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Einladung zur öffentlichen Vortragsreihe der Bayreuther Stadtgespräch(e) am 5. November 2014

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Universität Bayreuth, Medienmitteilung Nr. 200/2014 vom 23. Oktober 2014

Mitte dieses Jahres hat die Universität Bayreuth die neue Veranstaltungsreihe ‚Stadtgespräch(e)‘ aus der Taufe gehoben. Ziel der Reihe ist es, die Universität näher an die Bürgerinnen und Bürger von Stadt und Region zu bringen und wissenschaftliche Erkenntnisse namhafter Forscherinnen und Forscher einer interessierten und breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit dem nächsten Vortrag ‚Das Ebola-Virus – Ein Seuchenerreger wie jeder andere?‘ von Prof. Dr. med. Bernhard Fleckenstein, Direktor des Virologischen Instituts des Universitätsklinikums Erlangen, hat die Veranstaltungsreihe ein äußerst aktuelles Thema aufgegriffen.

Vortrag: ‚Das Ebola-Virus – Ein Seuchenerreger wie jeder andere?‘
Referent: Prof. Dr. med. Bernhard Fleckenstein, Direktor des Virologischen Instituts – Klinische und Molekulare Virologie, Universitätsklinikum Erlangen
Termin: Mittwoch, 5. November 2014
Zeit: 18.00 bis ca. 19.30 Uhr
Ort: IWALEWA-Haus – Afrikazentrum der Universität Bayreuth, Ecke Wölfelstraße/Münzgasse, 95444 Bayreuth

Interessierte sind herzlich eingeladen! Die Veranstaltung ist öffentlich; der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Leicht gekürztes Abstract des Vortrags von Prof. Dr. med. Bernhard Fleckenstein: Die schweren Virusepidemien der Vergangenheit, wie Pocken, Masern, verschiedene Grippeformen, SARS, MERS und AIDS, haben gemeinsam, dass ihre Erreger aus dem Tierreich auf den Menschen übertragen wurden. Dies gilt auch für den Erreger des Ebola-Fiebers, der natürlicherweise in Flughunden (Fledertieren) Zentralafrikas vorkommt und über Menschenaffen in die humane Population übertragen werden kann. Die aktuelle Ebola-Epidemie in Westafrika hat alle überrascht. 

Das Ebola-Virus ist seit 1976 bekannt. Es verursacht nach einer Inkubationszeit von 2 bis 21 Tagen schwere Allgemeininfektionen mit hohem Fieber, septischen Erscheinungen und diffusen Blutungen. Die Todesrate beträgt meist, je nach Epidemie, mehr als die Hälfte der Infizierten. Das Virus wird meist durch direkten Körperkontakt übertragen. Auch wenn das Virus aufgrund seiner Lipidhülle relativ rasch außerhalb des Körpers spontan inaktiviert wird, so ist die indirekte Übertragung über kontaminierte Gegenstände, wie verschmutzte Schutzkleidung, dennoch möglich. Die therapeutischen Möglichkeiten sind noch recht beschränkt; eine generell anwendbare Impfung ist nicht absehbar. 

Seit der Entdeckung des Ebola-Virus traten in kurzen Abständen lokale Ausbrüche in Zentralafrika auf. Die registrierten Todesfälle überstiegen dabei niemals die Zahl von 280. So ist die Epidemie, welche seit Frühjahr 2014 vor allem in Guinea, Liberia und Sierra Leone wütet, ohne Beispiel. 

Es stellt sich die Frage, warum bereits mehr als 10.000 Menschen infiziert sind, bei einer Letalität von etwa der Hälfte der Fälle. Ein wesentlicher Faktor dürfte der Mangel an medizinischer Infrastruktur in diesen drei westafrikanischen Ländern sein, zumal in Liberia seit 1980 und in Sierra Leone seit 1992 ein blutiger Bürgerkrieg herrschte. Denkbar wäre auch, dass bereits spontane Mutationen aufgetreten sind – allein diese Möglichkeit erfordert es dringend, dass der aktuelle Ebola-Ausbruch in Westafrika durch international abgestimmte Maßnahmen rasch eingegrenzt wird. Je größer der Genpool an zirkulierenden Viren, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Epidemie nicht mehr einzudämmen ist. 

Je weiter das Virus sich in Westafrika ausbreitet, desto öfter werden Infizierte auch nach Deutschland verschlagen werden. Das Gesundheitssystem in Deutschland, wo sieben Behandlungszentren eingerichtet wurden, ist präpariert, wenn auch die Kapazität noch sehr begrenzt ist. Im Vergleich zu anderen Virusseuchen, wie Grippe oder AIDS, bleibt die unkontrollierbare Ausbreitung des Ebola-Virus in Deutschland sehr unwahrscheinlich. Präzise Prognosen zur möglichen globalen Ausbreitung sind jedoch nicht möglich. Entscheidend für die Bekämpfung der Ebola-Ausbreitung ist nicht nur ausreichende Behandlungskapazität, sondern vor allem eine breite Forschungs-Infrastruktur mit Laboratorien der höchsten biologischen Sicherheitsstufe (BSL4). Es gilt, die Pathogenese der Krankheit besser zu verstehen, rasche Diagnostik zu ermöglichen, nach antiviralen Substanzen und protektiven monoklonalen Antikörpern zu suchen und sichere Impfstrategien zu entwickeln.

Die Stadtgespräch(e) sollen ein fester Bestandteil der Wissenschaftsstadt Bayreuth werden und an jedem ersten Mittwoch im Monat das akademische und kulturelle Leben mit spannenden Referentinnen und Referenten bereichern. Gastgeber und Veranstaltungsort ist das Iwalewahaus. 

Nach dem Umzug in das renovierte und umgestaltete Gebäude an der Ecke Wölfelstraße / Münzgasse wird es nicht nur weiterhin ein international sichtbares Forum für afrikanische Gegenwartskunst sein, sondern mehr als bisher ein Zentrum der Universität Bayreuth für die Begegnung mit Bürgerinnen und Bürgern. Die Vortragsreihe steht unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des Universitätspräsidenten und des Universitätsvereins Bayreuth e.V. und findet in Zusammenarbeit mit dem Uni-Forum, der Vereinigung emeritierter Professorinnen und Professoren der Universität Bayreuth, statt.


Weitere Termine der Stadtgespräch(e):

3. Dezember 2014
‚Universitäten im Krieg? Eine Diskussion zur Zivilklausel‘
Oliver Jörg, Mitglied des Bayerischen Landtags, und Daniel Gaittet, Mitglied des Vorstands ‚freier zusammenschluss von studentInnenschaften‘ 

7. Januar 2015
‘Varieties of religious interconnections: Jews, Christians and Muslims’
Prof. Sarah Stroumsa und Prof. Guy G. Stroumsa, Hebrew University Jerusalem

4. Februar 2015
Die Entwicklung des Universums vom Urknall bis heute
Prof. Dr. Gisela Anton
Lehrstuhl für Astroteilchenphysik, Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Vorträge finden jeweils am ersten Mittwoch im Monat von 18.00 bis 19.30 Uhr im IWALEWA-Haus – Afrikazentrum der Universität Bayreuth, Ecke Wölfelstraße/ Münzgasse, 95444 Bayreuth statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.


Kontakt:

Tanja Meffert
Persönliche Referentin des Präsidenten
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30
95447 Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5209
E-Mail: tanja.meffert@uni-bayreuth.de

Prof. Dr. med. Bernhard Fleckenstein
Leiter des Virologischen Instituts – Klinische und Molekulare Virologie 
Universitätsklinikum Erlangen
Schlossgarten 4
91054 Erlangen
Telefon: 09131 / 85-23563
E-Mail: fleckenstein@viro.med.uni-erlangen.de
www.virologie.uni-erlangen.de


Redaktion:

Brigitte Kohlberg
Stv. Pressesprecherin – Hochschulkommunikation
Marketing Communications
Stabsabteilung Presse, Marketing und Kommunikation
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30 / ZUV
95447 Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5357 oder -5324
E-Mail: pressestelle@uni-bayreuth.de
www.uni-bayreuth.de/de/universitaet/presse
 

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