Bericht zur Podiumsdiskussion

des Bayreuther Forums Kirche und Universität
in Bayreuth am 30. Juni 2008

 

"Da ist kein Gott - oder doch?"

 

Beobachungen und Überlegungen zum neuen Atheismus-Streit

(Richard Dawkins, "Der Gotteswahn", u. a.)


Zu einer Podiumsdiskussion über den neuen Atheismusstreit und besonders über Richard Dawkins mit seinem Buch „Der Gotteswahn“ hatte das Bayreuther Forum Kirche und Universität geladen. Die große Zahl der Zuhörer quer durch alle Altersgruppen zeigte die Aktualität des Themas.


Der Moderator, Pfarrer Christoph von Knobelsdorff konnte als Teilnehmer am Podium Prof .Ulrich Berner,  Religionswissenschaft, Uni Bayreuth, zugleich Mitveranstalter), Prof. Helmut Büttner (Physik, Uni Bayreuth), Prof. Walter Sparn (Theologie, Uni Erlangen) und Dr. Christian Tewes (Philosophie, Uni Jena) begrüßen. Nach einer Einführung durch Prof. Berner und weiteren Statements der Teilnehmer befasste sich die Diskussion vor allem mit den Themenbereichen Naturwissenschaft-Religion und Kultur-Religion.


Zwar wurde von den Teilnehmern gewürdigt, dass Dawkins Buch wichtige Anregungen gegeben hat, sich auch kritisch mit den Religionen und ihrer Geschichte zu befassen. Aus der Sicht der Religionswissenschaft war aber kritisch zu bemerken, dass Dawkins generalisierende Aussagen über „die“ (monotheistischen) Religionen macht, obwohl er nur eine begrenzte Auswahl religiöser Phänomene in den Blick nimmt (Berner).


Deutliche Kritik wurde aus den verschiedenen Positionen an dem Anspruch Dawkins geübt, mit Hilfe des Darwinismus die Existenz Gottes so gut wie ausschließen zu können: von der Seite der Physik sei die Rolle der Naturkonstanten zu betonen, die den Rahmen auch für Entstehung und Entwicklung des Lebens bilden (Büttner); Religion bedeute im Rahmen der Kultur immer auch Entscheidung der einzelnen Person (Sparn); und die erkenntnistheoretische, kritische Selbstreflexion sei bei dem rationalistischen Standpunkt von Dawkins zu vermissen (Tewes). Besonders sei auch die Bibelkritik in seinem Buch völlig falsch (Sparn).


In diesem durch die Teilnehmer angezeigten Rahmen müsse sich also auch die Debatte über die Gottesfrage bewegen. Diese Frage sei aber im Sinne der Wissenschaft in keiner Richtung zu entscheiden. Sie muss also offen bleiben und auf andere, eher persönliche Weise entschieden werden.


Prof. Dr. Ulrich Berner
Pfr. Christoph von Knobelsdorff