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Urheberrecht und Nutzerverhalten im Wissenschaftsarchiv

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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 057/2016 vom 13. April 2016

Experten aus Wissenschaft und Praxis treffen sich am 14. April 2016 zu einem Workshop an der Universität Bayreuth, um über aktuelle Urheberrechtsfragen zu diskutieren, mit denen sich die Wissenschaftsarchive von Hochschulen und Forschungsorganisationen heute auseinandersetzen müssen.


Fragen des Urheberrechts stellen, vor allem infolge der ‚digitalen Revolution´, auch die Wissenschaft vor grundlegend neue Herausforderungen. Welche Informationen und Dokumente gilt es zu schützen, welche sollen uneingeschränkt der Öffentlichkeit zugänglich sein? Welche Rolle können und sollen internetbasierte Serviceleistungen dabei übernehmen? Und welche juristischen Probleme müssen dabei gelöst oder auch allererst klar formuliert werden? Mit diesen Überlegungen müssen sich heute nicht nur Bibliotheken, sondern immer stärker auch Wissenschaftsarchive von Hochschulen und Forschungsorganisationen auseinandersetzen. Vor diesem Hintergrund veranstalten das Universitätsarchiv der Universität Bayreuth und die im Aufbau befindliche Forschungsstelle für Geistiges Eigentum, Gemeinfreiheit und Wettbewerbsrecht an der Universität Bayreuth in Verbindung mit dem Archiv der Max-Planck-Gesellschaft einen Workshop zum Thema: „Juristische Kollisionen bei der Archivnutzung? Urheberrecht und Nutzerverhalten im Wissenschaftsarchiv“.

Termin:
14. April 2016
Zeit:von 09:00 bis 16:45 Uhr
Ort:Campus der Universität Bayreuth
agungszentrum des Studentenwerks Oberfranken (SWO),
neben dem Gebäude der Zentralen Universitätsverwaltung in der Universitätsstraße, Bayreuth
Programm/ Homepage:
http://tagung2016.uni-bayreuth.de


Die Veranstaltung wird um 9 Uhr von Prof. Dr. Torsten Eymann, Vizepräsident der Universität Bayreuth für den Bereich Informationstechnologie und Entrepreneurship, eröffnet. Zu Beginn berichtet Dr. Kristina Starkloff, Leiterin des Archivs der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin, über offen gebliebene Fragen der Vorgängerveranstaltung. Mit dieser Übersicht über den aktuellen Diskussionsstand schlägt sie die Brücke zum Einführungsreferat von Karsten Kühnel M.A., dem Leiter des Universitätsarchivs Bayreuth, über. Er wird rechtliche Fragen zur Nutzbarmachung, Nutzung und Verwertung von Archivgut thematisieren und dabei einen Schwerpunkt auf die Besonderheiten von Hochschularchiven legen.

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Von juristischen Grundlagen bis zu Fallbeispielen aus der Praxis

Die anschließende erste Arbeitssitzung wird von Prof. Dr. Michael Grünberger eingeleitet, dem Direktor der Forschungsstelle für Geistiges Eigentum, Gemeinfreiheit und Wettbewerbsrecht an der Universität Bayreuth. „Urheberrecht in der wissensbasierten Gesellschaft - Rahmenbedingungen für Archive“ ist das Thema seines Vortrags, der sich unter anderem mit der Herausforderung befasst, dass gerade im Wissenschaftssystem die Erwartungen verschiedener Nutzer- und Interessensgruppen kollidieren. Die technischen Möglichkeiten der Archive, urheberrechtlich geschützte Gegenstände für sich zu nutzen und ihren Nutzern zugänglich zu machen, greifen vielfach in Ausschließlichkeitsbefugnisse der Rechteinhaber ein. „Freier Zugang zu digitalen Archiven und Sammlungen – muss das eine Utopie bleiben?“ fragt daher Thomas Hartmann, LL. M., in seinem anschließenden Vortrag. Als Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb in München verfügt er über langjährige Erfahrungen mit den Erwartungen und Forderungen, die seitens der Wissenschaft, der Bürgergesellschaft, der Politik, von öffentlichen oder privaten Förderern oder von einzelnen Nutzergruppen an die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit digitalen und digitalisierten Kulturguts gestellt werden. Er wird insbesondere auch aktuelle „Fehlentwicklungen“ des Urheberrechts thematisieren.

Am Nachmittag steht ein Vortrag von Andreas Nestl, Referent in der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, auf dem Programm. In seinem Vortrag „Bereitstellung und Nutzung geschützter Werke in der archivischen Praxis - Fallbeispiele und Lösungsansätze“ erörtert er das Spannungsverhältnis zwischen Rechtssicherheit, historisch gewachsenem Selbstverständnis und aktuellen Nutzererwartungen im digitalen Zeitalter. Dabei geht es nicht zuletzt um die Anwendbarkeit urheberrechtlicher Schutznormen und Schranken. Praktische Beispiele sollen die Teilnehmer zur eigenständigen Bearbeitung von Sachverhalten mit urheberrechtlicher Relevanz anregen. Eine abschließende Diskussion und eine Zusammenfassung der Ergebnisse werden den Workshop abrunden, der voraussichtlich gegen 16.45 Uhr endet.



Kontakt:

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Karsten Kühnel, M.A.

Universitätsarchivar
Universität Bayreuth
95440 Bayreuth
Telefon: +49 (0)921 / 55-4700
E-Mail: karsten.kuehnel@uni-bayreuth.de



Text und Redaktion:


Christian Wißler, M.A.
Stabsstelle Presse, Marketing und Kommunikation
Universität Bayreuth
95440 Bayreuth
Telefon: +49 (0)921 / 55-5356
E-Mail: mediendienst-forschung@uni-bayreuth.de

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