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Vortrag: "Lebensmittel im Spannungsfeld zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft"

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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 093/2015 vom 5. Juni 2015

Prof. Dr. Dr. Gerhard Rechkemmer, Präsident des Max Rubner-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, hält am 10. Juni 2015 einen Vortrag über "Lebensmittel im Spannungsfeld zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft".

Termin:Mittwoch, 10. Juni 2015
Zeit:18 Uhr
Ort:Campus der Universität Bayreuth
Gebäude Angewandte Informatik (AI), Hörsaal 34,
Universitätsstraße 30, 95447 Bayreuth


Das Profilfeld „Lebensmittel- und Gesundheitswissenschaften“ an der Universität Bayreuth lädt die Öffentlichkeit und die Medien zu diesem Vortrag herzlich ein!

Details zum Thema

Lebensmittel, ihre Zusammensetzung, deren Herstellung und bestimmte natürliche Inhalts-stoffe (z.B. Laktose, Fruktose, Gluten), Zusatzstoffe (z.B. Glutamat), Kontaminanten (z.B. Mykotoxine, Dioxine), Allergene (z.B. Sellerie) und durch die Zubereitung bedingte chemische Verbindungen (z.B. Acrylamid) sind in den Medien und der Öffentlichkeit Gegenstand intensiver und teilweise sehr kontroverser Diskussionen. Häufig sind „Lebensmittel-Skandale“ (Gammelfleisch, EHEC, Antibiotika-Rückstände etc.) Auslöser intensiver öffentlicher Beschäftigung mit Fragen der Lebensmittelsicherheit und der Lebensmittelqualität. Jedoch lässt die öffentliche Aufmerksamkeit oft auch sehr schnell wieder nach. Diese Themen sind dann jedoch Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Untersuchungen. Wichtig für die Abschätzung einer gesundheitlichen Gefährdung und die Risikobewertung sind hierbei Fragen nach der Verzehrmenge, der Häufigkeit des Verzehrs und der Konzentration eines potentiell gesundheitsgefährdenden Stoffs im Produkt. Hierzu ist es notwendig, repräsentative Daten zu den Verzehrgewohnheiten der gesamten Bevölkerung oder spezifischer Gruppen der Bevölkerung vorliegen zu haben.

Die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen bestimmter Ernährungsformen (z.B. Vegetarismus, Veganismus), der Verzehr oder das Ausschließen einzelner Lebensmittelgruppen (z.B. Milch oder Getreide) im Ernährungsmuster sowie ethische und gesellschaftspolitische Aspekte der Produktion von Lebensmitteln (z. B. Tierhaltungsformen, Schlachtprozesse oder ökologische Erzeugung vs. Einsatz bio- oder gentechnologischer Verfahren) finden ebenfalls großes mediales und öffentliches Interesse. Dabei spielen weltanschauliche Vorstellungen oft eine große Rolle, wogegen wissenschaftliche Studien und deren rationale Bewertung nur wenig Beachtung finden.

Moderne analytische Methoden (z.B. Massenspektrometrie (MS), Kern-Resonanz-Spektroskopie (NMR)) erlauben heute den hoch-empfindlichen Nachweis chemischer Verbindungen im Spurenbereich. In vielen Fällen kommt es dann auch zu einer Neubewertung und Festlegung von rechtlich verbindlichen Grenzwerten für potentiell gesundheitsgefährdende Stoffe. Bisher ungelöste Probleme bestehen bei der Bewertung von Stoffgemischen (z.B. Rückstände mehrerer Pflanzenschutzmittel in einem Produkt). Ferner können bei einem komplex zusammengesetzten Lebensmittel sowohl gesundheitsförderliche als auch gesundheitsgefährdende Stoffe vorkommen, so dass dann für eine Verzehrempfehlung eine Nutzen-Risiko-Analyse erforderlich ist (z.B. bei Fischen Omega-3-Fettsäuren und Methyl- Quecksilber).


Kontakt:

Dr. Hanna Schösler
Koordinatorin Profilfeld
Lebensmittel- und Gesundheitswissenschaften
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30
95447 Bayreuth
Telefon: +49 (0)921 / 55-5822
E-Mail: hanna.schoesler@uni-bayreuth.de



Text und Redaktion:

Christian Wißler, M.A.
Zentrale Servicestelle Presse, Marketing und Kommunikation
Universität Bayreuth
95440 Bayreuth
Tel.: +49 (0)921 / 55-5356
E-Mail: mediendienst-forschung@uni-bayreuth.de

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