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Nachklapp zum Bayreuther ‚Stadtgespräch‘ zum Thema ‚Ebola-Virus‘

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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 212/2014 vom 7. November 2014

Mit dem Vortrag ‚Das Ebola-Virus – Ein Seuchenerreger wie jeder andere?‘ von Prof. Dr. med. Bernhard Fleckenstein, Direktor des Virologischen Instituts des Universitätsklinikums Erlangen, hatte die Veranstaltungsreihe ein äußerst aktuelles Thema aufgegriffen. Demgemäß waren auch zahlreiche Interessierte der Einladung ins Iwalewa Haus der Universität Bayreuth gefolgt; der Vortragssaal war bis zum letzten Platz gefüllt. Dem Vortrag, der von Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Leible moderiert wurde, schloss sich eine rege Fragerunde des überaus wissbegierigen Publikums an.

Um die Antwort auf die im Vortragstitel gestellte Frage gleich vorweg zu nehmen: Nein, das Ebola-Virus ist kein Seuchenerreger wie jeder andere, denn jede Virusepidemie verlaufe anders! Und wiederum nein, Mitteleuropa, so der Wissenschaftler, erscheint durch das Ebola-Virus nicht gefährdet. „Wenn Infizierte nach Deutschland kommen, dürfte das Gesundheitssystem vor Ort gut präpariert sein“, erläuterte der Virologe, schränkte aber gleichzeitig ein, dass man gegen Pannen nicht gefeit sei.

Dies gilt auch für den Erreger des Ebola-Fiebers, der natürlicherweise in sog. Fledertieren Zentralafrikas vorkommt und über Menschenaffen auf Menschen übertragen werden kann. Das Ebola-Virus ist seit 1976 bekannt. Seit seiner Entdeckung traten in kurzen Abständen lokale Ausbrüche in Zentralafrika auf. Die registrierten Todesfälle überstiegen dabei niemals die Zahl von 280. Die aktuelle Ebola-Epidemie in Westafrika (Guinea, Liberia, Sierra Leone) mit bisher schon mehr als 13.000 Patientinnen und Patienten sowie 5.000 Todesfällen habe, so Prof. Fleckenstein, alle überrascht. „Der schwere Verlauf der aktuellen Epidemie mag durch den Verfall der medizinischen Infrastruktur in den Bürgerkriegen der zurückliegenden Jahrzehnte bedingt sein“, vermutet der Wissenschaftler.

Denkbar wäre auch, so der Referent, dass bereits spontane Mutationen aufgetreten sind. Allein diese Möglichkeit erfordere dringend, dass der aktuelle Ebola-Ausbruch in Westafrika durch international abgestimmte Maßnahmen rasch eingegrenzt wird. Je größer der Genpool an zirkulierenden Viren, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Epidemie nicht mehr einzudämmen ist.

Je weiter das Virus sich in Westafrika ausbreitet, desto öfter werden Infizierte auch nach Deutschland verschlagen werden, so der Referent. Das Gesundheitssystem in Deutschland, wo sieben Behandlungszentren eingerichtet wurden, ist präpariert, wenn auch die Kapazität noch sehr begrenzt ist. Im Vergleich zu anderen Virusseuchen, wie Grippe oder AIDS, bleibt die unkontrollierbare Ausbreitung des Ebola-Virus in Deutschland sehr unwahrscheinlich. Präzise Prognosen zur möglichen globalen Ausbreitung sind jedoch nicht möglich. Entscheidend für die Bekämpfung der Ebola-Ausbreitung, so Prof. Fleckenstein, ist nicht nur ausreichende Behandlungskapazität, sondern vor allem eine breite Forschungs-Infrastruktur mit Laboratorien der höchsten biologischen Sicherheitsstufe (BSL4). Es gilt, die Pathogenese der Krankheit besser zu verstehen, rasche Diagnostik zu ermöglichen, nach antiviralen Substanzen und protektiven monoklonalen Antikörpern zu suchen und sichere Impfstrategien zu entwickeln.

Den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern gab der Spezialist abschließend den Hinweis, dass übliche Desinfektionsmaßnahmen bereits relativ gut wirkten, da Ebola-Viren sehr labil seien.

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe

Die Universität Bayreuth hatte Mitte des Jahres die neue Veranstaltungsreihe ‚Stadtgespräch(e)‘ aus der Taufe gehoben. Ziel der Reihe ist es, die Universität näher an die Bürgerinnen und Bürger von Stadt und Region zu bringen und wissenschaftliche Erkenntnisse namhafter Forscherinnen und Forscher einer interessierten und breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Stadtgespräch(e) sollen ein fester Bestandteil der Wissenschaftsstadt Bayreuth werden und an jedem ersten Mittwoch im Monat das akademische und kulturelle Leben mit spannenden Referentinnen und Referenten bereichern. Gastgeber und Veranstaltungsort ist das Iwalewahaus.

Nach dem Umzug in das renovierte und umgestaltete Gebäude an der Ecke Wölfelstraße / Münzgasse wird es nicht nur weiterhin ein international sichtbares Forum für afrikanische Gegenwartskunst sein, sondern mehr als bisher ein Zentrum der Universität Bayreuth für die Begegnung mit Bürgerinnen und Bürgern. Die Vortragsreihe steht unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des Universitätspräsidenten und des Universitätsvereins Bayreuth e.V. und findet in Zusammenarbeit mit dem Uni-Forum, der Vereinigung emeritierter Professorinnen und Professoren der Universität Bayreuth, statt.

Weitere Termine der Stadtgespräch(e):

  • 3. Dezember 2014: ‚Universitäten im Krieg? Eine Diskussion zur Zivilklausel‘,Oliver Jörg, Mitglied des Bayerischen Landtags, und Daniel Gaittet, Mitglied des Vorstands ‚freier zusammenschluss von studentInnenschaften‘
  • 7. Januar 2015: ‚Varieties of religious interconnections: Jews, Christians and Muslims’; Prof. Sarah Stroumsa und Prof. Guy G. Stroumsa, Hebrew University Jerusalem
  • 4. Februar 2015: Die Entwicklung des Universums vom Urknall bis heute’; Prof. Dr. Gisela Anton, Lehrstuhl für Astroteilchenphysik, Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Vorträge finden jeweils am ersten Mittwoch im Monat von 18:00 bis 19:30 Uhr im IWALEWA-Haus – Afrikazentrum der Universität Bayreuth, Ecke Wölfelstraße/ Münzgasse, 95444 Bayreuth statt.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.


Kontakt:

Tanja Meffert
Persönliche Referentin des Präsidenten
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30
95447 Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5209
E-Mail: tanja.meffert@uvw.uni-bayreuth.de


Redaktion:


Brigitte Kohlberg
Pressesprecherin - Hochschulkommunikation
Stabsabteilung Presse, Marketing und Kommunikation
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30 / ZUV
95447 Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5357 oder -5324
E-Mail: pressestelle@uni-bayreuth.de
www.uni-bayreuth.de/de/universitaet/presse
 

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