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Bayreuther Stadtgespräch(e) am 5. Oktober 2016: ‚Die Medizin zwischen Wirtschaft und Moral‘

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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 134/2016 vom 29. September 2016

„Dass medizinisches Handeln durch ökonomische Faktoren begrenzt wird, ist nichts Neues.“, betont Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth. Die ökonomische Rationalität avanciere jedoch zur allgemeinen Leitkategorie und dränge andere Rationalitäten wie Medizin, Ethik oder Technik in den Hintergrund. Findet die individuelle Situation eines Patienten noch gebührend Beachtung? Welche übergeordneten Gesichtspunkte sind für die Entwicklung eines Gemeinwesens entscheidend?

Mit diesen Fragen wird sich Prof. Dr. Dr. med. habil. Dr. phil. Dr. theol. h. c. Eckhard Nagel, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth, in der Oktober-Ausgabe der Bayreuther Stadtgespräch(e) eingehend befassen und zur anschließenden Diskussionsrunde einladen.

Thema:‚Die Medizin zwischen Wirtschaft und Moral‘
Referent:Prof. Dr. Dr. med. habil. Dr. phil. Dr. theol. h. c. Eckhard Nagel, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth
Termin:Mittwoch, 5. Oktober 2016
Zeit:von 18:00 bis 19:30 Uhr
Ort:Iwalewahaus, Ecke Wölfelstraße / Münzgasse, in 95444 Bayreuth


Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel iconZoomOverlay

Zum Vortrag

„Grundsätzlich kann das Gesundheitswesen nachhaltig von der Betrachtung finanzieller Rahmenbedingungen, in denen es sich realisieren lässt, profitieren.“, so Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, habilitierter Mediziner und promovierter Philosoph sowie Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth. „Rationalisierung bedeutet vernunftbezogene Optimierungen, die Mittel frei setzen, um zusätzliche Leistungen zu ermöglichen.“ Diese positive Einschätzung sei jedoch für die sich heute abzeichnende Qualität ökonomisch begründeter Restriktion fraglich. „Therapieoptionen werden zu knappen Gütern, Ziele des Arztes und Wünsche eines Kranken unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten diskutiert. Zuwendung droht nur noch dort stattzufinden wo sie sich rechnet.“ Dabei müsse vielmehr die individuelle Situation eines Patienten entscheidend sein, die Bedeutung eines Grenznutzens oder Opportunitätskosten dürften erst sekundär zielleitend sein. „Für die Entwicklung eines Gemeinwesens sind aber auch übergeordnete Gesichtspunkte entscheidend. Die Analyse gesundheitsökonomischer Zusammenhänge ist angesichts begrenzter Ressourcen unabdingbar und ethisch gefordert – vorausgesetzt, dass das abzuleitende Wirtschaften zuträglich ist für das Leben des Einzelnen.“, unterstreicht Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel.

Zum Referenten

Prof. Dr. Dr. med. habil. Dr. phil. Dr. theol. h. c. Eckhard Nagel ist seit 2001 Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften der Universität Bayreuth. Er ist seit September 2015 Mitglied im Aufsichtsrat sowie des Strukturausschusses der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Zudem wurde er zum 1. Oktober 2015 als Mitglied des Hochschulrates der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Coburg bestellt. Von September 2010 bis August 2015 war er Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Essen.

Der engagierte Protestant ist Mitglied im Vorstand des Präsidiums des Evangelischen Kirchentages und war Evangelischer Präsident des 2. Ökumenischen Kirchentages 2010. Im selben Jahr wurde ihm die Ehrendoktorwürde des Doktors der Theologie verliehen. Seit Dezember 2000 ist Eckhard Nagel Vorsitzender des Stiftungsrates der Rudolf Pichlmayr-Stiftung und gesamtärztlicher Leiter der Sonderkrankenanstalt „Rehabilitation nach Organtransplantation – Ederhof“, Stronach, Osttirol, Österreich. Der habilitierte Mediziner studierte darüber hinaus Philosophie und Geschichte und promovierte in Philosophie. Seit 1994 war er an der Medizinischen Hochschule Hannover in der Klinik für Abdominal- und Transplantationschirurgie als Oberarzt tätig, bevor er von 2001 bis 2010 Leiter des Transplantationszentrums sowie Chefarzt im Bereich Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie im Klinikum Augsburg war.


  • Nächster Termin Stadtgespräch(e)
    2. November 2016
    Prof. Dr. Christian Laforsch, Universität Bayreuth: „Mikroplastik in aquatischen Ökosystemen – unsichtbare Gefahr?“


Kontakt:

Angela Danner
Stabsabteilung Presse, Marketing, Kommunikation
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30 / ZUV
95447 Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5323
E-Mail: angela.danner@uni-bayreuth.de
www.stadtgespraeche.uni-bayreuth.de


Text und Redaktion:


Tanja Heinlein
Stabsabteilung Presse, Marketing, Kommunikation
Pressesprecherin
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30 / ZUV
95447 Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5300 oder -5324
E-Mail: tanja.heinlein@uni-bayreuth.de
www.uni-bayreuth.de

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