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Wiedersehen in Stockholm

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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 248/2014 vom 23. Dezember 2014

Prof. Dr. Lothar Kador nahm als Gast von Chemie-Nobelpreisträger William E. Moerner an der Festwoche zur Nobelpreis-Verleihung teil.

Prof. Dr. William Moerner, Chemie-Nobelpreisträger 2014, und Prof. Dr. Lothar Kador vom Bayreuther Institut für Makromolekülforschung (v.l.). iconZoomOverlay

„Es war ein eindrucksvolles Treffen in einer sehr festlichen Atmosphäre, als sich die diesjährigen Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger, ihre Familien und Gäste sowie zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Studierende in einem großen Stockholmer Museum versammelten“, berichtet Prof. Dr. Lothar Kador, Professor am Bayreuther Institut für Makromolekülforschung (BIMF), nach seiner Rückkehr aus der schwedischen Hauptstadt. Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hatte am Vorabend der Nobelpreis-Verleihung zu diesem Empfang eingeladen. Prof. Kador war als Gast des U.S.-amerikanischen Chemie-Nobelpreisträgers William E. Moerner nach Stockholm gereist, mit dem er seit vielen Jahren befreundet und durch verwandte wissenschaftliche Interessen verbunden ist. 

Ende der 1980er Jahre arbeitete Prof. Kador als Postdoktorand am IBM Almaden Research Center in San Jose in Kalifornien. Gemeinsam mit William E. Moerner, der dort sein Mentor war, trug er zur Entwicklung eines neuartigen spektroskopischen Verfahrens bei. Hiermit konnte erstmals ein einzelnes Fluorophor-Molekül in einem Festkörper sichtbar gemacht werden. Dieser Erfolg wurde schon damals als entscheidender Durchbruch zur Einzelmolekül-Spektroskopie aufgefasst und 1989 durch eine gemeinsame wissenschaftliche Publikation gekrönt. William E. Moerner, der heute an der Stanford University in Kalifornien forscht und lehrt, lud daher seinen ehemaligen Schüler und heutigen Kollegen an der Universität Bayreuth ein, bei den Feierlichkeiten der Nobelpreisverleihung mit dabei zu sein.

„Die Festwoche begann mit einer Reihe öffentlicher Vorträge, in denen die Laureaten ihre Forschungshemen der Öffentlichkeit vorstellten – zunächst die Physik- und die Chemie-Preisträger, nachmittags der Preisträger für Wirtschaftswissenschaften“, erinnert sich Prof. Kador. „Vom Publikum erhielten die drei Physik- und die drei Chemie-Nobelpreisträger, die jeweils zu dritt auf die Bühne geholt werden, stehende Ovationen – das war schon sehr beeindruckend.“ Bei der Verleihungszeremonie selbst, die in einem engeren Kreis offizieller Gäste stattfand, war der Bayreuther Physiker nicht zugegen. Doch zählte er zu den Teilnehmern eines Banketts im Stockholmer Rathaus, das zeitgleich zum Haupt-Bankett stattfand. „Wir erhielten die gleichen Speisen wie der Kreis der offiziellen Gäste des Haupt-Banketts; serviert wurde auch jeweils exakt zu den gleichen Zeiten. Dabei konnten wir durch eine Fernseh-Liveübertragung das Haupt-Bankett am Fernsehen verfolgen.“ Anschließend folgte der Students' Night Cap an, eine von Studierenden der Stockholmer Hochschule für Wirtschaftswissenschaften organisierte Veranstaltung mit einem bunten Programm aus Musik- und Tanzdarbietungen. „Das Medienecho war enorm. Ich hatte nicht erwartet, dass die schwedische Öffentlichkeit an der Zeremonie der Preisverleihung und dem Hauptbankett einen so großen Anteil nimmt“, so Prof. Kador.

Noch heute denkt der Bayreuther Forscher gern an die gemeinsame Zeit mit dem diesjährigen Chemie-Nobelpreisträger zurück: „William E. Moerner verdanke ich einen wesentlichen Teil meiner wissenschaftlichen Ausbildung. Und unsere heutigen Forschungsarbeiten am BIMF, einem Forschungszentrum der Universität Bayreuth, beruhen zu einem erheblichen Teil auf den bahnbrechenden Fortschritten, die wir vor gut 25 Jahren in Kalifornien erzielt haben. Die Einzelmolekül-Spektroskopie auf der Basis des heute erreichten Know-hows weiterzuentwickeln und ihre Leistungsfähigkeit weiter zu steigern, ist dabei eine spannende Herausforderung.“


Kontakt:

Prof. Dr. Lothar Kador
Bayreuther Institut für Makromolekülforschung (BIMF)
Universität Bayreuth
95440 Bayreuth
Telefon: +49 (0)921 / 55-4421
E-Mail: lothar.kador@uni-bayreuth.de


Text und Redaktion:

Christian Wißler M.A.
Stabsstelle Presse, Marketing und Kommunikation
Universität Bayreuth
95440 Bayreuth
Tel.: +49 (0)921 / 55-5356
Fax: +49 (0)921 / 55-5325
E-Mail: mediendienst-forschung@uni-bayreuth.de 
 

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