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Gesundheitsökonomische Expertise: Prof. Dr. Volker Ulrich erneut in den wissenschaftlichen Beirat beim Bundesversicherungsamt berufen

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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 101/2015 vom 12. Juni 2015

Der Bayreuther Finanzwissenschaftler und Gesundheitsökonom Prof. Dr. Volker Ulrich ist von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe für weitere drei Jahre in den wissenschaftlichen Beirat beim Bundesversicherungsamt berufen worden. Der Beirat setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen, welche die Bereiche Medizin, medizinische Informationsverarbeitung und Ökonomie abdecken.

Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat die Rechtsaufsicht über die bundesunmittelbaren Träger der gesetzlichen Kranken-, Renten- und Unfallversicherung sowie der sozialen Pflegeversicherung. Mit dem Risikostrukturausgleich wird die Höhe der Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds an die gesetzlichen Krankenkassen bestimmt. Um das BVA bei der Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleiches zu unterstützen, wurde 2007 ein wissenschaftlicher Beirat einge­richtet. Dieser unterstützt das Bundesversicheramt dabei, neue Grundlagen für eine Eingruppierung von Versicherten zu entwickeln, die sich an deren tatsächlichem Gesundheitszustand orientiert. In diesem Zusammenhang sollen 50 bis 80 kostenintensive chronische Krankheiten sowie Krankheiten mit schwerwiegendem Verlauf vorgeschlagen werden, die bei der Definition von Versichertengruppen besonders zu berücksichtigen sind.

Das Solidarprinzip in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) drückt sich dadurch aus, dass die Beiträge einkommensabhängig gestaltet sind und nicht risikobezogen wie in der privaten Krankenversicherung. Im Ergebnis unterstützen somit Mitglieder mit hohen Einkommen Mitglieder mit niedrigeren Einkommen. Gäbe es keinen Risikostrukturausgleich zwischen den Krankenkassen, bliebe der Solidarausgleich auf die Mitglieder einer Krankenkasse beschränkt. Um mit günstigen Beiträgen im Wettbewerb erfolgreich zu sein, müssten die Krankenkassen lediglich die Strategie verfolgen, möglichst junge und gesunde Mitglieder zu gewinnen. Als Folge kann aber nicht garantiert werden, dass das Geld dahin fließt, wo es zur Versorgung der Versicherten auch am wirtschaftlichsten verwendet wird. Solidarprinzip und Wettbewerb gleichzeitig zu ermöglichen, ist Aufgabe des Risikostrukturausgleichs. Durch ihn soll gewährleistet werden, dass alle Mitglieder der GKV, unabhängig von der Mitgliedschaft in einer bestimmten Krankenkasse, im gleichen Ausmaß zum Solidarausgleich herangezogen werden. Gleichzeitig wird so die Voraussetzung für einen fairen Wettbewerb geschaffen.


Kontakt:

Prof. Dr. Volker Ulrich
Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre III – Finanzwissenschaft
Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Universität Bayreuth
95440 Bayreuth
Tel.: +49 (0)921 / 55-6300
E-Mail: volker.ulrich@uni-bayreuth.de



Redaktion:

Christian Wißler, M.A.
Zentrale Servicestelle Presse, Marketing und Kommunikation
Universität Bayreuth
95440 Bayreuth
Tel.: +49 (0)921 / 55-5356
E-Mail: mediendienst-forschung@uni-bayreuth.de

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