Evaluationen durchgeführt, die gut bis sehr gut ausgefallen sind. Insbesondere das eigenständige Lernen über das ganze Semester verteilt wurde gerade im Gegensatz zu Frontalunterricht als besonders geeignet für einen erfolgreichen Lernprozess hervorgehoben. Ein Kritikpunkt bezog sich auf den großen Umfang der Materialien und den hohen Arbeitsaufwand. Die Lehrveranstaltung von Herrn Prof. Dr. Schanz kann als beispielhaft für eine erfolgreiche Neukonzeption von Lehre gerade auch im digitalen Semester betrachtet werden.

Mit dem Lehrpreis und der damit verbundenen Dotierung (1.000,- € und Finanzierung einer E-Tutorin/eines E-Tutors für ein halbes Jahr) wird Herr Prof. Dr. Sebastian Schanz darin unterstützt, die selbst formulierten Optimierungswünsche für seine Lehrveranstaltungen in den kommenden Semestern umzusetzen.

Wichtige Stationen des Lebenslaufs

Herr Prof. Dr. Sebastian Schanz hat von 1998 bis 2004 an der Universität Tübingen und der University of Columbia in Missouri, USA, mit dem Abschluss Diplomkaufmann studiert. In seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Graz von 2004 – 2008 hat er promoviert. Es erfolgte eine kurze außeruniversitäre Berufstätigkeit bei der Ernst & Young AG in Frankfurt/Eschborn bevor er von 2008 bis 2010 eine Juniorprofessur an der Universität Bielefeld innehatte. In dieser Zeit hat Prof. Dr. Schanz auch einen Lehrstuhl an der Universität Magdeburg vertreten. Seit 2013 ist er Inhaber des Lehrstuhls für „Betriebswirtschaftliche Steuerlehre“ an der Universität Bayreuth.

Nachhaltigkeitspreis

Der Nachhaltigkeitspreis wurde 2020 bereits zum zweiten Mal vergeben. Den mit 400 Euro (1. Platz), 300 Euro (2. Platz) und 200 Euro (3. Platz) dotierten und vom Universitätsverein Bayreuth e.V. gestifteten Preis erhalten Studierende, die sich in ihren Abschlussarbeiten theoretisch oder praktisch mit der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung befassen. Bewerben können sich Studierende und Alumni aller Fachbereiche der Universität Bayreuth, die ihren Abschluss in den jeweils vorangegangenen zwei akademischen Jahren gemacht haben.

Der Nachhaltigkeitspreis für Abschlussarbeiten soll Anreize für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Themen der nachhaltigen Entwicklung schaffen. Er steht im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsstrategie der Universität Bayreuth. Ideengeber für die Ausschreibung des Preises ist der Präsident und die Gruppierung „GreenCampus“ mit Förderung durch den Universitätsverein Bayreuth e.V.

Carlos Weis ReyesEinklappen
Carlos Weis-Reyes

Würdigung der Leistung

Den ersten Platz des Nachhaltigkeitspreises der Universität Bayreuth für Abschlussarbeiten erhielt Carlos Weis Reyes mit seiner Bachelorarbeit zum Thema „Payments for Ecosystem Services for wild bees in Bayreuth - An analysis using the Contingent Valuation Method“. Betreuer der Arbeit war Herr Niklas Gogoll, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre V insb. Institutionenökonomik.

Die Bachelorarbeit von Herrn Weis Reyes untersucht, ob Payments for Ecosystems Services (PES) für Lebensraum von Wildbienen in Bayreuth möglich sind und wie diese gestaltet werden könnten.

In Bayern sind 54% der Wildbienenarten durch den Verlust von Lebensraum bedroht, der maßgeblich durch neue Siedlungsflächen verursacht wird. Aus ökonomischer Sicht kann dies durch fehlende Märkte für Lebensraum erklärt werden. In solchen Fällen können PES Märkte schaffen, auf denen Käufer*innen von Anbieter*innen die Bereitstellung von Lebensraum „erwerben“.

Um dies zu untersuchen, hat Herr Weis Reyes mit der Kontingenten Bewertungsmethode eine Umfrage erstellt, welche die Zahlungsbereitschaft in Form einer Spende für Lebensraum in Privatgärten Bayreuths ermittelte. Teilnehmer*innen für die Umfrage wurden online aus einer willkürlichen Stichprobe gezogen. Unter Berücksichtigung der Sicherheit, mit der die Befragten tatsächlich zu zahlen bereit wären, hatten Teilnehmer*innen aus Bayreuth in der konservativsten Berechnung eine mittlere Zahlungsbereitschaft von 11 Euro. Die Verallgemeinerung der Werte auf die Gesamtbevölkerung Bayreuths war aufgrund der Selbstselektion der Teilnehmer*innen nicht möglich. Dennoch weisen die Ergebnisse darauf hin, dass die mittlere Zahlungsbereitschaft, vor allem um weltbewusstere Bürger*innen, sehr wahrscheinlich größer als 0 Euro ist. Nennenswert ist auch, dass Befragte außerhalb Bayreuths eine positive Zahlungsbereitschaft hatten. 

Da die Schaffung von Lebensraum günstig ist und kleinteilig erfolgen kann, wurde geschlossen, dass privat finanzierte PES für Lebensraum in Bayreuth möglich sind. Anhand von Literatur zu PES kam die Arbeit zum Ergebnis, dass eine einmalige Zahlung an Gartenbesitzer*innen zur Kostendeckung der Maßnahmen für Lebensraum eine geeignete Zahlungsmethode ist. Um den Fortbestand des Lebensraumes zu gewährleisten und eine kostenintensive Überwachung der Gärten zu vermeiden, sollten durch eine niedrige Zahlung besonders motivierte Gartenbesitzer*innen angesprochen werden. Zusammenfassend empfiehlt die Arbeit, PES für Lebensraum von Wildbienen in Bayreuth nach den beschriebenen Kriterien zu etablieren. 

Wichtigste Stationen des Lebenslaufs

Carlos Weis Reyes, geboren im Jahr 1997, begann im Oktober 2016 „Internationale Wirtschaft und Entwicklung“ im Bachelor an der Universität Bayreuth zu studieren. Das Studium schloss er im Mai 2020 erfolgreich ab. Seit August 2020 studiert er im Master „Environmental and Natural Resource Economics“ an der University of Copenhagen in Dänemark.

Frederik WildEinklappen
Frederik Wild

Würdigung der Leistung

Den zweiten Platz des Nachhaltigkeitspreises der Universität Bayreuth für Abschlussarbeiten erhielt Frederik Wild mit seiner Masterarbeit zum Thema „The Effect of Women’s Primary Schooling on Fertility in sub-Saharan Africa“. Betreuer der Arbeit war Prof. Dr. David Stadelmann, Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre E.

In seiner Masterarbeit nutzt Herr Wild die Abschaffung von Grundschulgebühren zu verschiedenen Zeitpunkten in Kenia, Uganda und Tansania als quasi-Experiment, um den kausalen Effekt von Schulbildung auf die Geburtenraten von Frauen sowie auf Alphabetisierung, Arbeitsmarktpotenzial und Einkommensniveau zu schätzen.

Dabei folgte Herr Wild in seiner Analyse einem wissenschaftlichen Artikel von Keats (2018) im Journal of Development Economics und wendet ein (fuzzy) Regression Discontinuity-Design in Kombination mit Instrumentvariablenschätzungen an. So war es ihm möglich die Schulbildung für Frauen zu isolieren, die noch von der Abschaffung der Grundschulgebühren profitieren konnten, im Vergleich zu den Frauen, die bereits aus der Grundschule ausgeschieden waren. Diese „exogene“ Schulbildung, also jene, die rein aufgrund der Abschaffung von Schulgebühren zustande kam, nutzte Herr Wild, um den Einfluss auf Geburtenraten und auf weitere nachgelagerte Effekte zu schätzen.

Dabei konnte Herr Wild die Grundergebnisse der Literatur bestätigen und diese für zwei weitere Länder (Kenia und Tansania) erweitern: In allen drei Ländern führt die Abschaffung von Schulgebühren zu quantitativ höherer Schulbildung. Diese exogene Erhöhung an Bildung führte in zweiter Instanz im Regelfall zu einer Reduktion der Geburtenraten. 

Während die Masterarbeit neue Evidenz für einen negativen kausalen Zusammenhang zwischen Bildung und Fertilität liefert, untersucht sie ferner die Mechanismen, über welche Bildung diesen negativen Effekt auf die Geburtenraten überträgt. Schulbildung gilt als Schlüssel zur Senkung der Fertilität, da sie Frauen einerseits Wissen über moderne Familienmodelle sowie Verhütung vermittelt, sie andererseits auch mit erhöhtem Arbeitsmarktpotenzial ausstattet, was wiederum die Opportunitätskosten des Kinder-erziehens ansteigen lässt. Bildung spielt hierbei also nicht nur eine zentrale Rolle für gesellschaftliche Nachhaltigkeit, sondern auch für Selbstbestimmung und somit auch für die Gleichstellung zwischen Frau und Mann.

Wichtigste Stationen des Lebenslaufs

Herr Frederik Wild, geboren 1993, absolvierte von 2013-2016 seinen Bachelor in Business Administration und von 2016-2019 seinen Master in Philosophy & Economics. Derzeit ist Herr Wild wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. David Stadelmann und forscht im Rahmen seiner Dissertation zu (sozio-)ökonomischen Fragestellungen der Entwicklung in Subsahara Afrika. Herr Wild ist Projektmitglied des Exzellenzclusters EXC 2052 „Africa Multiple: Reconfiguring African Studies“.

Anna Bertels (mit Luisa Altherr)Einklappen
Anna Bartels

Würdigung der Leistung

Den dritten Platz des Nachhaltigkeitspreises der Universität Bayreuth für Abschlussarbeiten erhielten Anna Bertels und Luisa Altherr für ihre Masterarbeit zum Thema „Ökologische Nachhaltigkeit im Profifußball – Differenziertes CO2-Assessment am Beispiel der TSG Hoffenheim“. Betreuer der Arbeit war Prof. Dr. Peter Kuhn des Lehrstuhls Sportwissenschaft III.

In Ihrer Masterarbeit beschäftigen sich Frau Bertels und Frau Altherr mit den Fragen, auf welche Art und Weise Profifußballvereine ihre im Saisonverlauf anfallenden CO2-Emissionen einheitlich quantifizieren können und wie viele CO2-Emissionen insgesamt im Rahmen der Saison 2019/20 bei dem Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim entstanden sind.

Angesichts der sich verschärfenden Umweltproblematik und der damit einhergehenden zunehmenden Relevanz der ökologischen Nachhaltigkeit steigen die Erwartungen der Gesellschaft an Unternehmen und Fußballvereine, ihre Geschäftstätigkeiten umweltfreundlich zu gestalten. Jedoch verursacht gerade der Profifußball erhebliche Mengen an Treibhausgasen, die mitverantwortlich für den Klimawandel sind. In Deutschland versuchen viele Vereine bereits, diesem Problem mit einzelnen Maßnahmen entgegen zu wirken. Bisher fehlen allerdings einheitliche Kennzahlen, die die ökologischen Auswirkungen quantifizierbar machen.

Um diese Lücke zu schließen entwickelten Frau Bertels und Frau Altherr in ihrer Arbeit einen Bilanzierungsrahmen zur Messung von CO2-Emissionen von Vereinen der deutschen Fußball-Bundesliga. Auf Basis dieses Bilanzierungsrahmens wird anschließend ein CO2-Assessment für den Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim durchgeführt. Als Datengrundlage für die Erhebung dienen vereinsinterne Aktivitätsdaten sowie eine Online Umfrage zur Fanmobilität unter den Mitgliedern der TSG. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Herren-Profimannschaft hochgerechnet auf die Saison 2019/20 in ausgewählten Emissionskategorien 1.278,65t CO2e verursacht hat. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der fußballspezifischen Kategorie der Fanmobilität ergibt sich ein CO2-Fußabdruck von 3.997,28t CO2e.

Der entwickelte Bilanzierungsrahmen stellt eine Orientierungshilfe für ein erstmaliges CO2-Assessment dar. Langfristig gesehen schafft er nicht nur eine vereinsinterne Nachvollziehbarkeit der eigenen CO2-Emissionen, sondern auch Transparenz und Vergleichbarkeit zwischen den Bundesligisten.

Wichtigste Stationen des Lebenslaufs

Anna Bertels (geb. 1995) hat im Bachelor und Master Sportökonomie an der Universität Bayreuth studiert. Nach Abgabe ihrer Masterarbeit im Mai 2020 ist in München in das Berufsleben gestartet. Frau Bertels arbeitet mittlerweile als Junior Consultant bei der iic solutions GmbH.

Luisa Altherr (mit Anna Bertels)Einklappen
Luisa Altherr

Würdigung der Leistung

Den dritten Platz des Nachhaltigkeitspreises der Universität Bayreuth für Abschlussarbeiten erhielten Anna Bertels und Luisa Altherr für ihre Masterarbeit zum Thema „Ökologische Nachhaltigkeit im Profifußball – Differenziertes CO2-Assessment am Beispiel der TSG Hoffenheim“. Betreuer der Arbeit war Prof. Dr. Peter Kuhn des Lehrstuhls Sportwissenschaft III.

In Ihrer Masterarbeit beschäftigen sich Frau Bertels und Frau Altherr mit den Fragen, auf welche Art und Weise Profifußballvereine ihre im Saisonverlauf anfallenden CO2-Emissionen einheitlich quantifizieren können und wie viele CO2-Emissionen insgesamt im Rahmen der Saison 2019/20 bei dem Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim entstanden sind.

Angesichts der sich verschärfenden Umweltproblematik und der damit einhergehenden zunehmenden Relevanz der ökologischen Nachhaltigkeit steigen die Erwartungen der Gesellschaft an Unternehmen und Fußballvereine, ihre Geschäftstätigkeiten umweltfreundlich zu gestalten. Jedoch verursacht gerade der Profifußball erhebliche Mengen an Treibhausgasen, die mitverantwortlich für den Klimawandel sind. In Deutschland versuchen viele Vereine bereits, diesem Problem mit einzelnen Maßnahmen entgegen zu wirken. Bisher fehlen allerdings einheitliche Kennzahlen, die die ökologischen Auswirkungen quantifizierbar machen.

Um diese Lücke zu schließen entwickelten Frau Bertels und Frau Altherr in ihrer Arbeit einen Bilanzierungsrahmen zur Messung von CO2-Emissionen von Vereinen der deutschen Fußball-Bundesliga. Auf Basis dieses Bilanzierungsrahmens wird anschließend ein CO2-Assessment für den Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim durchgeführt. Als Datengrundlage für die Erhebung dienen vereinsinterne Aktivitätsdaten sowie eine Online Umfrage zur Fanmobilität unter den Mitgliedern der TSG. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Herren-Profimannschaft hochgerechnet auf die Saison 2019/20 in ausgewählten Emissionskategorien 1.278,65t CO2e verursacht hat. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der fußballspezifischen Kategorie der Fanmobilität ergibt sich ein CO2-Fußabdruck von 3.997,28t CO2e.

Der entwickelte Bilanzierungsrahmen stellt eine Orientierungshilfe für ein erstmaliges CO2-Assessment dar. Langfristig gesehen schafft er nicht nur eine vereinsinterne Nachvollziehbarkeit der eigenen CO2-Emissionen, sondern auch Transparenz und Vergleichbarkeit zwischen den Bundesligisten.

Wichtigste Stationen des Lebenslaufs

Anna Bertels (geb. 1995) hat im Bachelor und Master Sportökonomie an der Universität Bayreuth studiert. Nach Abgabe ihrer Masterarbeit im Mai 2020 ist sie in München in das Berufsleben gestartet. Frau Altherr arbeitet mittlerweile als Brand Specialist Sports bei Amazon.

Otto-Warburg-Preise

Die Otto-Warburg-Chemie-Stiftung dient der Förderung von Forschung und Lehre in der Chemie an der Universität Bayreuth, sowie der Darstellung der Chemie in der Öffentlichkeit. Dazu zeichnet die Stiftung zusammen mit dem Alumniverein der Fachgruppe Chemie (CSG e.V.) und der Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften der Universität Bayreuth jedes Jahr die jahrgangsbesten Absolventinnen und Absolventen im Bereich Chemie aus.

Markus Petermichl - Beste Promotion im Fachbereich ChemieEinklappen
Markus Petermichl

Würdigung der Leistung

Herr Dr. Markus Petermichl hat in seiner Doktorarbeit (summa cum laude) mit dem Thema „Flexible synthetische Zugänge zu bioaktiven O- und N-glykosylierten 3-Acyltetramsäuren aus Meeresschwämmen – Erstsynthese von Aurantosid G, Ancorinosid A und Methyl-Ancorinosid D“ am Lehrstuhl für Organische Chemie die ersten effizienten Syntheserouten für die besonders wirkpotenten Klassen der glykosylierten 3-Acyltetramsäuren entwickelt. Diese werden von marinen Schwämmen der Arten Theonella und Ancorina produziert und stellen ein in der Natur häufig vertretenes Strukturmotiv dar. Naturstoffe aus marinen Organismen weisen eine große Breite biologischer Aktivität auf und können antibiotische, antivirale oder auch zytotoxische Effekte besitzen. Ihr Studium und ihre Optimierung für medizinische Zwecke werden allerdings durch ihre begrenzte Zugänglichkeit erschwert. In Folge dessen sind 3-Acyl-tetramsäuren, insbesondere im Laufe der letzten Jahrzehnte, zu einem häufig untersuchten Strukturmotiv geworden. Strukturell gesehen handelt es sich um „Verbundnaturstoffe“ aus Aminosäuren, Zuckern und Polyketiden. Die von Markus Petermichl entwickelten Verknüpfungs- und Schutzgruppenstrategien stellen einen erheblichen methodologischen Fortschritt auf dem Gebiet der Synthese komplizierter, hochpolarer organischer Moleküle dar, und dürften zukünftig vielfach genutzt werden.      

Auf der Basis seiner Ergebnisse, die in der Angewandten Chemie und anderen renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht wurden, sind gezielte Strukturvariationen zur pharmakologischen Optimierung möglich geworden. Herr Dr. Markus Petermichl war selbst in solchen Studien in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Institut für Infektionsforschung in Braunschweig und weiteren Partnern eingebunden.           

Er verdient auch deshalb Lob vonseiten der Universität, weil er es verstanden hat, seine umfangreichen theoretischen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten an Studierende in vielen Praktika weiterzugeben und sie für die Kunst des "Moleküle Machens" zu begeistern.

Wichtigste Stationen des Lebenslaufs

Herr Dr. Markus Petermichl, 1988 in Regensburg geboren, absolvierte sein Bachelorstudium in Chemie an der Universität Bayreuth. In der Zeit von 2012 bis 2015 beendete er erfolgreich den Masterstudiengang in Natur- und Wirkstoffchemie. Von 2015 bis 2018 war er Mitarbeiter am Lehrstuhl für Organische Chemie an der Universität Bayreuth und fertigte mehrere Veröffentlichungen an. Seine Dissertation schloss er Anfang 2019 mit „summa cum laude“ ab und konnte danach als Experte der chemischen Analytik in der Qualitätskontrolle bei dem Pharmazuliefere „Vetter Pharma“ seinen Platz finden.

Neben seiner Arbeit widmet er sich vielseitigen Outdoor-Sportarten und ist aktives Mitglied in mehreren Vereinen.

Neben dem Promotionspreis hat die Otto-Warburg-Stiftung auch andere Abschlüsse ausgezeichnet:

  • Bester Studienabschluss Natur- und Wirkstoffchemie (M.Sc.) - Laura Treiber
  • Bester Studienabschluss Materialchemie und Katalyse (M.Sc.) - Sebastian Weiß
  • Bester Studienabschluss Polymer Science (M.Sc.) - Thomas Tran
  • Bester Studienabschluss Chemie (B.Sc.) - Nicolas Müller
Gruppenbild der Preisträger des Preises der Otto-Warburg-Stiftung 2020

Nicht beim President's Dinner, dafür bei der Akademischen Jahresfeier 2020 wurden Professor Dr. Ulrike Wanitzek (Universitätsmedaille) sowie Heribert Trunk (Ehrensenatorwürde) geehrt.


Universitätsmedaille

Prof. Dr. Ulrike WanitzekEinklappen
Ulrike Wanitzek

Würdigung der Leistung

Die Universität Bayreuth verleiht die Universitätsmedaille an Frau Professor Doktor Ulrike Wanitzek.

Die Juristin Ulrike Wanitzek kam Anfang der achtziger Jahre an die Universität Bayreuth. Es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein, denn sie blieb – bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2020.

In diesen fast 40 Jahren ist viel passiert. Bereits sehr früh in ihrer wissenschaftlichen Karriere entdeckte Ulrike Wanitzek ihre Leidenschaft für Afrika. Als einzige Rechtwissenschaftlerin engagierte sich Ulrike Wanitzek am Institut für Afrikastudien. Ihrer ausdauernden Netzwerkarbeit ist es zu verdanken, dass über die Jahre hinweg ein starker interdisziplinärer Dialog zum Thema „Afrika“ entstanden ist. Von ihrer Aufbauleistung profitiert heute auch das Exzellenzcluster „Africa Multiple“.

Doch Ulrike Wanitzek wirkte nicht nur nach innen, sondern auch stark nach außen. Durch ihre Arbeit vernetzte sie sich und ihre Kollegen international und bescherte der Universität Bayreuth damit weltweite Sichtbarkeit. Ihr Herzensprojekt war dabei das Tanzanian-German Centre for Eastern African Legal Studies – ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Dar-es-Salaam mit der Universität Bayreuth. Das TGCL ist ein einzigartiges Fachzentrum für Ostafrikanische Rechtwissenschaften. Dort absolvieren junge Menschen eine juristische Ausbildung auf höchstem Niveau. Viele von ihnen haben sich damit für Führungspositionen als Richterin oder Staatssekretär qualifiziert. Ulrike Wanitzek hat viel Energie und viel Herzblut in den Aufbau und die erfolgreiche Entwicklung des TGCL gesteckt: Anträge schreiben, Verlängerungsanträge stellen, das Projekt leiten. Insgesamt hat sie für das TGCL mehr als 4 Millionen Euro an Fördergeldern, insbesondere vom DAAD, eingeworben. Zweilfellos: Das TGCL ist ihr Lebenswerk.

Ulrike Wanitzek ist die „Mutter des TGCL“. So nennen sie ihre Wegbegleiter. Dieser Spitzname liegt einerseits an ihrer Rolle bei der Gründung des TGCL: Sie war es, die die Idee des TGCL in die Welt gesetzt hat. Und sie war es auch, die das TGCL seit seiner Gründung bis zu ihrem Ruhestand geleitet hat. Aber dass sie „Mutter des TGCL“ genannt wird, hat noch einen zweiten Grund: nämlich ihre Persönlichkeit. Es ist ihre herzliche Art, die aus Einzelpersonen ein Team macht. Es ist ihre Fähigkeit, auch in anstrengenden, herausfordernden Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Es ist ihre Fürsorglichkeit, mit der sie ihr Team umsorgt und beflügelt. Und es ist die Tatsache, dass sie in ihren Mitmenschen mehr sieht als nur „die Projektleiterin“ oder „den Wissenschaftler“. Ulrike Wanitzek sieht den ganzen Menschen.

Heute wird ihr die Universitätsmedaille verliehen: für ihre Pionierarbeit auf dem Gebiet der Afrikastudien, für ihr Engagement zum Wohl der Universität Bayreuth und für ihre Lebensleistung.

Video-Laudatio für Prof. Dr. Ulrike Wanitzek

Ehrensenator

Heribert TrunkEinklappen
Heribert Trunk

Die Universität Bayreuth verleiht die Würde eines Ehrensenators an Heribert Trunk. Heribert Trunk ist ein echter Oberfranke. Und: Er ist ein Macher! Schon in jungen Jahren stellte der Bamberger die Weichen für die Gründung seines eigenen Unternehmens. Mit Erfolg: Die Bilog Service Group gehört zu den innovativsten Dienstleistern in der Logistikbranche. Sein unternehmerisches Wissen und seine unermüdliche Tatkraft setzt Heribert Trunk aber nicht nur für sein eigenes Unternehmen ein, sondern auch darüber hinaus. Zum Beispiel über viele Jahre als Präsident der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth. Oder als Gründer der Stiftung „Chance Jugend“, die sich dafür stark macht, Jugendliche auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten. Für sein herausragendes Engagement erhielt er unter anderem das Bundesverdienstkreuz.

Heribert Trunk ist nicht nur ein Macher. Er ist auch ein Netzwerker. Durch seine unzähligen Kontakte baute er sich ein enormes Netzwerk in den unterschiedlichsten Bereichen auf. Es ist dieses Netzwerk, das es ihm ermöglicht, sein Kernanliegen zu verfolgen: die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.

Der offizielle Startpunkt der fruchtbaren Beziehung zwischen der Universität Bayreuth und Heribert Trunk ist der 12. Juli 2013: der Tag, an dem Heribert Trunk sich bereit erklärt, den Vorsitz des damals neu gegründeten Kuratoriums der Universität Bayreuth zu übernehmen. Das Kuratorium berät die Universität in allen strategischen Fragen und knüpft ein enges Beziehungsgeflecht mit Wirtschaft, Gesellschaft und Region. Unter der richtungsweisenden Leitung von Heribert Trunk tragen die allesamt externen Mitglieder maßgeblich zur Weiterentwicklung der Universität bei.

Aber nicht nur im Kuratorium, sondern auch darüber hinaus entfaltet sich die Schaffenskraft von Heribert Trunk zum Wohl der Universität Bayreuth und der gesamten Region.

Im Frühjahr 2014, zum Beispiel. Die bayerische Staatsregierung, damals noch unter Ministerpräsident Horst Seehofer, schuf den „Nordbayernplan“ – einen Plan, mit dem mehr Arbeitsplätze geschaffen werden sollten, um den Bevölkerungsverlust zu bremsen. Es ist der sorgsamen Kontaktpflege von Heribert Trunk zu verdanken, dass auch eine Investition in die Wissenschaftslandschaft Bestandteil des Nordbayernplans wurde: Dies war die Geburtsstunde des Bayerischen Polymerinstituts an den Universitäten Bayreuth, Würzburg und Erlangen-Nürnberg, das sich inzwischen zu einer Institution auf dem Feld der Werkstoffforschung entwickelt hat.

Ein weiteres Kunststück gelang Heribert Trunk zwei Jahre später, als die British American Tobacco das Ende ihrer Produktion in Bayreuth verkündete. Viele verfielen in eine Schockstarre. Nicht so Heribert Trunk! Als IHK-Präsident rief er kurzer Hand einen Runden Tisch ins Leben, an dem neben der Stadt Bayreuth auch die Handwerkskammer Oberfranken und die Universität Bayreuth Platz nahmen. Gemeinsam entwickelten die vier Mitstreiter ein Strukturprogramm für den Wirtschaftsraum Bayreuth. Das Herzstück des Strukturprogramms war es, die Region innovativer zu machen – und zwar durch die gezielte Förderung von Unternehmensgründungen durch Stadt und Universität. Was damals noch eine kühne Idee war, ist heute handfeste Realität: Durch die Stadt entsteht ein Regionales Innovationszentrum, und die Gründer-Uni Bayreuth hat ein Institut für Entrepreneurship und Innovation ins Leben gerufen, das heute Teil der Bayerischen Hightech Agenda ist.

Für sein tatkräftiges Engagement ist die Universität Bayreuth Heribert Trunk zu großem Dank verpflichtet und verleiht ihm die Würde eines Ehrensenators.

Video-Laudatio für Heribert Trunk

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